Wieder Vorfall in Warendorf

"Warum seid IHR so respektlos?" Polizei reagiert auf erneute Pöbelattacke

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In Warendorf behinderte erneut eine Gruppe junger Männer einen Polizeieinsatz (Symbolbild).

In massiver Weise gestört und bedrängt wurden Polizisten, als sie am Kinder- und Jugendzentrum HOT in Warendorf gegen einen 20-jährigen Einbrecher ermittelten. Der Tatverdächtige landete daraufhin im Gewahrsam. Doch nur einen Tag später trafen die Beamten die aggressive Gruppe bei einem anderen Einsatz wieder – und mussten am Ende nach Verstärkung rufen.

  • Polizisten zweimal von Gruppe belästigt 
  • Zehn Personen festgenommen
  • Polizei Warendorf äußert sich zu Vorfällen

Update: 19. Juli. 17.56 Uhr. Nach der mittlerweile zweiten Pöbelattacke einer Gruppe junger Männer wendet sich die Polizei Warendorf nun mit deutlichen Worten an die Störenfriede: In einem Post in den sozialen Medien konfrontiert die Polizei die aggressiven Jugendlichen und jungen Männer mit ihrem Verhalten. 

Sie hätten den Einsatz wiederholt gestört, die Polizisten aus Warendorf angerempelt und ihnen sogar Beinchen gestellt und Anweisungen ignoriert. "IHR habt die Kollegen lautstark angeschrien, beleidigt und kamt ihnen in bedrohlicher Art näher", heißt es weiter. Dabei seien die Beamten doch genau für sie wie für alle anderen Menschen da, schließen sie ihrem Post: 

"Wir sind für alle Bürgerinnen und Bürger zu jeder Tages- und Nachtzeit an jedem Tag im Jahr da", schreibt die Polizei Warendorf in ihrem Post bei Facebook, und fragt deswegen die Gruppe: "Also, warum verhaltet IHR euch so?"

In den vergangenen zwei Tagen waren Polizisten aus Warendorf von mehreren Jugendlichen und jungen Männern bei Einsätzen gestört worden. Sie wollten in zwei Fällen die Ermittlung gegen einen 20-Jährigen und einen 17-Jährigen verhindern, wie in der nachfolgenden Berichterstattung nachzulesen ist.

Aggressive Gruppe pöbelt erneut gegen Polizisten in Warendorf

Update: 19. Juli. Nach den Vorfällen am HOT störte erneut eine Gruppe junger Menschen (16 bis 20) auf massive Weise einen Polizeieinsatz in Warendorf. Die Beamten kamen am Donnerstag (18. Juli) wegen eines Diebstahls zu der Skateranlage am Breulweg: Dort soll ein 17-Jähriger das Fahrrad eines Mädchens gestohlen haben.

Als die Polizisten dort ankamen, trafen sie den Tatverdächtigen und vier weitere Personen an. Die Beamten nahmen die Personalien des 17-Jährigen auf, ebenso die seiner Freunde – sie hatten die Anlage mit Getränkedosen verschmutzt. Es handelte sich dabei um einen 12-Jährigen, eine 17-Jährige und zwei männliche 17-Jährige, allesamt aus Warendorf.

Vor Ort stellte sich heraus, dass der Vorwurf des Fahrraddiebstahls gegen den Verdächtigen stimmte: Er gab an, es sei sein Fahrrad – doch das bestohlene Mädchen und ihre Mutter identifizierten es als ihr Eigentum. Während der Ermittlung tauchte jedoch plötzlich eine Gruppe junger Männer an der Skateranlage in Warendorf auf: Sie schrien die Polizisten an und drängten sich zwischen die Überprüften und die Beamten. 

Die Polizisten aus Warendorf erteilten den Mitgliedern der Gruppe daraufhin einen Platzverweis für den Emspark. Zudem forderten sie die Randalierer auf, einen Mindestabstand einzuhalten und drohten bei einer Missachtung mit dem Einsatz von Pfefferspray. Dabei stellten die Polizisten fest: Einige der Gruppenmitglieder hatten bereits einen Tag zuvor den Einsatz am HOT gestört.

Doch die Gruppe hielt sich nur kurz fern: Schon bald traten sie erneut zu den überprüften Jugendlichen, worauf sie einen weiteren Platzverweis erhielten. Der 17-jährige Fahrraddieb begann daraufhin plötzlich, eine der Polizistinnen zu beschimpfen und spuckte ihr vor die Füße. Da er sich danach weiterhin aggressiv verhielt und die Störenfriede nicht locker ließen, forderten die Polizisten aus Warendorf Verstärkung an.

"Mit verstärkten Kräften nahmen die Beamten alle Betroffen zur Durchsetzung - des erneut für den Bereich Emspark und Skateranlage einschließlich der Nacht - ausgesprochenen Platzverweises und zur Identitätsfeststellung in Gewahrsam", schreibt die Polizei Warendorf in einem Bericht. Nur den 12-Jährigen entließen die Beamten. Mit der 17-Jährigen und acht Warendorfern im Alter von 16 bis 20 Jahren machten sich die Beamten auf den Weg zur Polizeiwache in Ahlen. 

Als sie auf Höhe der Einmündung Kardinal-von-Galen-Straße/Im Grünen Grund waren, wurden die Streifenwagen von einem 20-Jährigen entdeckt, der daraufhin mit einem Beutel auf die Windschutzscheibe eines der Autos schlug. Es handelte sich dabei um den 20-Jährigen, gegen den nur einen Tag zuvor wegen Einbruchs Ermittlungen eingeleitet worden waren – und wegen dem einige der nun festgenommenen Warendorfer am HOT randaliert hatten. Er war kurz zuvor aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. 

Weil er sich weiter aggressiv verhielt, nahm die Polizei aus Warendorf auch ihn in Gewahrsam und nahm in mit zur Wache. Dort wurden später die minderjährigen Festgenommenen von ihren Erziehungsberechtigten abgeholt. Die anderen verblieben zur Durchsetzung des Platzverweises über Nacht in der Arrestzelle. "Der 20-Jährige wurde aufgrund einer Erkrankung in eine Fachklinik eingewiesen" berichtet die Polizei weiter. 

Warendorf: Polizisten besprühen "respektlose junge Menschen" mit Reizstoff

Erstmeldung: 18. Juli. Warendorf – Am Mittwoch (17. Juli) waren Unbekannte in ein Mehrfamilienhaus am Sperlingsweg eingebrochen. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf und schaute sich am Tatort um. Dabei fanden die Beamten einen Hinweis auf den mutmaßlichen Täter.

Die Polizei ging den Indizien nach und suchte den Verdächtigen. Am Kinder- und Jugendzentrum "Haus der offenen Tür" (HOT) in Warendorf konnten sie ihn schließlich ausfindig machen. Er hielt sich dort mit einer Gruppe junger Leute auf.

Junge Menschen hindern Polizei in Warendorf an der Arbeit

Die Polizisten aus Warendorf durchsuchten den Tatverdächtigen und stießen dabei auf einen Schlüssel, der zu dem ausgeraubten Haus gehört. Daraufhin nahmen die Beamten den 20-Jährigen fest. Als sie ihn jedoch zum Streifenwagen bringen wollten, rannte er davon. Die Einsatzkräfte wollten die Verfolgung aufnehmen – doch die Freundesgruppe des jungen Mannes stellte sich ihnen in den Weg: "Respektlose junge Menschen störten den Polizeieinsatz", formuliert es die Polizei

Die Jugendlichen rempelten die Polizeibeamten an und stellten ihnen sogar Beinchen, um die Verfolgung zu verhindern, berichtet die Polizei Warendorf. Kurz vor der Dreibrückenstraße bekamen die Beamten den flüchtigen Verdächtigen aber zu fassen. Doch dieser wehrte sich gegen die Festnahme: Er trat nach den Polizisten. 

Beamte setzen Pfefferspray bei Einsatz in Warendorf ein

Zudem versuchte er, "durch Sperren sowie Aufbäumen das Anlegen der Handfesseln und den Transport in den Streifenwagen zu verhindern", heißt es in dem Bericht weiter. Während die Polizisten in Warendorf den Tatverdächtigen abführen wollten, wurden sie von der Gruppe weiter bedrängt. 

Die Männer im Alter von 18 bis 22 Jahren beleidigten die Polizisten aus Warendorf und schrien sie an. Die Beamten forderte die Gruppe auf, Abstand zu halten. Als sie der Anweisung nicht nachkamen, setzten die Beamten Pfefferspray zur Abschreckung ein. Bei der Abfahrt bespuckten die Randalierer den Streifenwagen.

Diebesgut bei Verdächtigem in Warendorf gefunden

Der 20-jährige Verdächtige wurde auf der Polizeiwache in Warendorf in Gewahrsam genommen. Nach einer intensiven Durchsuchung fanden die Polizisten Gegenstände, die aus dem Haus am Sperlingsweg gestohlen worden waren. Der mutmaßliche Täter verbleibt für die Dauer der Ermittlungen in Gewahrsam. Gegen die Gruppe leitete die Polizei Ermittlungsverfahren ein – wegen Beleidigung und versuchter Gefangenenbefreiung.

Erst kürzlich mussten die Beamten auf einen Angriff reagieren, als sich ein Betrunkener in Warendorf einen Kampf mit der Polizei liefern wollte. Er schlug, trat und spukte. Ähnlich absurd verhielt sich diese Frau: Weil die betrunkene Fahrerin den Uniformierten in Warendorf entkommen wollte, versteckt sie sich im Gebüsch – allerdings ohne Erfolg. Zudem nahmen die Polizisten einen Mann fest: Das SEK hatte ein Mehrfamilienhaus in Warendorf gestürmt und damit eine laute Explosion verursacht, welche die Nachbarn aufschreckte. 

Ebenfalls ausfällig wurde in Warendorf eine 16-Jährige: Sie randalierte in der Innenstadt und verletzte später einen Polizisten. 

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