Erkrankungen im Kreis Warendorf

Gefährliche Keime im Kreis Warendorf: Kleinkinder mit EHEC infiziert

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Im Kreis Warendorf wurden zwei weitere Fälle von EHEC-bestätigt. (Symbolbild)

Neue Fälle von EHEC im Kreis Warendorf – dies bestätigte die Kreisverwaltung. Die Krankheit wird von Tieren auf den Mensch übertragen – und kann schlimme Folgen haben.

Warendorf – Den meisten Menschen ist "Enterohämorrhagische Escherichia coli" wahrscheinlich unter dem Namen EHEC bekannt. Die Erkrankung wird durch Bakterien übertragen und kann bei Menschen zu ernsthaften Komplikationen führen. Im Kreis Warendorf kam es nun zu weiteren Ansteckungen mit der Krankheit.

Fälle von EHEC: Kreis Warendorf bestätigt neue Fälle

Zwei Kleinkinder haben sich kürzlich an verschiedenen Orten mit EHEC angesteckt. Dies bestätigte Thomas Fromme, Behördensprecher der Kreisverwaltung in Warendorf, auf Nachfrage von msl24.de. In welcher Stadt die Krankheitsfälle auftraten, konnte Fromme nicht sagen – aus Datenschutzgründen. Auch zum Geschlecht der Erkrankten könne Fromme aus demselben Grund keine Angaben machen. 

Wie sich die Betroffenen mit EHEC angesteckt haben, könne man nicht mehr genau nachvollziehen. Es habe jedenfalls keine Lebensgefahr bestanden. Die Kinder wurden stationär versorgt und befinden sich auf dem Weg der Besserung. 

EHEC-Erkrankungen im Kreis Warendorf: Besteht ein Risiko?

Bisher seien im Jahr 2019 bisher sechs Fälle von EHEC im Kreis-Gesundheitsamt gemeldet worden. In den vergangenen Jahren waren es im Schnitt 20 Erkrankungen im Jahr. Doch trotz der beiden neuen Fälle von EHEC gebe es für die Einwohner im Kreis Warendorf keinen Grund für Panik: "Die Ermittlungen des Gesundheitsamtes erbrachten bis jetzt keine Hinweise auf ein epidemisches Geschehen oder ein entsprechendes Risiko", heißt es in der Pressemitteilung der Kreisverwaltung.

Erst vergangenes Jahr tauchten im Münsterland immer wieder Fälle einer anderen ansteckenden Krankheit auf, die schon aus ausgerottet galt: Mehrere Menschen im Münsterland steckten sich mit Krätze an – auch im Kreis Warendorf. Die Hauterkrankung führt zu starkem Juckreiz und wird von Milben verursacht.

EHEC im Kreis Warendorf: Das sollten Sie über den Krankheitserreger wissen

Die EHEC-Bakterien finden sich im Darm von Wiederkäuern, zum Beispiel Rindern, Schafen, Ziegen oder Wildtieren wie Rehen oder Hirschen. Dort können sie Giftstoffe produzieren, "Shigatoxine" genannt. Für die Tiere selbst sind sie meist unbedenklich – doch im menschlichen Körper können sie zu ernsthaften Problemen führen. Die Bakterien gelangen über den tierischen Dung auf Nahrungsmittel. Aber auch der direkte Kontakt mit Tieren, zum Beispiel im Streichelzoo, kann zu Ansteckungen führen.

Meist drei bis vier Tage nach der Ansteckung bricht die Krankheit aus. Manchmal kann es aber auch bis zu zehn Tage dauern, bis die ersten Symptome auftreten – oder sie tauchen gar nicht auf, trotz Erkrankung. Die Keime werden dann über den Stuhlgang ausgeschieden. Das kann wenige Tage oder auch mehrere Wochen dauern. Während dieser Zeit besteht Ansteckungsgefahr. Diese Symptome haben die Krankheitserreger zur Folge:

  • wässrige Durchfälle
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • selten Fieber

Schwere Folgen: Komplikationen bei einer EHEC-Erkrankung wie in Warendorf

Bei einer EHEC-Erkrankung kann es jedoch zu Komplikationen kommen: Das "hämolytisch-urämische Syndrom" (HUS) ist vor allem für Kinder gefährlich, denn dabei kommt es "zu Blutgerinnungsstörungen und zu einer Zerstörung von roten Blutkörperchen", wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) berichtet.

Auch die Nieren können Schäden davon tragen. Betroffene müssen dann vorübergehend eine Dialysebehandlung bekommen. Ebenso können Krampfanfälle und, in Einzelfällen, bleibende Nierenschäden die Folge sein. Einzelne Patienten verstarben nach einer EHEC-Erkrankung mit HUS. Besonders Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit schwacher Immunabwehr sind gefährdet.

EHEC-Bakterien können auch über rohe Sprossen verbreitet werden.

EHEC im Kreis Warendorf: So schützen Sie sich vor dem Krankheitserreger

Wenn erste Symptome auftreten, sollten Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen – insbesondere Menschen aus den genannten Risikogruppen. Außerdem sollten Sie wegen des Durchfalls viel trinken und leicht verdauliche Kost sowie genügend Salz zu sich nehmen. Es wird zudem geraten, dass sich Erkrankte isoliert von anderen Menschen aufhalten und wenn möglich eine eigene Toilette benutzen. 

Um sich und andere vor dem gefährlichen EHEC-Erreger zu schützen, ist Folgendes zu beachten

  • gründliches Händewaschen – besonders nach Toilettengängen oder vor der Speisenzubereitung
  • bei Kontakt mit Tieren: Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder ihre Hände waschen bevor sie essen oder sich die Finger in den Mund stecken
  • Rohmilch (nicht pasteurisierte Milch) vor dem Verzehr abkochen
  • rohes Fleisch im Kühlschrank aufbewahren
  • rohes Gemüse und Obst vor dem Verzehr gründlich waschen
  • Sprossen immer gründlich waschen, kühl aufbewahren und vor Verzehr ausreichend erhitzen
  • Küchenutensilien nach der Verarbeitung von rohem Fleisch und Sprossen gründlich spülen
  • Menschen in der Risikogruppe sollten auf rohes Fleisch, Rohmilchprodukte und Sprossen verzichten

Auch eine andere, gefährliche Krankheit tauchte in einem benachbarten Kreis auf: Ein Familienvater aus Bocholt im Kreis Borken steckte sich mit Masern an. Der Kreis warnte damals die Schulen in der Heimatstadt des Erkrankten, da dessen Kinder ebenfalls infiziert waren.

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