Bewährungsstrafe verhängt 

"Der schlimmste Tag meines Lebens": Frau wird vergewaltigt – Täter muss nicht ins Gefängnis

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Vergewaltigung in der eigenen Wohnung: Ein Mann aus Warendorf musste sich am Montag seinem Urteil stellen. 

Er hat sie vergewaltigt und geschlagen: Ein Mann hat sich nach der Trennung an seiner Ehefrau vergangen. Seine Strafe: eine Geldbuße. Der Staatsanwalt erklärt das milde Urteil.

Warendorf – Im Prozess um eine Vergewaltigung wurde am Montag (19. November) das Urteil gesprochen. Der 45-Jährige, der seine eigene Ehefrau (43) vergewaltigte, muss keine Haftstraße absitzen.

Im Frühjahr diesen Jahres war es zu mehreren Übergriffen und Handgreiflichkeiten gekommen: Anfang Mai hatte ein getrennt lebende Ehepaar sich aussprechen wollen. Der Mann (45) aus Warendorf holte seine Noch-Ehefrau mit dem Auto ab und hielt auf einem Parkplatz. Dort hat er die 43-Jährige am Arm gepackt und sie sexuell genötigt. 

Prozess in Warendorf: Ehefrau ins Schlafzimmer gezerrt

Einige Zeit nach diesem Übergriff hatte die Frau, von Beruf Krankenschwester, ihre Schuhe aus der gemeinsamen Wohnung in Warendorf holen wollen. Dort lebte ihr Mann nun alleine. Bei dem Besuch habe dieser sie ins Schlafzimmer gezerrt und dort vergewaltigt

Als der Warendorfer nach der Tat im Handy der Geschädigten entdeckte, dass sie Kontakt zu einem anderen Mann gehabt hatte, schlug er sie mit der Faust. Danach zerstörte er das Telefon. 

Warendorfer vor Gericht: Vergewaltigung gestanden

Vor Gericht jedoch tat der Warendorfer etwas, das seine Frau vor Schlimmerem bewahrte: Er ließ durch seinen Anwalt mitteilen, dass er voll geständig sei. Er räumte alle Vorwürfe ein und erklärte: Das Geschehen tue ihm unendlich leid, berichtet "Die Glocke". 

Dadurch ersparte er seinem Opfer, die Geschehnisse vor Gericht schildern und damit noch einmal durchleben zu müssen. Denn der Tag der Vergewaltigung sei der furchtbarste ihres Lebens gewesen, wie sie unter Tränen berichtete. Nie habe die Warendorferin etwas Schlimmeres erleben müssen, als von der ehemaligen Liebe ihres Lebens so gedemütigt zu werden. Ein ähnlicher Prozess startete nun vor dem Landgericht: Eine 40-Jährige wirft ihrem Ehemann aus der Nähe von Münster vor, sie im Eigenheim vergewaltigt zu haben

Der Fall wurde vor dem Amtsgericht in Warendorf verhandelt.

Der Staatsanwalt bezog das Geständnis des 45-jährigen Warendorfers in seine Forderungen mit ein: Er fand es maßgeblich, dass das Opfer von den Geschehnissen vor Gericht nicht berichten mussten. Deshalb plädierte er nicht für eine Haftstrafe. Die Anwältin der Geschädigten schloss sich dem Antrag des Staatsanwaltes an. Ihre Mandantin wolle keine Rache, sagte sie. 

Mann aus Warendorf muss nicht ins Gefängnis – Bewährungsstrafe 

Der Richter verhängte eine zweijährige Bewährungsstrafe. Für den Mann aus Warendorf wird eine Geldstrafe von 3600 Euro fällig. Außerdem muss er eine Beratung für seinen Alkoholkonsum in Anspruch nehmen. 

Solche Vorfälle sind auch im Münsterland keine Seltenheit, regelmäßig berichtet die Polizei über sexuelle Belästigungen – meist in Form von Exhibitionismus. Neulich jedoch konnte eine junge Frau sich nur knapp befreien: Ein Mann in Neuenkirchen attackiert die 20-Jährige, riss sie zu Boden und hielt ihr den Mund zu. Die Polizei geht von einer versuchten Sexualstraftat aus. Erst Ende Oktober wurde ein ähnlicher Fall aus dem Kreis Warendorf verhandelt. Auch hier soll ein Mann seine von ihm getrennt lebende Ehefrau vergewaltigt haben – auch er bekam keine Gefängnisstrafe

Wegen Besitzes von Kinderpornografie musste sich ein 18-Jähriger verantworten: Das Verfahren in Warendorf wurde gegen ihn jedoch eingestellt.

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