Prozess in Warendorf

Eigene Stieftochter missbraucht: Bewährungsstrafe für 58-Jährigen

Wegen des Missbrauchs an seiner Stieftochter wurde ein 58-Jaehriger verurteilt. (Symbolbild)
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Wegen des Missbrauchs an seiner Stieftochter wurde ein 58-Jähriger verurteilt. (Symbolbild)

Zwei Jahre lang soll er seine eigene Stieftochter sexuell missbraucht haben. Die Taten bestritt der Angeklagte vor dem Gericht. Jetzt wurde er verurteilt.

  • Ein 58-Jähriger soll seine Stieftochter missbraucht haben.
  • Am Amtsgericht Warendorf kam es zum Prozess.
  • Der Mann bestritt die Taten.

Sassenberg/Warendorf – "Gemacht habe ich das nicht": Der 58-Jährige mittlerweile in Alverskirchen lebende Angeklagte bestritt die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Zwischen Mai 2011 und April 2013 soll er seine damals 14 Jahre alte Stieftochter sexuell missbraucht haben. 

Der Büro-Informations-Elektroniker soll das Mädchen unter der Bettdecke, aber oberhalb der Unterwäsche, berührt haben, während diese schlief, hieß es in der Anklageschrift. Durch die Berührungen sei die Stieftochter wach geworden und habe feuchte Lippen wie nach einem Kuss bei sich festgestellt, berichtet die WN vom Prozess am Amtsgericht Warendorf.

Prozess in Warendorf: Angeklagter konnte Berührungen nicht ausschließen

Der Beschuldigte gab an, lediglich nach dem Kind geschaut zu haben, da es oft mit dem Handy in der Hand eingeschlafen sei und dieses unter der Bettdecke in der Wohnung in Sassenberg (Kreis Warendorf) habe greifen wollen. Er könne nicht ausschließen, dass es dabei zu Berührungen gekommen sei, so der 58-Jährige. 

Die Geschädigte aus dem Kreis Warendorf erzählte ihren leiblichen Eltern von den Vorfällen zunächst nicht. Erst nachdem sie an ihrem Arbeitsplatz sexuell belästigt wurde, seien die Erinnerungen von damals wieder hochgekommen. Im vergangenen Sommer habe sie sich dann ihren Eltern anvertraut. 

Warendorf: 58-Jähriger zu Bewährungsstrafe verurteilt

Der Bruder der heute 20-Jährigen sagte ebenfalls vor dem Amtsgericht Warendorf aus. Er gab an, Veränderungen bei seiner Schwester bemerkt zu haben. Sie habe keine Beziehungen zu Männern aufbauen können. Bei Besuchen habe er beobachtet, wie der Stiefvater sich an das Mädchen angekuschelt habe.

Die Staatsanwaltschaft stufte die Aussagen der jungen Frau, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Zeugenstand saß, als glaubwürdig ein. Auch der Vorsitzende Richter war sich sicher, dass die am Amtsgericht Warendorf dargestellten Taten so stattgefunden haben. Der 58-Jährige wurde daher zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem muss er 3000 Euro an die Beratungsstelle "Frauen helfen Frauen" zahlen, die sich für Frauen in Not einsetzt.

Ein anderer Missbrauchsfall wird am Landgericht Münster behandelt: Ein Paar aus Lüdinghausen soll sich an der leiblichen Tochter der Angeklagten vergangen haben. Diese bestreiten die Taten jedoch. Schockierend waren hingegen die Details, die bei diesem Prozess ans Tageslicht kamen. Ein 43-Jähriger aus dem Kreis Steinfurt soll seine Tochter mehrmals missbraucht haben. Zum Teil soll er perverse Praktiken angewandt haben.

Erneut wurde ein schlimmer Missbrauchsfall aufgedeckt: In einer Gartenlaube in Münster wurden drei Kinder jahrelang missbraucht. Die Taten wurden teilweise gefilmt.

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