Lockdown in Deutschland

Coronavirus: Impfstart in NRW terminiert – Armin Laschet mit dringlichem Appell

Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann äußerten sich zum Corona-Impfplan in NRW. Ein Starttermin steht fest. 

Düsseldorf – Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) haben am Donnerstag (17. Dezember) den Starttermin für die Impfung gegen das Coronavirus* in NRW bekannt gegeben. Sie sprachen von einer großen logistischen Herausforderung. Am Sonntag, dem 27. Dezember, soll es nach aktuellem Stand losgehen.  

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Einwohner17,93 Millionen (2019)
Ministerpräsident Armin Laschet (CDU)

Coronavirus in NRW: Deutschland im Lockdown – wie entwickeln sich die Fallzahlen?

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland bleibt auch einen Tag nach Inkrafttreten des zweiten harten Coronavirus-Lockdowns hoch und das trotz strengerer Coronavirus-Regeln*. Am Donnerstag (17. Dezember) meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 30.400 neue Corona-Fälle. Der Wert von zunächst 26.923 wurde nachträglich nach oben korrigiert. Vor einer Woche waren es noch etwa 300 Erkrankte weniger (23.679). Die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 stehen, liegt bei 698. Am Vortag war bereits ein neuer Höchststand erreicht worden (952).

Die Corona-Neuinfektionen in NRW steigen ebenfalls weiter an. Das RKI hat innerhalb eines Tages 6.003 neue Fälle registriert. Vor sieben Tagen waren es noch deutlich weniger. Der Wert lag am vergangenen Donnerstag (10. Dezember) bei 3.691. In den vergangenen 24 Stunden sind in Nordrhein-Westfalen 141 Personen mit oder an dem Coronavirus verstorben. Die Zahl der Todesfälle stieg damit von 4.927 auf 5.000.

Coronavirus in NRW: Armin Laschet und Karl-Josef-Laumann beraten über Corona-Impfung

In Großbritannien und den USA werden die Menschen bereits gegen das Coronavirus geimpft. In Deutschland haben sich Kanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geeinigt, auf eine ordentliche Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech zu warten, um Vertrauen in der Bevölkerung zu schaffen. Am 27. Dezember soll es dann endlich losgehen, vorausgesetzt die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und die Europäische Kommission geben ihr „OK“ für eine ordentliche Zulassung.

Auch in NRW kann die Impfung gegen das Coronavirus dann sofort beginnen. Das Impfzentrum in Münster ist auf den Start vorbereitet, wie msl24.de berichtet. In Gütersloh sprach sich die AfD zwar gegen den Corona-Impfstart aus, doch auch hier könne man nach eigenen Angaben mit der Verabreichung des Serums beginnen. Während die NRW-Landesregierung am Donnerstag bei einem Spitzengespräch mit Kommunen und Ärzteverbänden über den Fahrplan der Corona-Impfungen beriet, hat Angela Merkel Prof. Şahin und Dr. Türeci von der Biontech Group zur erfolgreichen Impfstoff-Entwicklung gratuliert und sich für ihr Engagement bedankt.

Biontech-Gründer Ugur Sahin (rechts) und seine Frau Özlem Türeci bekamen von der Financial Times die Auszeichnung als „Menschen des Jahres“ verliehen.

Coronavirus in NRW: Impfung soll am 27. Dezember starten – 50.000 Impfdosen erwartet

Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann haben am Donnerstagmittag (17. Dezember) um 12 Uhr über die Vorbereitungen bezüglich der bevorstehenden Corona-Impfung in NRW informiert. Am 27. Dezember soll der Prozess in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland beginnen. 50.000 Impfdosen sollen schon in der kommenden Woche ihren Weg nach Nordrhein-Westfalen finden.

Mit dieser Menge könne man in NRW 25.000 Menschen das Serum, das gegen das Coronavirus schützen soll, verabreichen. Nach drei Wochen müsse dann eine zweite Impfung erfolgen. Bewohner und Mitarbeiter in Pflegeheimen sollen zuerst geimpft werden. Auch Risikogruppen und Menschen über 80 Jahre stehen ganz weit oben auf der Liste.

Coronavirus in NRW: Inzidenzwert über 200 – Mehrere Städte und Kreise betroffen

Der Gesundheitsminister äußerte sich im Zuge des Corona-Impfplans auch zu den aktuellen Fallzahlen in NRW. Der Inzidenzwert am Donnerstag (17. Dezember) liegt bei 176,5. Im Vergleich zum Vortag verzeichnete Laumann einen leichten Anstieg (172,5). In Nordrhein-Westfalen gibt es aktuell eine ganze Reihe von Kreisen und Städten, die eine Inzidenz von 200 überschreiten.

Die Stadt Solingen liegt mit einem Inzidenzwert von 272,5 auf Platz 1. Insgesamt 16 weitere Orte in NRW überschreiten derzeit die kritische 200er-Marke: Darunter fallen auch einige Orte im Ruhrgebiet und in Ostwestfalen-Lippe*. Die betroffenen Corona-Risikogebiete sind in der nachfolgenden Liste enthalten.

  • Solingen: 272,5
  • Recklinghausen: 271,8
  • Lippe: 249,8
  • Minden-Lübbecke: 241,6
  • Gelsenkirchen: 240,3
  • Herne: 230,7
  • Bottrop: 230,5
  • Düren: 229,0
  • Hamm: 224,0
  • Duisburg: 220,8
  • Gütersloh*: 216,5
  • Oberbergischer Kreis: 214,3
  • Wuppertal: 213,7
  • Bonn: 206,0
  • Oberhausen: 205,4
  • Bielefeld*: 205,3
  • Remscheid: 204,8

Die strengen Schutzmaßnahmen, die zum Teil bereits Ende November in Kraft traten, haben noch nicht die erhoffte Wirkung erzielt. Trotz des zweiten harten Corona-Lockdowns haben jedoch einige Geschäfte in NRW für Kunden geöffnet – auf owl24.de* finden Sie eine Übersicht der betreffenden Läden.

Coronavirus in NRW: Laschet und Regierungschefs der Nachbarländer mit klarer Video-Botschaft

Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Krise haben sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und die Regierungschefs von Belgien und den Niederlanden per Video-Botschaft an die jeweilige Bevölkerung gerichtet. Sie appellieren an die Menschen, die Grenzen nur noch für notwendige Reisen zu überqueren.

Die Botschaft, die am Donnerstag (17. Dezember) unter anderem auf Facebook und Twitter veröffentlicht wurde, steht in vier Sprachen zu Verfügung. Unter dem Motto: „Bleib‘ zu Hause - Restez chez soi - Stay at home - Blijf Thuis!“, fordern sie die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, die Kontaktbeschränkungen ernst zu nehmen und umzusetzen, solange das Virus SARS-CoV-2 nicht unter Kontrolle ist.

Damit die Coronavirus-Pandemie in Deutschland schnell beendet werden könne, müssten sich laut Experten rund 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung impfen lassen. In dem aktuellen Newsticker zum Coronavirus in NRW halten wir Sie auf dem Laufenden. Ergänzung: Am 21. Dezember wurde der Impfstoff von Biontech und Pfizer in der EU zugelassen. Mehr dazu erfahren Sie im Newsticker zur Impfstoff-Lage in NRW. (*Owl24.de und msl24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © POOL / AFP / Marius Becker / Graeme Robertson (Fotomontage: Owl24.de)

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