Preußen Münster

Nach Block-Streit: Preußen lenkt ein – und stellt Fans ein Ultimatum

Im Fanblock der Ultras bleibt erstmal alles beim Alten - fürs Erste.
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Im Fanblock der Ultras bleibt erstmal alles beim Alten - fürs Erste.

Miese Stimmung gab es bei Preußen Münster in dieser Woche zwischenzeitlich: Der Verein wollte ab dem kommenden Heimspiel den Ultra-Block vom restlichen Fanbereich abtrennen. Jetzt ruderte der SCP zurück.

  • Preußen Münster wollte Fanblock O abtrennen.
  • Grund war wiederholter Einsatz von Pyrotechnik.
  • Jetzt lenkt der Verein ein.

Update: 31. Januar. Der Ärger war groß innerhalb der Fanszene von Preußen Münster: Der Verein hatte in dieser Woche verkündet, den Block O, in dem sich die Ultras des SCP bei Heimspielen befinden, von den restlichen Fanblöcken abzutrennen. Der Zugang zum Bereich sollte nur noch über die Blöcke A und B und nicht mehr über den Haupteingang möglich sein.

Die Fanszene reagierte auf das Vorhaben mit harten und kritischen Worten in Richtung Geschäftsführung und insbesondere Veranstaltungsleiter Thomas Hennemann ("disqualifiziert sich für das Amt"). Nun hat Preußen Münster am Donnerstagabend (30. Januar) eine Stellungnahme abgegeben und das Vorhaben begründet.

Zunächst: Die Maßnahme, den Block O zu trennen, nimmt der Verein wieder zurück, zumal dadurch viele unbeteiligte Fans davon beeinträchtigt wären. Im Zuge dessen klärte Preußen Münster auf, wie es zu der ursprünglichen Entscheidung kam.

Auslöser war, wie bereits zuvor angedeutet, der wiederholte Einsatz von Pyrotechnik aus dem Block O. Negativer Höhepunkt sei das Heimspiel gegen Meppen in der vergangenen Saison gewesen, bei dem "unbeteiligte Personen auf der Haupttribüne insbesondere durch die Rauchentwicklung einer Gesundheitsgefährdung ausgesetzt wurden", heißt es.

Aufgrund dessen wurde entschieden, den Block O nicht mehr der aktiven Fanszene zur Verfügung zu stellen, zumal das auferlegte Sicherheitskonzept diesen Bereich generell nicht als Ultra-Block vorsehe. Von dieser Maßnahme habe Preußen Münster, trotz Abratens der Sicherheitsbehörden, nach einem positiven Gespräch mit der Fanszene Abstand gehalten. Jedoch gab es in diesem Zuge ein Ultimatum: Ein weiterer Pyro-Einsatz würde zu einer Blocksperre führen.

Nachdem es dann im vergangenen Dezember im Heimspiel gegen Magdeburg (2:0) erneut im Fanblock brannte, musste der Verein reagieren: Geschäftsführung und Veranstaltungsleiter befänden sich in einer Position, in der sie straf- und zivilrechtlich dafür belangt werden können, wenn Personen zu Schaden kommen – obwohl dies durch ein Sicherheitskonzept hätte verhindert werden können. Daher habe man entschieden, den Block O vom restlichen Fanbereich abzutrennen.

Der jetzige Schritt zurück ist dennoch mit einem klaren Appell an die Ultras von Preußen Münster gerichtet, das Abbrennen von Pyrotechnik ab sofort zu unterlassen. "Andernfalls wird der SC Preußen Münster das Sicherheitskonzept endgültig durchsetzen und den Block O nicht mehr für die aktive Fanszene freigeben." Das gesamte Statement sehen sie unten im Wortlaut.

Preußen Münster lässt Block O abtrennen

Erstmeldung: 30. Januar. Münster – Im Abstiegskampf kann die Stimmung im Verein eine entscheidende Rolle spielen. Ziehen alle Beteiligten an einem Strang, können sich Kräfte entwickeln, die den Erfolg herbeiführen können. Die positive Stimmung ist bei Preußen Münster jedoch fürs Erste dahin.

Am vergangenen Montag (27. Januar) hat die Geschäftsführung des SCP in einem Sicherheitsgespräch verkündet, den Block O des Preußenstadions, in dem die aktive Fanszene untergebracht ist, ab dem kommenden Spiel von Preußen Münster gegen den MSV Duisburg (1. Februar) vom restlichen Stehplatzbereich abzutrennen. Zugang erhalten die Anhänger nur noch über den Bereich der Blöcke A und B und nicht mehr über den Haupteingang bei Block N.

Nach Pyro im Heimspiel: Preußen Münster trennt eigene Fans

Der Grund für diese Maßnahme? Im vergangenen Heimspiel gegen den FC Magdeburg (2:0) zündeten die Ultras des SCP Pyrotechnik. Es war nicht das erste Mal, dass die Anhänger von Preußen Münster in jüngster Vergangenheit Bengalos zündeten. Mit der Maßnahme will der Verein die Ultras von den restlichen Fans trennen – und das sorgt für Empörung bei den Betroffenen.

"Das Stadionerlebnis in Münster lebt seit jeher von der Bewegungsfreiheit im Heimbereich und dem Austausch zwischen Preußenfans verschiedener Couleur, es ist nicht nachzuvollziehen, wie man mitten im Abstiegskampf auf die Idee kommt den Heimbereich derart zu spalten", kommentierte die aktive Fanszene von Preußen Münster die Maßnahme. Vor allem wird kritisiert, dass der Beschluss "im kleinen Kreis getroffen wurde und weder der Fanbeirat Burkhard Brüx noch das Fanprojekt in diese Entscheidung eingebunden waren".

Die Fanszene von Preußen Münster will Konsequenzen nach der Block-Trennung ziehen. (Symbolbild)

Preußen Münster: Fanszene zieht ab sofort Konsequenzen 

Besonders Veranstaltungsleiter Thomas Hennemann bekam in der Stellungnahme der Fanszene sein Fett weg. Er habe sich durch diese Maßnahme endgültig für das Amt disqualifiziert, denn "mit seinen Ansichten zu Fanbelangen und seiner Art mit Preußenfans umzugehen, ist er für Preußen Münster nicht mehr tragbar".

Die Fanszene zieht jetzt ihre Konsequenzen aus der Blocktrennung. Bis auf Weiteres werde man nicht mehr wie gewohnt im Preußenstadion in Erscheinung treten. Der Schritt sei ihnen nicht leicht gefallen – "er ist angesichts der aktuellen Entwicklung allerdings alternativlos", heißt es. Den Spielern von Preußen Münster habe man diesen Schritt bereits persönlich mitgeteilt.

Der Verein hat sich zu dem Thema noch nicht geäußert. Für den Donnerstagnachmittag (30. Januar) wird jedoch eine Stellungnahme von den Verantwortlichen von Preußen Münster erwartet. Das Heimspiel von Preußen Münster gegen den MSV Duisburg endete in einer deutlichen Niederlage: Die Adlerträger unterlagen 1:4. 

Derweil gab der Verein den nächsten Wechsel bekannt: Ugur Tezel verlässt Preußen Münster in Richtung Berliner AK. "Das darf uns nicht noch einmal passieren", sagt Sascha Hildmann vor dem Spiel von Preußen Münster gegen den 1. FC Kaiserslautern. Die Fehler aus dem Duisburg-Spiel sollen nicht wieder vorkommen.

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