„Der Drittligist hat es gewonnen“

„Maischberger“-Gast schimpft und zieht dann kuriosen Vergleich zwischen Trump und FC Bayern

Sandra Maischberger mit ihren Gästen Ron Williams und George Weinberg.
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Bei „Maischberger. Die Woche“ (ARD) wurde unter anderem über das TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden diskutiert.

Bei „Maischberger. Die Woche“ (ARD) gab es am Mittwochabend viel Gesprächsstoff. Neben dem Coronavirus wurde hitzig über das TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden diskutiert.

  • In der ARD-Talkshow „Maischberger“ wurde über das erste TV-Duell zwischen Donald Trump* und Joe Biden diskutiert.
  • Der FC Bayern München wurde mit US-Präsident Trump verglichen.
  • Auch das Coronavirus* spielte in der Talk-Show eine Rolle.

München - Das erste TV-Duell von US-Präsident Donald Trump und Joe Biden hat für einigen Wirbel gesorgt und wurde als das „chaotischste der amerikanischen Geschichte“ bezeichnet. Geprägt von üblen Lügen und Frontalangriffen auf Bidens Familie war die Stimmung von Beginn an vergiftet. Kurzum: für die ARD-Sendung „Maischberger“ gab es reichlich Gesprächsstoff - auch das Coronavirus* spielte eine Rolle.

„Maischberger“ (ARD): „Trump hat sich selbst ins Knie geschossen“

Wie im US-Fernsehen gab es auch im deutschen Fernsehen ein TV-Duell der anderen Art. Bei „Maischberger. Die Woche“ trafen George Weinberg (Trump-Unterstützer von den „Republicans Oberseas“) und Ron Williams (US-Schauspieler) aufeinander, die sich - wie Trump und Biden - nichts schenkten. So polterte Williams direkt los: „Trump hat sich selber ins Knie geschossen durch seine Art, seinen Gegnern zu begegnen. Fast alles, was er gesagt hat, waren Lügen.“ Biden habe nicht mehr machen müssen, als präsidential auszusehen und der Erwachsene im Raum zu sein. Trump sei unvorbereitet gewesen.

Talkshow-Gast zieht kuriosen Vergleich bei „Maischberger“ (ARD): „Fußballspiel zwischen Bayern München und Drittligist...“

Trump-Unterstützer George Weinberg sah das völlig anders und versuchte deutlich zu machen: „Er war nicht der nette Onkel Biden. Er war ausfällig, hat den Präsidenten einen Clown genannt, ihm mehrmals gesagt „Halt die Klappe“. Da kam richtig raus, dass er nicht der nette, liebe Mann ist.“ Dann zog Weinberg einen kuriosen Vergleich: „Wissen Sie, die ganze Debatte erinnert mich so ein bisschen an ein Fußballspiel zwischen dem FC Bayern München und einem Drittligisten, in dem es um den Pokal geht.“ Die Mannschaften würden ein torloses Unentschieden erspielen. „Und dann heißt es natürlich: Wunderbar. Der Drittligist hat es gewonnen.“ Ob der FC Bayern über den Vergleich mit Donald Trump erfreut ist?

In der ARD-Talkshow ging es indes scharf weiter. Auf die Frage von Sandra Maischberger*, ob Trump kein Respekt vor dem Amt des Präsidenten habe, konterte Williams: „Der Mann gibt sich nicht anders als ein unerzogener „Manboy“ mit elf Jahren.“ Trump habe „großen Schiss“ die Wahl zu verlieren. „Trump hat Blut an seinen Händen“, führte Ron Williams weiter aus und bezog sich dabei auf Hunderttausende Menschen, die gestorben seien, weil der US-Präsident seine Arbeit nicht ausgeführt habe. Weinberg hielt entgegen, dass Donald Trump* ein sehr erfolgreicher Präsident sei und die Wirtschaft geboomt hätte.

„Maischberger“ (ARD): „Verlierer dieses Duells ist das Amt des Präsidenten“

SZ-Redakteur Werner Bartens habe das TV-Duell in den USA „grausam“ empfunden. Trump sehe er als Verlierer. ARD-Moderatorin Susan Link zog als persönliches Fazit: „Für mich ist der Verlierer dieses Duells das Amt - das Amt des Präsidenten.“ Es sei unwürdig gewesen, auf welche Art man für dieses Amt gegeneinander angetreten sei. Link führte weiter aus: „Wir haben keine wirklichen Begrifflichkeiten für die Politik, die Trump macht.“ So sei es auch nach knapp vier Jahren immer noch schwierig Dinge einzuordnen und den Präsidenten zu verstehen. Die Art und Weise wie Trump etwas sage, bezeichnete Bild-Redakteur Alexander von Schönburg als „unterträglich“. Er hielt dem Präsidenten jedoch Taten wie die Friedensabkommen in Nahost zugute und beschrieb sie als „historisch“.

ARD-Talkshow: Malu Dreyer über Coronavirus - „In einer sehr entscheidenden Phase“

Doch in der ARD-Talkshow ging es nicht nur um die US-Wahl. Auch das seit Monaten allgegenwärtige Thema rund um das Coronavirus* spielte eine Rolle. Im Fokus stand dabei unter anderem die Warnung von Bundeskanzlerin Merkel vor 19.000 Corona-Infizierten pro Tag. „Die Bundeskanzlerin* will aufmerksam machen, dass wir in einer sehr entscheidenden Phase sind“, schätzte Talkshow-Gast Malu Dreyer, rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin, diese Aussage ein. Jetzt erkenne man, dass es Dinge gebe, die man wieder in den Griff bekommen müsse. Als Beispiele nannte sie Familienfeiern und Partys, wie zuletzt in Hamm oder Bielefeld. „Da haben wir einfach zu häufig Hotspots“, erklärte Dreyer. Man müsse darauf achten, dass eine Nachverfolgung der Kontakte weiterhin möglich sei.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer war zu Gast in der ARD-Talkshow „Maischberger. Die Woche“.

„Einen der wichtigsten Punkte haben Sie nicht geklärt mit den Ministerpräsidenten und das, obwohl die Herbstferien genau bevorstehen“, machte Sandra Maischberger* der Politikerin zum Vorwurf. Schließlich wisse niemand so wirklich in welchem Land man Urlaub machen könne, ohne anschließend in Quarantäne zu müssen. Die Musterverordnung hinsichtlich dieser Regelung sei am Nachmittag angekommen, erklärte Dreyer. Am Montag soll das Corona-Kabinett der Bundesregierung darüber entscheiden. „Wir werden eine einheitliche Lösung für ganz Deutschland finden“, kündigte die Ministerpräsidentin an. (mbr) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Netzwerks

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