Coronavirus-Ausbruch

Lockdown im Kreis Warendorf: Rückkehr zur Normalität am Mittwoch?

Der Ausbruch des Coronavirus beim Fleischbetrieb Tönnies hat nun auch für den Kreis Warendorf drastische Konsequenzen: Für die Region wurde der erneute Lockdown ausgerufen.

  • Zahlreiche Mitarbeiter der Firma Tönnies wohnen im Kreis Warendorf. 
  • Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus ist in wenigen Tagen stark gestiegen. 
  • Jetzt gibt es den erneuten Lockdown in der Region.

Update: 29. Juni. Im Kreis Warendorf ist die Zahl der Coronavirus-Fälle inzwischen unter den kritischen Wert von 50 pro 100.000 Einwohnern gesunken. In den nächsten Tagen stehen noch Tausende Testergebnisse aus, auf deren Basis über das weitere Vorgehen entschieden werden kann. Der derzeit bestehende Lockdown gilt nur noch bis einschließlich Dienstag. 

Ab Montag (29. Juni) können sich alle Bürger des Kreises Warendorf freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Dazu wurde eigens ein Zentrum am Krankenhaus in Warendorf eingerichtet, das den Bürgern täglich von 11 bis 13 Uhr zur Verfügung steht. Landrat Dr. Olaf Gericke ist hoffnungsvoll: "Ich bin zuversichtlich, dass das Land den Lockdown am Dienstagabend beenden wird."

Lockdown im Kreis Warendorf! Schulen und Kitas wieder geschlossen

Update: 24. Juni. Jetzt hat es auch den Kreis Warendorf erwischt: Nachdem beim Schlachtbetrieb Tönnies sich zahlreiche Mitarbeiter mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert hatten, wurde von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet der Lockdown sowohl im Kreis Gütersloh, als auch im Kreis Warendorf verkündet.

Landrat Dr. Olaf Gericke ordnete zudem an, dass ab Donnerstag (25. Juni) auch sämtliche Schulen und Kitas im Kreis Warendorf wieder geschlossen werden. In Oelde sind die Einrichtungen bereits ab dem heutigen Mittwoch (24. Juni) zu. Es ist ein herber Rückschlag im Kampf gegen das Coronavirus.

"Ich kann die Menschen im Kreis nur um Verständnis und Geduld bitten, auch wenn diese Maßnahme in den nicht oder weniger betroffenen Orten schwer nachzuvollziehen ist. Doch sie dient dem Gesundheitsschutz", betonte der Landrat am Dienstag. Im gemeinsamen Gespräch mit Laschet und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sei der Lockdown für den Kreis Warendorf letztlich beschlossen worden. 

"Ich hätte mir eine Teillösung für einige Städte und Gemeinden vorstellen können. Aber die Landesregierung wollte keinen Flickenteppich schaffen und hat deshalb den Lockdown für den gesamten Kreis angeordnet, erklärte Gerickte weiter. Somit gelten in der Region wieder strenge Coronavirus-Regeln wie noch im vergangenen März. Dazu gehören Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit, wo sich nicht mehr als zwei Personen treffen dürfen, sofern sie nicht in häuslicher Gemeinschaft leben. Restaurants dürfen hingegen weiterhin geöffnet bleiben, sofern sie die Hygieneregeln beachten.

"Ich bitte die Bürgerinnen und Bürger darum, die neuen Regeln einzuhalten, damit wir möglichst schnell wieder zur Normalität zurückkehren können. Unsere Aufgabe ist es, in den nächsten sieben Tagen nachzuweisen, dass das Virus von der klar lokalisierbaren Quelle Tönnies nicht auf die breite Bevölkerung überspringt", sagte Landrat des Kreises Warendorf Dr. Olaf Gericke.

Nach dem Coronavirus-Ausbruch bei Tönnies hatte zuvor auch die Stadt Münster Konsequenzen gezogen. Personen aus den Kreisen Warendorf und Gütersloh müssen beim Besuch in der Domstadt in der Öffentlichkeit einen Mundschutz tragen. Diese Maßnahmen der Stadt Münster werden unter anderem von Olaf Gericke auf das Schärfste kritisiert.

Kitas und Schulen werden im Kreis Warendorf ab sofort wieder geschlossen.

Obergrenze im Kreis Warendorf überschritten – droht jetzt der Lockdown?

Erstmeldung: 23. Juni. Warendorf – Das Wochenende hat einen deutlichen Anstieg der Coronavirus-Fallzahlen im Kreis mit sich gebracht. 51 neue Fälle wurden nachgewiesen. Diese hängen fast ausschließlich mit dem akuten Ausbruch in dem fleischverarbeitenden Betrieb Tönnies im Kreis Gütersloh zusammen. 

Warendorf 
Bevölkerung38.134 (Stand 2010)
Postleitzahl48231
Vorwahl02581
BürgermeisterAxel Linke

Nach Coronavirus-Ausbruch bei Tönnies: Zahlreiche Neuinfektionen im Kreis Warendorf 

Im Kreis Warendorf wohnen 1243 Mitarbeiter von Tönnies. Bei der Firma im Kreis Gütersloh hatte es kürzlich einen großen Ausbruch des Coronavirus gegeben. Der Kreis hat für die Angestellten in Warendorf und Umgebung nun eine Allgemeinverfügung erlassen. Die Mitarbeiter müssen sich gemeinsam mit den im Haushalt lebenden Menschen in häusliche Quarantäne begeben. Die Verfügung gilt zunächst bis zum 3. Juli. Erst wenige Wochen zuvor hatte es im Kreis Coesfeld einen Ausbruch des Coronavirus in einem anderen fleischverarbeitenden Betrieb gegeben. 260 Mitarbeiter der Firma Westfleisch hatten sich infiziert. 

Dennoch sind zahlreiche neue Fälle des Coronavirus bekannt geworden. So stieg die Zahl der Infizierten allein in Oelde von 50 auf 97. Über einen Lockdown sollte nachgedacht werden, wenn die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern überschritten wird, wie die Bundesregierung beschlossen hat. Im Kreis Warendorf sind es derzeit 69. Die Stadt Münster hat derweil ihre Hilfe bei dem Coronavirus-Ausbruch in Gütersloh angeboten

Der rasante Anstieg der Neuinfektionen im Kreis Warendorf hängt mit der Firma Tönnies zusammen. (Symbolbild)

Lockdown im Kreis Warendorf? Neuinfektionen mit Coronavirus übersteigen Grenze

Während im Kreis Gütersloh bereits ein erneuter Lockdown ausgerufen wurde, ist es im Kreis Warendorf noch nicht so weit – obwohl die Zahl der Neuinfektionen über dem erlaubten Wert liegt. Insgesamt sind seit dem akuten Ausbruch in der vergangenen Woche im Kreis Warendorf 212 Tests auf das Coronavirus positiv ausgefallen. 

Bei einer Pressekonferenz am Montag (22. Juni) in Warendorf äußerte sich Landrat Dr. Olaf Gericke zu der Situation: "Das ist der mit Anstand höchste Anstieg, den wir in der Pandemie bislang hatten. Das gesamte Infektionsgeschehen bei uns im Kreisgebiet ist auf den Ausbruch im Tönnies-Werk zurückzuführen. Da wir derzeit keine Anzeichen für ein Überspringen der Infektionen auf die übrige Bevölkerung sehen, sind einschränkende Maßnahmen derzeit nicht erforderlich."

Wegen des Corona-Massenausbruchs bei Tönnies, musste die NRW-Landesregierung die Reißleine ziehen: Nachdem der Lockdown für den Kreis Gütersloh verkündet wurde und der Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch zusammengebrochen war, spitzt sich die Lage in dem Risikogebiet weiter zu.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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