Coronavirus-Pandemie

"Bemerkenswerter Schulterschluss": Preußen-Profis verzichten auf Geld

Das Leben in Deutschland hat sich seit einigen Wochen drastisch verändert. Dies erfahren auch Vereine wie Preußen Münster am eigenen Leib. Jetzt hat der Verein eine erste Maßnahme ergriffen.

  • Die Coronavirus-Pandemie trifft Preußen Münster hart.
  • Dem Verein fehlen derzeit wichtige Einnahmen.
  • Jetzt hat der Club Kurzarbeit beantragt.

Update: 23. März. Die Wirtschaft leidet derzeit immens unter den Folgen der Coronavirus-Pandemie. Darunter zählen auch die Fußballclubs der 3. Liga, die generell unter finanziell schwierigen Bedingungen arbeiten. Nun hat Preußen Münster eine Maßnahme getroffen, die dem Verein in dieser Phase helfen soll.

So hat der Club Kurzarbeit für seine Mitarbeiter beantragt – davon betroffen sind die Mitarbeiter der Geschäftsstelle sowie der gesamte Profibereich. "In dieser absoluten Ausnahmesituation ist das ein bemerkenswerter Schulterschluss aller Beteiligten, die damit für den Zeitraum des Stillstandes auf einen erheblichen Teil ihres vereinbarten Arbeitsentgeltes verzichten müssen", kommentiert Preußen Münsters Sportchef Malte Metzelder die getroffenen Maßnahmen.

Seit über zwei Wochen ist der Spielbetrieb in der 3. Liga zur Eindämmung des Coronavirus Sars-CoV-2 eingestellt. Wann der Ball wieder rollen wird, ist noch lange nicht abzusehen. "Wir wissen, dass diese Maßnahme tiefgreifende wirtschaftliche Einschnitte für jeden Einzelnen bedeuten. Deshalb werden das Präsidium, der Aufsichtsrat und die Geschäftsleitung alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Situation sukzessive zu verbessern", so Metzelder weiter.  

Coronavirus: Preußen Münster schließt Kündigungen nicht aus

Erstmeldung: 18. März. Münster – Wenn Betriebe still stehen, fließt kein Geld. Dasselbe gilt auch für Fußballvereine, die derzeit auf wichtige Einnahmen verzichten müssen. Das trifft Clubs wie Preußen Münster um einiges härter als beispielsweise den FC Bayern.

Bis zum 30. April setzt die 3. Liga ihren Spielbetrieb aufgrund der Coronavirus-Pandemie aus. Ob ab Mai wieder gespielt werden kann, ist noch längst nicht abzusehen. Kann ein finanziell chronisch klammer Verein wie Preußen Münster solch eine lange Durststrecke ohne Einnahmen stemmen?

"Große Verantwortung": Preußen Münster will Arbeitsplätze sichern

Dabei sind es nicht nur die Spieler, sondern vor allem die Mitarbeiter des Vereins, Betreuer sowie Aushilfen, die sich aufgrund des stillgelegten Spielbetriebs Sorgen machen. "Diesen Mitarbeitern gegenüber hat man angesichts der wirtschaftlich schwierigen und existenzbedrohenden Situation eine besonders große Verantwortung", teilte der Verein am Dienstag (17. März) mit.

Derzeit kann noch nicht vorhergesagt werden, wie sich die Lage rund um das Coronavirus in Deutschland weiter entwickeln wird. Da auch noch unklar ist, wann der Spielbetrieb der 3. Liga und somit für Preußen Münster wieder fortgeführt und die Mitarbeiter beschäftigt werden können, seien auch bei Preußen Münster betriebsbedingte Kündigungen nicht auszuschließen.

Wie geht es für den SCP weiter? Der Verein ist durch die Coronavirus-Krise besonders schwer getroffen.

Coronavirus: Preußen Münster hofft auf Sponsorengelder

"Trotzdem wird der Verein alles daransetzen, diese zu vermeiden und eine Lösung im Sinne der Mitarbeiter zu finden", so die Ansage des SCP. Gemeinsam mit den Vertragspartnern des Drittligisten habe die Geschäftsführung von Preußen Münster auch Modelle wie Kurzarbeit besprochen, die helfen könnten, während der Coronavirus-Krise langfristig Jobs zu sichern.

Der Club kündigte zudem an, als Reaktion auf die derzeitige Lage um das Coronavirus die Geschäftsstelle sowie den Fan- und Ticketshops am Fiffi-Gerritzen-Weg 1 für Besucher zu schließen. Auch der Shop in den Arkaden in Münster wird demnächst vorerst dicht machen. Preußen Münster wird nun auf seine Sponsoren zugehen und um Unterstützung werben. "Dies geschieht in dem Wissen, dass zahlreiche Partner selbst unmittelbar von der Krise betroffen sind", heißt es.

Preußen Münster vor schweren Zeiten durch Coronavirus-Krise

Trainiert wird am Gelände von Preußen Münster derzeit auch nicht mehr. Der Verein folgt damit den behördlichen Vorgaben. Es sind harte und ungewisse Zeiten, die auf die Adlertäger aufgrund des Coronavirus zukommen. Der Ausgang des derzeitigen Zustands ist noch nicht abzusehen.

Am Dienstag hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in einer Pressekonferenz nochmals eindringlich darauf hingewiesen, dass die Bürger aufgrund des Coronavirus zu Hause bleiben sollen. "Es gehe um Leben und Tod", lautete sein eindringlicher Appell. 

Derweil vertreiben sich viele Fußballer die Zeit mit der StayAtHome-Challenge. Auch Jan Löhmannsröben von Preußen Münster zeigte seine Skills am Klopapier. Für den Verein wird die derzeitige Krise zu einer Zerreißprobe. Jetzt hat Preußen Münster seine Fans um finanzielle Unterstützung gebeten.

Rubriklistenbild: © Sohrab Dabir/msl24.de

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