Regel-Chaos verunsichert Menschen

Coronavirus-Warnstufe rot: Warum sie nur in wenigen NRW-Städten gilt

NRW ist ein Flickenteppich der Coronavirus-Regeln. Für manche Städte greifen härtere Maßnahmen als für andere. Das verwirrt selbst die Landesregierung.

Dortmund - wir erinnern uns gut: Wie schon im Frühjahr 2020 jagt auch aktuell wieder eine Neuerung der Corona-Regeln die nächste. Viele Menschen in NRW sind verunsichert, was wann wo gilt. Denn Deutschland und selbst die einzelnen Bundesländer gleichen einem Flickenteppich der Verordnungen. Wie RUHR24.de* berichtet, scheint dieser inzwischen so bunt zu sein, dass selbst die Landesregierung nicht mehr durchzublicken scheint.

VirusCoronavirus/SARS-CoV-2
ErkrankungCOVID-19
ÜbertragungTröpfcheninfektion

NRW zeigt Warnstufe Rot: Verwirrung um Corona-Regeln

Drei Corona-Warnstufen soll es in NRW geben. Von gelb über orange bis hin zu rot, basierend auf den Werten der 7-Tages-Inzidenz. Je nach Gefährdungsstufe sollen unterschiedliche Regeln gelten*: von einer maximalen Personenzahl bei Feiern bis hin zur Sperrstunde. So twitterte es die Landesregierung NRW am 16. Oktober.

„Mit einer klaren Regelung bei steigenden Infektionszahlen“ sollte den Menschen in NRW Sicherheit suggeriert werden: Die Regierung hat die Lage im Griff, es gibt einen genauen Schlachtplan.

So gilt die erste Stufe für Regionen mit einem Inzidenzwert von mehr als 35. Die zweite Stufe gilt für alle Regionen mit einem Wert über 50. Außerdem gilt für alle, die länger als 10 Tage bei einem hohen Wert von über 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnern bleiben die dunkelrote Warnstufe. Dann werden die bereits bestehenden Regeln noch einmal verschärft und es sollen zusätzliche Schutzmaßnahmen greifen.

NRW: Warnstufe Rot gilt nach einer Frist von 10 Tagen nicht überall

Doch genau diese dunkelrote Warnstufe soll es nach einem Bericht der dpa, die sich auf eine Sprecherin der Landesregierung bezieht, gar nicht in ganz NRW geben.

Klar ist jedenfalls, dass eine solche Vorschrift nicht in die aktualisierte Coronaschutzverordnung aufgenommen wurde. In der Verordnung heißt es lediglich, dass bei fortschreitendem Infektionsgeschehen weitere Schutzmaßnahmen angeordnet werden sollen. In Abstimmung mit den zuständigen Aufsichtsbehörden. Eine Frist, wann diese zusätzlichen Maßnahmen angeordnet werden müssen, gibt es allerdings nicht.

Die NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf ist jetzt auch Corona-Risikogebiet

Allerdings: Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte eine 10-Tages-Frist, wie sie in dem Tweet der Landesregierung NRW genannt wird, bei einem Treffen mit einigen Oberbürgermeistern und Bürgermeistern vereinbart. Doch nur die elf Städte, die an dieser Vereinbarung beteiligt sind, sind an die Frist auch gebunden. Dazu gehören in NRW Dortmund, Essen, Köln und Düsseldorf (mehr Nachrichten aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24.de*).

NRW: Corona-Regeln bleiben auch im Ruhrgebiet uneinheitlich

Und so wird der Flickenteppich immer wilder. Während sich die Menschen in Dortmund nun nach 10 Tagen bei einem Inzidenzwert von über 50 auf schärfere Maßnahmen einstellen müssen, kann es passieren, dass sich in der Nachbarstadt Bochum auch nach 20 Tagen mit 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner nichts ändert. Bürger sollten also wachsam bleiben, welche regeln wo gelten.

Inzwischen wurde die zusätzliche Warnstufe drei auf der Homepage der Landesregierung NRW in dem Schaubild zu den Corona-Hotspots wieder gelöscht. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Oliver Auster/dpa

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