Corona-Pandemie

Uniklinik veröffentlicht Studie: Todesursache der meisten Corona-Infizierten geklärt

Häufig wird in der Diskussion um die Corona-Pandemie betont, die meisten Menschen seien mit und nicht an dem Virus gestorben. Nun könnte eine Uniklinik-Studie der Debatte ein trauriges Ende setzen.

  • Der Corona*-Lockdown wird in Deutschland verlängert.
  • Um die Ausbreitung neuer Corona-Varianten in Deutschland zu verhindern, werden Grenzkontrollen eingeführt.
  • Michael Kretschmer (CDU) und SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach machen keine Hoffnung auf Osterurlaub.

Update vom Mittwoch, 17.02.2021, 06.30 Uhr: Einer Untersuchung des Universitätsklinikums Augsburg zufolge ist die Mehrheit der dortigen Corona-Toten der zweiten Pandemiewelle an und nicht bloß mit Covid-19 gestorben. „Die meisten könnten noch leben, wenn sie sich nicht mit dem Coronavirus infiziert hätten“, sagte Bruno Märkl der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwoch). Märkl ist der Direktor des Instituts für Pathologie und Molekulare Diagnostik an der Klinik. Dort habe man bisher rund 100 mit dem Coronavirus infizierte Verstorbene obduziert. Fast alle seien direkt an den Folgen der Virus-Infektion gestorben.

Märkl erklärte: „Die Menschen entwickeln einen diffusen Alveolarschaden.“ In den Lungenbläschen werde ein proteinreiches Sekret gebildet, das den Gasaustausch behindere. Nach einigen Tagen beginne sich das Gewebe zu verändern, es bildeten sich Narben. „Der Raum in der Lunge, in dem noch Luft ist, wird immer kleiner.“ Dieser Prozess sei schwer umkehrbar und unabhängig davon, ob jemand beatmet werde oder nicht. Letzten Endes sei es ein „inneres Ersticken“, an dem die Patienten stürben. Die Annahme, tödliche Verläufe träfen nur ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen, könne er nicht bestätigen, betonte Märkl.

Corona-Lockdown: Lauterbach und Kretschmer sehen für Osterurlaub keine Chance

Update vom Montag, 15.02.2021, 06.25 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sehen keine Chance für Urlaubsreisen zu Ostern. „Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen: Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben“, sagte Kretschmer der Presse. Zu große Mobilität bereits im April sei Gift. „Wir würden alles zerstören, was wir seit Mitte Dezember erreicht haben“, warnte der Ministerpräsident.

Lauterbach sagte am Sonntag (14.02.2021) der „Welt“: „Ich gehe nicht davon aus, dass wir in diesem Jahr Osterurlaub machen können.“ Die Osterwochen müssten genutzt werden, mit möglichst geringen Kontakten die noch immer drohende dritte Welle in der Corona-Pandemie mit den gefährlichen Mutationen abzuwenden. „Ich wäre schon froh, wenn wir es ohne dritte Welle bis Ostern überhaupt schaffen“, betonte Lauterbach. Er fügte an: „Sollte dies gelingen, darf der Erfolg nicht im Urlaub zerstört werden.“

Karl Lauterbach macht keine Hoffnung auf Urlaub zu Ostern. Das sagte er der „Welt“.

Tirol und Tschechien nun „Virusmutationsgebiete“ – Strengere Grenzkontrollen zu Deutschland

Update vom Freitag, 12.02.2021, 08.45 Uhr:  Im Kampf gegen die sich ausbreitende südafrikanische Corona-Variante hat das österreichische Bundesland Tirol in der Nacht auf Donnerstag (11.02.2021) neue Ausreisebeschränkungen in Kraft gesetzt. Ein Verlassen des Bundeslands in Richtung Deutschland oder in angrenzende österreichische Bundesländer ist in den nächsten zehn Tagen nur mit einem negativen Corona-Test möglich, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Aus den bereits festgelegten Mutationsgebieten im Ausland dürfen derzeit fast nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Deutschland will ab Sonntag (14.02.2021) mit eigenen Maßnahmen auf die Ausbreitung der Corona-Varianten reagieren. Am Freitagmorgen (12.02.2021) wollen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), über die Corona-Lage informieren.

Corona: Tirol und Tschechien nun offizielle „Virusmutationsgebiete“

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden Tschechien und Tirol bereits am Donnerstag (11.02.2021) als sogenannte Virusmutationsgebiete eingestuft. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) habe entschieden, ab Sonntag neben den seit der Flüchtlingskrise bestehenden Binnengrenzkontrollen zu Österreich auch an den Grenzen zu Tschechien vorübergehende Grenzkontrollen einzuführen, teilte ein Sprecher mit. Die Bundesregierung stimme sich derzeit mit allen beteiligten Partnern ab, „insbesondere zu etwaigen Ausnahmetatbeständen“ und werde bald darüber informieren.

Corona-Krise: Jeder fünfte Infizierte in Düsseldorf hat britische Variante

+++ 17:19 Uhr: Der Handelsverband Bayern (HDE) kritisiert die Verlängerung des Lockdowns scharf, so die dpa. Deren Sprecher Bernd Ohlmann bezeichnet sie als „eine Bankrotterklärung der Politik“. Daher will der Verband Klage einreichen. Es sei nicht hinnehmbar, dass Friseurläden geöffnet werden, während Floristen oder Buchhändler geschlossen haben müssten, so Ohlmann.

Ohlmann kritisiert weiterhin, dass keine Öffnungsstrategie in Sicht sei: „Kein Einzelhändler könnte mit solch einer Perspektiv- und Mutlosigkeit sein Geschäft führen.“ Der Handelsverband Bayern vertritt die Interessen von insgesamt 60.000 Einzelhandelsunternehmen mit rund 330.000 Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von circa 67 Milliarden Euro.

Tschechien hat wegen der hohen Corona-Fallzahlen bereits vor wenigen Tagen drei Bezirke an der Grenze zu Deutschland komplett abgeriegelt.

Corona-Krise: Jeder fünfte Infizierte in Düsseldorf hat britische Variante

+++ 16:13 Uhr: Fast jeder fünfte Corona-Infizierte in Düsseldorf trägt die sogenannte britische Virusvariante. Dies ergaben zusätzliche Untersuchungen, die seit dem 1. Februar bei allen positiven PCR-Proben aus dem Testzentrum und den mobilen Testdiensten der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt vorgenommen wurden, wie die Stadt mitteilte. Auch in Flensburg in Schleswig-Holstein waren die Behörden über gehäuftes Auftreten der britischen Mutation besorgt und starteten Gegenmaßnahmen.

Bisher wurde in Düsseldorf laut Stadtverwaltung in 34 Fällen die britische Virusvariante nachgewiesen, das sind 19,5 Prozent der untersuchten positiven Proben. Die Stadt entschied sich demnach dazu, bei jedem engeren Kontakt ohne entsprechende Schutzmaßnahmen zu einem mit einer Coronavirus-Mutation infizierten Menschen vorsorglich eine Quarantäne anzuordnen.

In Düsseldorf ist bereits jeder fünfte Corona-Erkrankte mit der britischen Variante infiziert.

Corona-Krise: Altmaier plant Wirtschaftsgipfel

+++ 15:35 Uhr: Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) lädt Verbände auch angesichts schwerer Kritik aus der Wirtschaft an der schleppenden Umsetzung von Hilfen zu einem „Wirtschaftsgipfel“ ein. Wie eine Sprecherin sagte, wird Altmaier am kommenden Dienstag mit mehr als 40 Verbänden über die aktuelle Lage der Wirtschaft, die Beschlüsse von Bund und Ländern, die Wirtschaftshilfen und über mögliche Öffnungsperspektiven sprechen.

Wirtschaftsverbände hatten einen solchen „Gipfel“ seit längerem gefordert. Die Beschlüsse von Bund und Ländern über eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März waren zum Teil heftig kritisiert worden: „Gerade für die Wirtschaft ist das natürlich katastrophal. Viele Unternehmen stehen am Rande ihrer Existenz und das wird sich in den nächsten Monaten natürlich dramatisch verschlechtern“, hatte etwa Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im ZDF-“Morgenmagazin“ gesagt.

Unregelmäßigkeiten bei Corona-Impfungen in AWO-Pflegeheimen

+++ 14:37 Uhr: In Pflegeheimen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Schwaben soll es nach einem Zeitungsbericht zu unzulässigen Corona-Impfungen gekommen sein. Wie die „Augsburger Allgemeine“ berichtet, sollen Angaben in Augsburger AWO-Heimen so manipuliert worden sein, dass zwei Lebenspartner von Heimleitern Impfungen erhielten. Die zwei Betroffenen seien als Mitarbeiter ausgegeben worden, obwohl sie nicht in den Einrichtungen arbeiteten.

Von dem schwäbischen AWO-Bezirksverband war dazu zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Der Vorsitzende des AWO-Landesverbandes machte klar, dass das Vorgehen nicht akzeptabel sei. Sollten Impfungen auf die beschriebene Art erschlichen worden sein, missbillige er dies, erklärte AWO-Chef Thomas Beyer. „Ich erwarte, dass bei Impfungen in AWO-Heimen in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Impfärzten die Vorschriften in jeder Weise eingehalten werden.“

Bei Corona-Impfungen in AWO-Pflegeheimen soll es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein.

Corona-Krise: Tschechien riegelt Grenzbezirke ab

+++ 13:29 Uhr: Wegen der dramatischen Situation in einzelnen Gegenden zieht die Regierung in Tschechien die Notbremse: Wegen massiver Infektionszahlen schottet das Land drei Grenzbezirke von der Außenwelt ab. Bis auf Ausnahmen darf dort niemand mehr rein oder raus. Selbst ein „Freitesten“ ist nicht möglich. Auch Leute von außerhalb würden nicht hereingelassen. Betroffen sind die Bezirke Cheb (Eger) und Sokolov (Falkenau) an der Grenze zu Bayern sowie Trutnov (Trautenau) im Dreiländereck zu Polen und Sachsen.

Dort liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner drei- bis viermal so hoch wie in anderen Landesteilen. Die Maßnahmen sollten in der Nacht zu Freitag in Kraft treten. Bayern und Sachsen reagierten prompt und kündigten ihrerseits eine Verschärfung der Regeln für grenzüberschreitende Berufspendler an.

In Tschechien werden Corona-Patienten aus Gebieten mit zahlreichen Infektionen per Krankenwagen nach Prag, Pilsen und Mittelböhmen gebracht.

Die Bezirke in Tschechien entsprechen in etwa den deutschen Landkreisen. Die Polizei werde an den Zufahrtsstraßen kontrollieren, kündigte der Gesundheitsminister an. Eingesetzt werden sollen 580 Beamte. Ausnahmen gelten unter anderem für den Weg zur Arbeitsstätte. Dafür sind schriftliche Nachweise vorzulegen. Der Transit ohne Zwischenstopp bleibt erlaubt. In den betroffenen Bezirken sollen eine Million Mundschutzmasken kostenlos an die Bevölkerung verteilt werden.

Corona-Gipfel: Opposition sieht „Papstattitüde“ bei Merkel

+++ 11.32 Uhr: Nach dem Bund-Länder-Gipfel zur Corona-Krise und der Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag haben die Oppositionsfraktionen harsche Kritik an der Corona-Politik der großen Koalition geübt: „Für die Linke bleibt es inakzeptabel, dass wir im Bundestag wieder erst nach einer Ministerpräsidentenrunde diskutieren und nicht vorher“, sagte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch.

Bartsch richtete seine Kritik direkt an die Kanzlerin, der er „Selbstgefälligkeit“ vorwarf. „Auch einer Bundeskanzlerin steht ein Mindestmaß an Selbstkritik gut zu Gesicht“, sagte der Linken-Fraktionschef. „Diese Papstattitüde der Unfehlbarkeit ist in dieser Situation unangebracht.“

Corona-Krise: „Das dunkelste Kapitel in den letzten Jahrzehnten“

Er legte den Regierenden schwere Versäumnisse zur Last – insbesondere beim Schutz betagter Heimbewohner vor dem Virus. „Das Sterben in den Heimen ist vielleicht das dunkelste Kapitel in den letzten Jahrzehnten“, sagte er. Die Regierung habe das Land im Oktober nicht ausreichend auf die zweite Infektionswelle vorbereitet. Fehler habe sie auch bei der Vorbereitung der Impfkampagne gemacht: „Wir sind abgestiegen in den Impfkeller Europas.“

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt mahnte langfristige Strategien bei der Pandemiebekämpfung an. Schon im Herbst vergangenen Jahres hätte geklärt werden müssen, „wo wir hinsteuern, wie wir reagieren“, sagte sie in der Debatte. Sie bemängelte zudem, dass die finanziellen Hilfen für die Betroffenen zu langsam bereitgestellt würden. Die Menschen hätten 100 Tage lange keine Unterstützung bekommen. „Und die Hilfe, die kommt, ist längst noch nicht ausreichend.“

Merkel warnt eindringlich vor Mutanten des Coronavirus

+++ 10.23 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält angesichts der Verbreitung von Mutanten des Coronavirus höchste Vorsicht für nötig. „Noch ist nicht alles auserforscht, aber wir tun gut daran, an den Annahmen vieler Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland nicht zu zweifeln, wenn sie uns erklären, alle drei Mutationen sind deutlich aggressiver, also ansteckender, übertragen sich leichter als das Ursprungsvirus“, warnte Merkel im Bundestag in einer Regierungserklärung. Darauf müsse man sich einstellen, um ein neues, exponentielles Wachstum der Infektionen zu verhindern. „So ist es in einigen europäischen Ländern bereits geschehen, die daraufhin eine zeitweilig dramatische Zunahme an Infektionsfällen erlebten, mit allen katastrophalen Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme.“

Merkel nutzte ihre Regierungserklärung für einen Durchhalteappell. „Wir sind nicht sehr weit von Zahlen entfernt, die uns Schritt für Schritt wieder Öffnungen und Freiheiten erlauben können“, sagte sie. „All die Anstrengungen und Entbehrungen jetzt nochmal bis zum 7. März durchzuhalten, das ist aus meiner Sicht die Anstrengung wert.“ Weitere Lockerungen dürften nicht zu einer neuen Welle führen, bei der das Virus die Oberhand gewinne und es einen exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen gebe.

Corona-Krise: Merkel setzt auf mehr Tempo bei Impfungen

Merkel setzt nach Anfangsproblemen auf zusehends mehr Tempo bei den Corona-Impfungen in Deutschland. Sie verstehe, dass der Start der Impfkampagne angesichts riesiger Hoffnungen zunächst viele enttäuscht habe, sagte Merkel. Das Impfen komme aber immer mehr in Schwung. Jede Woche und jeder Monat werde weitere Impfungen bringen – bis zum Ende des Sommers für alle, die möchten. Dieses Ziel solle angesichts der zugesagten Mengen für schon zugelassene Mittel erreicht werden.

Die Impfstoffe seien „ein Wendepunkt in der Pandemie“, der dank der Arbeit der Wissenschaft in Rekordgeschwindigkeit erreicht worden sei, sagte Merkel. Klar sei aber auch, dass die Impfungen in den nächsten Monaten noch keinen „Gemeinschaftsschutz“ bringen könnten, sondern vorerst individuellen Schutz.

Corona-Gipfel: Länder entscheiden über Schulöffnungen

+++ 09.19 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte die Schulen erst ab dem 1. März wieder öffnen. Durchsetzen konnte sie sich damit auf dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern aber nicht. Etliche Länder peilen frühere Termine an. Eine einheitliche Regelung gibt es nicht. Sehr zum Unmut von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Bildungsverbänden.

„Den Ländern freie Hand zu geben, ist ein Eigentor“, sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Akzeptanz der Corona-Maßnahmen werde dadurch weiter sinken.

Corona-Gipfel: Erste Länder wollen Schulen öffnen

Berlin plane eine schrittweise Öffnung von Schulen für den 22. Februar, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Auch andere Länder orientierten sich an diesem Termin. Merkel sagte, sie hätte mit der Öffnung gerne erst ab dem 1. März begonnen. Die Länder, die für Bildung zuständig sind, hätten dies aber anders beurteilt.

„Der Bund hat beim Thema Schulen und Kitas vor den Ländern kapituliert“, sagte Tepe. Weder die Kultusministerkonferenz noch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hätten bis heute eine klare Strategie und einen bundesweit einheitlichen, verlässlichen Stufenplan vorgelegt. Ein solcher Plan müsste deutlich machen, bei welchen Inzidenzwerten welche Maßnahmen greifen sollten. „Auf dieser Grundlage hätten die Länder dann mit Blick auf das Infektionsgeschehen vor Ort die Möglichkeit, flexibel zu agieren.“

Bund-Länder-Gipfel: Corona-Lockdown wird verlängert

Update vom Donnerstag, 11.02.2021, 4.40 Uhr: Der Corona-Lockdown wird um weitere drei Wochen bis zum 7. März verlängert. Darauf einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder in ihren Beratungen am Mittwoch. Friseure allerdings dürfen unter Auflagen ab dem 1. März wieder öffnen, über Schulen und Kitas entscheiden die Länder in eigener Regie. Als Zielmarke für weitere Lockerungen gilt eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35: Beim Unterschreiten dieser Marke können die Länder weitere Öffnungen vornehmen.

Die nächsten Schritte zur Öffnung sollen deshalb erst erfolgen, wenn es eine „stabile“ Inzidenz von höchsten 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gebe, sagte Merkel. Dieser Wert sei „bei weiter sinkendem Verlauf“ durchaus „in Reichweite“. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte, die 35 sei im März erreichbar.

Markus Söder nennt Lockerungen beim Corona-Gipfel schwieriger als Schließungen.

Geöffnet werden soll dann unter anderem der Einzelhandel, wobei nur ein Kunde oder eine Kundin pro 20 Quadratmeter Ladenfläche erlaubt sein soll, wie Merkel sagte. Auch sollten Museen und Galerien wieder aufmachen. „Andere körpernahe Dienstleistungen“ als Friseure seien dann ebenfalls an der Reihe.

Das Thema Öffnungsstrategie werde bei der nächsten Beratungsrunde am 3. März wieder aufgegriffen, kündigte Merkel an. Es sollten für „Kontaktbeschränkungen im persönlichen Bereich, Kultur, Sport in Gruppen, Freizeit, Gastronomie und Hotelgewerbe Schritt für Schritt weitere Öffnungsschritte“ vereinbart werden.

Der Ticker zu den Beschlüssen

+++ 20.15 Uhr: Angela Merkel kündigt an, dass Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen und Lehrer bevorzugt geimpft werden sollen, da eine „besondere Schutzpflicht“ für diese Berufe bestehe. Merkel glaube nicht, dass in diesen Bereichen Angestellte genügend Abstand zu den Kindern halten könnten. Eine Impflicht werde es nicht geben, aber den Mitarbeitenden in den Erziehungsberufen solle das Angebot gemacht werden, möglichst bald geimpft zu werden.

Corona-Gipfel - Markus Söder: Wiedereröffnung der Friseure hat etwas mit „Würde“ zu tun

+++ 20.10 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nennt Lockerungen schwieriger als Schließungen. Für Schließungen brauche es „Mut“, für Wiedereröffnungen „Vernunft“. Es gehe um Existenzen, viele Menschen seien gestresst. Die Lage sei inzwischen besser, die Stimmung hingegen schlechter. Als sein Motto erklärt er „Vorsicht mit Perspektive oder Perspektive mit Vorsicht.“ Die Priorität liege bei Familien, also bei Schulen und Kindertagesstätten.

Markus Söder: Öffnung der Friseure hat mit Würde der Menschen zu tun

Die Entscheidung für die Widereröffnung der Friseure habe „nicht nur mit Hygiene“ zu tun, sondern „auch mit Würde“. Die Menschen müssten sich in der Pandemie „selbst wiederfinden“ können, sagt Söder. Die Diskussion sei lange, aber fruchtbar gewesen. Ihm sei klar, wie belastet die Menschen seien, gerade jene, deren Existenz „herausgefordert“ sei. Deutschland öffne langsamer und vorsichtiger als andere Länder, verschaffe sich damit aber einen „Sicherheitspuffer.“

Corona-Gipfel: Berlin will Schulen am 22. Februar wieder öffnen: „Vorstellbar, dass viele Länder folgen“

+++ 20.00 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) lobt die Mitarbeit der Bevölkerung auf dem Weg aus der Corona-Pandemie, so „mühsam und mühevoll“ er gewesen sei. Sein Bundesland, ehemals Hotspot, habe inzwischen den bundesweit niedrigsten Inzidenz-Wert erreicht, „das kam nicht von alleine“. Er mahnt an, jetzt noch ein wenig Disziplin zu wahren, damit „am Ende“ nicht „die zwei Wochen“ fehlen würden, um „wirklich“ sagen zu können: „Wir haben so viel erreicht, um guten Gewissens ganz andere Schritte hin zu einer Normalität zu unternehmen.“

Müller betont, dass der Präsenzunterricht, der nun geplant werde, nicht mit dem Schulbetrieb von vor der Pandemie verglichen werden könne. Man könne die Schulen nicht vom Infektionsgeschehen ausnehmen. Deswegen sollen die Schulen nun „schrittweise“ geöffnet werden. Für Berlin sei der 22. Februar geplant. Müller rechnet damit, dass viele Bundesländer folgen werden. Warum die Wiedereröffnung der Friseure so wichtig sei, könne er zwar nicht verstehen, dennoch brauchten die Menschen, ähnlich wie bei der Fußpflege, „hygienische Unterstützung.“

Corona-Gipfel: Angela Merkel bestätigt Lockerungen für Schulen, Friseure und Kultureinrichtungen

+++ 19.50 Uhr: Angela Merkel nennt eine Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen je 100.00 Einwohnerinnen und Einwohnern innerhalb von sieben Tagen als Ziel. Sie dankt den Bürgerinnen und Bürgern „für ihr Verhalten“, die sich trotz der verhängten Maßnahmen, die oft „strikt, hart und mühselig“ seien, diszipliniert verhalten würden. Die Kanzlerin warnt vor der Mutation des Corona-Virus und mahnt an, die „dritte Welle zu bekämpfen“. Die Gesundheitsämter müssten via Kontaktverfolgung die Kontrolle zurückerlangen.

Angela Merkel stellt Lockerungen für den Einzelhandel, Museen und Galerien in Aussicht

Man wolle alles tun, um nicht in eine „Wellenbewegung auf und zu“ zu kommen. Bestimmte Maßnahmen sollen erhalten bleiben, darunter die Kontaktbeschränkungen und die Empfehlung, im Home-Office zu arbeiten. Bildung habe Priorität, bezüglich Kitas und Schulen habe Merkel „eigene Vorstellungen“ gehabt und nennt den 1. März als ihr Wunschdatum für Wiedereröffnungen. Trotzdem sei Deutschland eine föderalisierte Republik. Sie habe kein „Vetorecht“, von daher liege die Entscheidung bei den Ländern. Ihr selbst sei eine Inzidenz von 50 Neuinfektionen als Leitfaden „sehr wichtig“.

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Friseursalons sollen ab dem 1. März geöffnet werden, „es ist wahrscheinlich, dass bis dahin eine Inzidenz von 50 erreicht sein könnte“, so Merkel. Man wolle Perspektiven für weitere Lockerungen und Wiedereröffnungen aufzeigen. Der nächste Eröffnungsschritt könne erst bei einer „stabilen Inzidenz“ von unter 35 Neuinfektionen erreicht sein. Ab diesem Wert sollen Einzelhandelsgeschäfte, Museen und Galerien sowie „körpernahe Hygienebetriebe“ wieder geöffnet werden. Der nächste Bund-Länder-Gipfel soll laut Merkel am 3. März stattfinden.

Corona-Gipfel: Einzelhandel darf ab einer Inzidenz von unter 35 wieder öffnen - Friseure ab 1. März offen

+++ 19.16 Uhr: Angela Merkel erringt einen Sieg gegen die Bundesländer: Erst ab einer Inzidenz von unter 35 Neuinfektionen je 100.00 Einwohnerinnen und Einwohnern innerhalb von sieben Tagen dürfen Einzelhandelsgeschäfte wieder öffnen. Und das unter strikten Restriktionen: Zunächst soll nur eine Kundin oder ein Kunde je 20 Quadratmetern Verkaufsfläche gestattet sein. Damit setzt sich die Kanzlerin bereits das zweite Mal gegen die Länderchefs durch, die gefordert hatten, die Friseursalons bereits in der letzten Februarwoche wieder zu öffnen.

Corona-Gipfel: Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt sich beim Einzelhandel durch.

Corona-Gipfel: Angela Merkel lässt Friseurhandwerk aufatmen

+++ 18.40 Uhr: Die Tendenzen für eine Aufweichung des Lockdowns mehren sich. Nachdem Kanzlerin Angela Merkel den Ländern bereits bei den Wiedereröffnung der Schulen freie Hand gegeben hatte, kann nun auch das Friseurhandwerk aufatmen. Wie aus den Verhandlungen von Bund und Ländern durchgesickert ist, sollen Friseursalons und andere „für die Körperhygiene“ (zum Beispiel Fußpflege) notwendige Betriebe unter strikten Hygiene-Auflagen wieder öffnen dürfen. Ob die Länder der Kanzlerin noch weitere Lockerungen abgerungen haben, ist bisher nicht bekannt.

Friseurinnen und Friseure können aufatmen: Ab dem 1. März dürfen sie ihrer Arbeit wieder nachgehen - wenn auch unter strikten Hygieneregeln. (Archivbild)

Corona-Gipfel: Bundesländer setzen sich bei Schulen und Kitas durch

+++ 17.45 Uhr: Die Bundesländer haben sich offenbar in der Frage, wann Schulen und Kitas in Deutschland wieder öffnen, durchgesetzt. Die Länder sollen somit selbst entscheiden, wann die Einrichtungen öffnen. Das berichtet die „Spiegel“ unter Berufung auf Teilnehmerkreise der Corona-Beratungen.

Kanzlerin Merkel hatte sich in den Gesprächen eine gemeinsame Linie in Deutschland gewünscht und eine Öffnung der Schulen und Kitas zum 01.03.2021 ins Spiel gebracht. Allerdings hatten mehrere Bundesländer bereits im Vorfeld der Beratungen definiert, was ihr Fahrplan auf diesem Gebiet ist – und betont, dass dieser nicht zur Debatte steht.

Corona-Gipfel: Friseure dürfen ab März in Deutschland öffnen

+++ 17.00 Uhr: Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, wann Friseure in Deutschland wieder öffnen dürfen*. Kanzlerin Merkel setzt sich damit gegen die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen durch.

+++ 16.30 Uhr: Kanzlerin Merkel will offenbar Schulen und Kitas in Deutschland zum 01.03.2021 öffnen. Das berichtet die „Welt“ unter Berufung auf Teilnehmerkreise der aktuellen Bund-Länder-Beratungen. Bei den Schulen soll es sich vor allem um die Grundschulen handeln.

Zudem sollen Lehrer und Lehrerinnen bevorzugt geimpft werden, heißt es. Aus der Corona-Beschlussvorlage, welche am Mittwochmorgen publik wurde, war lediglich herauszulesen, dass Schulen und Kindertagesstätten eine besondere Priorität auf der Agenda der Beratungen haben.

Corona-Gipfel: Beratungen über Öffnung der Schulen

Im Endeffekt obliegt es den Bundesländern über die Öffnung der Schulen zu entscheiden – und den Zeitpunkt dessen zu definieren. In Fachkreisen wird vor zu frühen Schulöffnungen in der Corona-Krise gewarnt.

+++ 15.50 Uhr: Anders als das Kanzleramt wollen die Länder den Corona-Lockdown zunächst nur bis zum 07.03.2021 verlängern und Friseure möglicherweise noch im Februar öffnen lassen. Dies geht aus einem Arbeitspapier hervor, auf das sich die Ministerpräsidenten am Mittwoch in ihrer Vorbesprechung zur Videokonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geeinigt haben. Es trägt den Stand 14.15 Uhr und ist noch nicht mit dem Bund abgestimmt. Das genannte Datum ist zudem noch in einer eckigen Klammer vermerkt, das bedeutet, dass dieser Punkt noch nicht entschieden ist. Im Entwurf des Kanzleramtes war eine Lockdownverlängerung bis 14.03.2021 vermerkt.

Wie im am Morgen aus dem Kanzleramt verschickten Entwurf des Papiers sollen die Länder freie Hand für die Öffnung von Schulen und Kitas bekommen. „Die Länder entscheiden im Rahmen ihrer Kultushoheit über die schrittweise Rückkehr zum Präsenzunterricht und die Ausweitung des Angebots der Kindertagesbetreuung“, heißt es.

Corona-Gipfel: Bundesländer legen eigenen Entwurf vor

Für Friseure und gegebenenfalls auch andere Angebote „hygienisch notwendiger körpernaher Dienstleistungen“ schlägt das Länderpapier eine Öffnung am 22.02.2021 vor. Auch hier steht das genaue Datum aber noch in einer eckigen Klammer. Zur Begründung für die Priorität bei Friseuren heißt es weiter: „Vor dem Hintergrund der Bedeutung von Friseuren für die Körperhygiene und der jetzt bereits seit längerem bestehenden Schließung erscheint es erforderlich, die Inanspruchnahme zu ermöglichen, da erhebliche Teile der Bevölkerung, insbesondere ältere Menschen, auf diese angewiesen sind.“

Kanzlerin Angela Merkel trifft sich am Mittwochmittag mit den Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen der Bundesländer, um die weitere Vorgehensweise in der Corona-Pandemie zu beraten.

+++ 15.36 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bei den Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise dafür eingesetzt, dass Lehrkräfte und Erziehende eine höhere Priorität beim Impfen erhalten. Nach Informationen der „Deutschen Presse-Agentur“ von Teilnehmenden schlug Merkel am Mittwoch in der Runde mit den Ministerpräsidenten der Länder eine entsprechende Prüfung vor.

Angesichts der bevorstehenden Öffnung von Schulen habe die Kanzlerin in der Ministerpräsidentenkonferenz darauf hingewiesen, dass gerade Erzieherinnen und Erzieher keine Möglichkeit hätten, die notwendigen Abstände einzuhalten, hieß es weiter. Deshalb müsse geprüft werden, wann Lehrkräfte und Erziehende so in die Reihenfolge eingefügt werden könnten, dass sie bald geimpft werden könnten.

Corona-Gipfel: Video-Konferenz startet mit Verspätung

+++ 15:13 Uhr: Der Auftakt der mit Spannung erwarteten Beratungen von Bund und Ländern zur weiteren Strategie in der Corona-Pandemie hat sich verzögert. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat die Videoschalte von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsident:innen fast eine Stunde später begonnen. Ursprünglich sollte die Sitzung schon um 14.00 Uhr starten.

Bereits am Vormittag war die Vorbesprechung der Länder ohne Merkel kurzfristig um etwa eine Stunde nach hinten geschoben worden. Grund war hier dem Vernehmen nach zusätzlicher Redebedarf unter den SPD-geführten Ländern. Diese hatten sich - wie auch einige unionsgeführte Länder - insbesondere am 14. März als Termin für den verlängerten Lockdown gestört, wie er in dem vom Kanzleramt verschickten Entwurf stand.

Wie es weiter aus Teilnehmer:innenkreisen heißt, soll die Mehrheit der Länderchef:innen eine Lockdown-Verlängerung bis zum 7. März präferieren. Endgültig entschieden wird darüber aber erst in der Sitzung mit Angela Merkel.

Lockerungen möglicherweise ab Inzidenz von 35

+++ 14.10 Uhr: Teil der Beschlussvorlage der Bund-Länder-Beratungen ist auch eine Passage zu möglichen Lockerungsschritten. In Punkt 6 des Papiers wird die Frage abgekündigt, „ob und wann der nächste Öffnungsschritt erfolgen kann.“ Laut Angaben des „Tagesspiegels“ heißt es weiter, dass diese Frage in einer Besprechung am 10.03.2021 final geklärt werden soll – abhängig vom Infektionsgeschehen in Deutschland.

Alternativ dazu existiert ein Parallelvorschlag für Corona-Lockerungen. In der Beschlussvorlage heißt es demnach: „Der nächste Öffnungsschritt soll bei einer stabilen deutschlandweiten 7-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner erfolgen.“ Daran geknüpft wäre eine Öffnung des Einzelhandels unter Hygieneauflage, die Öffnung von Museen und Galerien sowie die Öffnung „körpernaher Dienstleistungsbetriebe“.

Corona-Gipfel: Lockdown vor Verlängerung

Die Grenzmarke der Inzidenz von 35 soll, laut übereinstimmenden Medienberichten, einer der zentralen Streitpunkte in den Bund-Länder-Beratungen sein. Diese haben gegen 14.00 Uhr in Berlin begonnen.

+++ 13.20 Uhr: Offenbar ist nun auch eine noch frühere Lockdown-Deadline im Gespräch. Dies hat weniger epidemiologische, sondern politische Gründe. Der von Merkel vorgeschlagene Termin des Lockdown-Endes fällt auf den Sonntag, 14.03.2021. An diesem Tag finden neben der Kommunalwahl in Hessen*, auch die Landtagswahl in Baden-Württemberg* und die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz* statt.

Dies scheint, übereinstimmenden Medienberichten zufolge, Bestandteil der Beratungen ab 14.00 Uhr zu sein. Eine Möglichkeit ist demnach, dass der 07.02.2021 als Lockdown-Ende gewählt werden könnte.

+++ 13.10 Uhr: Offenbar wird bereits vor dem offiziellen Start der Corona-Beratungen am Mittwochmittag Kritik laut. Zentraler Kritikpunkt ist offenbar der 14.03.2021 als nächstes Lockdown-Etappenziel.

Am Vormittag gab es separierte Beratungen der SPD und CSU-regierten Bundesländer. Von „Beratungsbedarf“ war die Rede, wie Nachrichtenagenturen übereinstimmend berichten. Zusätzlich berichtet die „Bild“, dass es neben der Kritik an der vorläufigen Deadline auch Protest gegen die Inzidenzmarke von 35 als Lockerungsmechanismus gibt.

+++ 11.30 Uhr: Eine Mehrheit der Deutschen würde laut einer Umfrage die Verlängerung des Corona-Lockdowns bis Ende Februar befürworten. Zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten sprachen sich für eine Verlängerung des Lockdowns aus, wie aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „YouGov“ hervorgeht. Etwa ein Viertel (26 Prozent) sprach sich gegen eine Verlängerung aus.

Einen Unterschied bei der Akzeptanz eines verlängerten Lockdowns gibt es demnach zwischen Männern und Frauen: Männer würden eine Lockdown-Verlängerung häufiger befürworten (69 Prozent) als Frauen (64 Prozent).
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder beraten ab Mittwochnachmittag (14.00 Uhr) über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Die bisherigen Regeln laufen am 14. Februar aus.

+++ 10.40 Uhr: Beibehalten werden sollen zunächst die Kontaktbeschränkungen. Demnach soll es private Treffen weiterhin nur mit Angehörigen des eigenen Hausstands und einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person geben dürfen.

+++ 10.20 Uhr: Unklar bleibt in der Vorlage, ob sich Bund und Länder auf einen Stufenplan über weitere Lockerungen und Öffnungsschritte einigen. Die Vorlage nennt zwei Optionen: Die erste Option sieht vor, dass Bund und Länder am 10. März über weitere Öffnungsschritte entscheiden.

Die zweite Option ist, dass sich Bund und Länder jetzt schon darauf einigen, den nächsten Öffnungsschritt automatisch bei einer „stabilen deutschlandweiten Sieben-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner“ erfolgen zu lassen.
Dieser nächste Öffnungsschritt sollte dann „die Öffnung des Einzelhandels mit einer Begrenzung von einer Kundin oder einem Kunden pro 20 Quadratmeter umfassen, die Öffnung von Museen und Galerien sowie die Öffnung der noch geschlossenen körpernahen Dienstleistungsbetriebe“.

+++ 09.30 Uhr: Der Corona-Lockdown in Deutschland soll bis zum 14. März 2021 verlängert werden. Diese Information geht aus der Beschlussvorlage der Bund-Länger-Beratungen, die ab Mittwochmittag stattfinden, hervor. Die Beschlussvorlage liegt der Nachrichtenagentur „AFP“ vor.

Friseure sollen unter Auflagen ab dem 1. März wieder öffnen dürfen, für die Öffnung des Einzelhandels wird noch kein Datum genannt. Über die Öffnung von Schulen und Kitas sollen die Länder selbst entscheiden.

Corona-Lockdown in Deutschland wird wohl verlängert

Erstmeldung vom 10.02.2021, 09.00 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen der Länder beraten an diesem Mittwoch über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Die bisherigen Regeln laufen am 14. Februar aus. Wahrscheinlich ist eine weitere Verlängerung des Lockdowns. Manches von dem, was beschlossen werden soll, ist absehbar, vieles ist aber noch völlig offen. Vor dem Treffen hatten sich neben der Bundeskanzlerin auch viele Länderchefs geäußert, zudem sind Inhalte eines Arbeitspapiers bekannt.

Eine grundsätzliche Verlängerung des Lockdowns ist wahrscheinlich. „Ich denke, was realistisch ist, dass wir miteinander sagen, dass der Lockdown bis zum 1. März fortgesetzt werden soll“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), am Dienstagabend in den „Tagesthemen“. Auch Merkel hatte sich gegen Lockerungen vor dem 1. März ausgesprochen. Die Zeit, in der die britische Virus-Variante noch nicht die Oberhand gewonnen habe, sei entscheidend, um mit aller Kraft die Infektionszahlen herunter zu bekommen, sagte sie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in einer Online-Sitzung der Unionsfraktion.

Bundeskanzlerin Angela Merkel berät am Mittwoch mit den Länderchefs über eine mögliche Lockdown-Verlängerung in Deutschland. (Archivfoto)

Neben vielen weiteren Ministerpräsidenten wird diese Position auch von mehreren Interessensgruppen vertreten. „Wir dürfen keinen erneuten Lockdown riskieren, nur weil wir uns nach Normalität sehnen und jetzt zu schnell die Maßnahmen lockern. Es führt wohl kein Weg daran vorbei, die Beschränkungen zu verlängern“, sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung der „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, sagte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“: „Wir müssen den Lockdown in dem jetzt bestehenden Umfang mindestens bis Anfang März fortführen. (tu/ial/AFP/dpa) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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