Staatsanwaltschaft ermittelt

Hunde gequält? Schwere Vorwürfe gegen Sicherheitsfirma

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Auf einem Bundeswehr-Gelände bei Warendorf sollen Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma Wachhunde gequält haben. (Symbolbild)

In Milte bei Warendorf sollen Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma wiederholt Wachhunde gequält haben. Das Personal habe die Tiere mit Strom und Schlägen gefügig gemacht. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Warendorf – Auf der Funkempfangsstelle der Bundeswehr in Milte soll es in mehreren Fällen zu Tierquälerei gekommen sein. Auf dem militärischen Gelände ist eine private Sicherheitsfirma mit Firmensitz in Norddeutschland beschäftigt, die das Areal bei Warendorf mit Wachhunden sichert – und diese sollen von Angestellten immer wieder gequält worden sein.

Diesen Vorwurf erhob ein ehemaliger Mitarbeiter (28) der Sicherheitsfirma, wie der WDR berichtet. Demnach sollen die eingesetzten Schäferhunde in Warendorf mit Schlägen zum Gehorsam gebracht worden sein. "Ich werfe der Sicherheitsfirma Unprofessionalität und Tierquälerei vor", wird der 28-Jährige zitiert, der einige Monate bei dem Unternehmen beschäftigt gewesen sei.

Warendorf: Wurden illegale Stromhalsbänder eingesetzt?

Außerdem soll die Sicherheitsfirma Stromhalsbänder eingesetzt haben: Mit den sogenannten "Telereizgeräten" können Stromschläge an das Tier abgegeben werden. Die Halsbänder sollen auf dem Gelände bei Warendorf von den Mitarbeitern an den Hunden eingesetzt worden sein – obwohl dies laut Tierschutzgesetz § 3, Abschnitt 11 illegal ist.

Weil der ehemalige Mitarbeiter auf dem Areal bei Warendorf sich weigerte, diese Stromhalsbänder an den Tieren einzusetzen, sei er entlassen worden, wie der den WN gegenüber berichtet: "Weil ich nicht bereit war, daran mitzuwirken und nicht nach deren Pfeife getanzt habe, konnte ich gehen", äußerte er sich über seinen ehemaligen Arbeitgeber.

Mit Dachlatte verprügelt und mit Messer geschnitten: Tierquälerei bei Warendorf?

Der 28-Jährige berichtet außerdem vom Umgang mit einem sogenannten "Problemhund", der wiederholt gebissen und sich dann nach einer Beißattacke festgebissen habe: Dieser sei vom Einsatzleiter auf dem Areal bei Warendorf an einen Baum gekettet und mit einer Dachlatte verprügelt worden. Weitere Zeugen hätten gemeldet, dass Schäferhunde an ihren Halsbändern aufgehängt und zusammengetreten worden seien. Die Tiere hätten danach nicht mehr laufen können. Dies bestätigte der 28-Jährige gegenüber den WN.

Einem anderen Hund auf dem Gelände in Warendorf habe man mit einem Cuttermesser in die Pfote geschnitten – wohl, um dessen Teilnahme an einer Diensthundeprüfung zu verhindern. Daraufhin sei durch Hundeführer bei einer Veterinärin der Bundeswehr dieser Vorfall gemeldet worden. Das Tier, dem die Schnittverletzung zugefügt worden sein soll, sei untersucht worden. Außerdem wurde der Ausbildungsstand der Wachhunde sowie die Unterbringung überprüft.

Auf diesem Gelände zwischen Milte und Warendorf sollen mehrere Wachhunde gequält worden sein.

Warendorf: Peta erstattet Anzeige, Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Tierschutzorganisation PETA erfuhr von dem Vorfall und erstatteten Anzeige gegen die Sicherheitsfirma, die nicht nur im Kreis Warendorf tätig ist. Die Staatsanwaltschaft Münster hat die Ermittlungen aufgenommen. Doch derzeit können keine genaueren Angaben zum aktuellen Ermittlungsstand gegeben werden.

"Ich kann nur sagen, dass die Anzeige von PETA im April einging und die Ermittlungen laufen", sagte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt auf Nachfrage von msl24.de. Auch die Untersuchungsergebnisse durch den Sanitätsdienst der Bundeswehr werden noch nicht veröffentlicht, da die Ermittlungen im Kreis Warendorf noch andauern.

Im Kreis kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Verstößen gegen das Tierschutzgesetz: Wiederholt wurden Stuten in und bei Warendorf Opfer von Misshandlungen. Erst kürzlich setze PETA nach einem Vorfall bei Warendorf und Freckenhorst für Hinweise sogar eine Belohnnung von 300 Euro aus

Die Tierschutzorganisation PETA sorgte außerdem mit dieser Aktion für Aufsehen: Ein knusprig gegrillter Hund – diesen Anblick bekamen Passanten in der Innenstadt von Münster zu sehen. Erfahren Sie, was es damit auf sich hat.

Außerdem schockierte vor Kurzem dieser Fall aus dem Kreis Borken: Auf einem Hof in Rhede soll ein Kutscher auf in Pferd eingeprügelt haben – so lange, bis sich das Tier nicht mehr rührte. Die Polizei ermittelt.

Aktuell wird jedoch auch gefeiert in der Kreisstadt – und das sogar doppelt: Dieses Jahr fallen in Warendorf die Maiwoche und der Westfälische Hansetag auf dasselbe Wochenende. Auch in einem anderen Kreis kam es zur Tierquälerei: Ein Unbekannter hat vermutlich zwei Pferde in Borken vergiftet. Die Polizei sucht Zeugen.

Tierquälerei im Kreis: Borken: Ein Unbekannter hat vermutlich zwei Pferde in Borken vergiftet. Die Polizei sucht Zeugen. Die Polizei sucht Zeugen.

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