OP in Warendorf

Mit Armbrust auf Vogel geschossen: Belohnung ausgesetzt – 1000 Euro für Hinweise

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Durchbohrt: Mit diesem Pfeil in der Brust war die Taube tagelang unterwegs. 

"Wir sind schockiert von der Gleichgültigkeit und Brutalität": Tierschützer haben eine Taube gefunden, die von einem Pfeil aus einer Armbrust durchbohrt war – und erstatteten Anzeige. Nun wurde auch eine Geldbelohnung angekündigt.

Erstmeldung: 25. März. Warendorf – Die Tierschutzorganisation PETA hat zur Suche nach dem Tierquäler aufgerufen, der mit einem Armbrustpfeil eine Taube durchbohrt hatte. Um den Täter zu finden, setzt sie eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise (01520/7 37 33 41), die zu seiner Verurteilung führen, aus.

"Der Unbekannte, der auf die Taube geschossen hat, muss gefunden werden, bevor noch weitere Tiere oder Menschen verletzt werden", so Judith Pein im Namen von PETA. Es könne nicht sein, dass jemand mit einer Armbrust auf wehrlose Vögel schießen würde. Mit der Belohnung wollen die Aktivisten die Arbeit der Polizei unterstützen und Menschen für das Thema Tierquälerei sensibilisieren.

"Tiere müssen vor derartigen Übergriffen geschützt werden. Wer Vögel zum Spaß quält, der schreckt möglicherweise auch nicht vor Gewalttaten an Menschen zurück." Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes. Ein solches Vergehen kann mit einer Geld- oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren belangt werden. 

Warendorf: Angriff mit Armbrust? Taube von Pfeil durchbohrt 

Erstmeldung: 25. März. Warendorf – "Wir haben zwar schon viel gesehen, aber das macht uns wirklich fassungslos und wütend", erklären die Betreiber der Facebookseite "Stadttauben Münster" in ihrem aktuellsten Beitrag. Ricarda Peters (34) aus Nottuln, angehende Lehrerin und Betreiberin der Seite, musste am Samstag (23. März) eine Taube retten, die von einem Pfeil durchbohrt war. 

Dieser wurde vermutlich mit einer Armbrustpistole abgefeuert und hatte den Vogel im Nacken getroffen. Der Pfeil trat vorne am Hals wieder aus und blieb stecken. Trotzdem konnte das Tier noch fliegen und war deshalb tagelang in diesem Zustand unterwegs. 

Durchbohrt: Mit diesem Pfeil in der Brust war die Taube tagelang unterwegs. 

Warendorf: "Gleichgültigkeit und Brutalität" – Tierärztin schockiert

Noch dazu war die Taube sehr scheu, wie die Tierschützerin berichtet: "Glücklicherweise war ihr Schlafplatz auf dem Balkon eines leerstehenden Wohnhauses bekannt, so dass wir sie im Dunkeln sichern konnten." Ihr Partner habe direkt neben ihr gelegen, deshalb wurde auch er mit zum Arzt genommen – denn Tauben binden sich an einen Partner, dem sie ihr Leben lang treu sind.

Zusammen mit ihrem Partner kann sich die Taube von dem Vorfall erholen.

Da es schon spät war, brachten die Tierschützer den Vogel zu einer Tierarztpraxis nach Warendorf. Dort wurde sie geröntgt – um zu erfahren, wo der Pfeil sitzt und was verletzt wurde. Das Team vor Ort war entsetzt von dem Anblick: "Wir sind schockiert von der Gleichgültigkeit und Brutalität, mit der manche Menschen anderen Lebewesen begegnen", berichtet Tierärztin Dana Ströse. 

Warendorf: Tierschützer erstatten Anzeige

Doch die Taube hatte Glück im Unglück: Der Pfeil konnte bei der Operation in Warendorf entfernt werden, ohne Schäden bei dem Tier zu hinterlassen. "Nun kann die hübsche Taube sich erholen, sogar mit ihrem Partner an der Seite", berichtet Ricarda Peters auf ihrer Facebookseite.

Mit diesem Pfeil aus einer Armbrust-Pistole wurde auf die Taube geschossen.

Die Tierschützerin hat bereits Anzeige erstattet, denn nach Paragraph 1 des Tierschutzgesetzes darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. 

Auch in anderen Städten besteht der Verdacht, dass Menschen Jagd auf Tiere machen. So haben Anwohner in Reken neulich Anzeige erstattet, weil sie mögliche Munition in ihrem Garten gefunden haben. Erneut könnte ein Tierquäler mit einer Armbrust unterwegs sein. 

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