Preußen Münster

"Das falsche Signal": Stadt Münster gegen Fortsetzung der 3. Liga

Seit Wochen wird munter diskutiert, wie es mit dem deutschen Fußball weitergehen soll. Die Stadt Münster plädiert für einen Saisonabbruch und steht dabei an die Seite von Preußen Münster.

  • Wegen des Coronavirus ruht seit Wochen der deutsche Fußball.
  • Preußen Münster plädierte für den Abbruch der Saison.
  • Unterstützung erhält der Verein jetzt von der Stadt Münster.

Münster – Der Ball ruht, doch die Diskussionen laufen heiß. Seit mehreren Wochen ist der Spielbetrieb im deutschen Fußball wegen der Coronavirus-Krise eingestellt. Auch das Training hat Preußen Münster bislang noch nicht wieder aufgenommen. In die Debatte schaltete sich jetzt auch die Stadt Münster ein.

Preußen Münster: Stadt könnte Wiederaufnahme der 3. Liga während Coronavirus-Krise "nicht nachvollziehen"

Der Verein positionierte sich bereits klar und plädierte aufgrund der Coronavirus-Pandemie für einen Abbruch der diesjährigen Drittliga-Saison. Unterstützung gab es für den SC Preußen jetzt von der Stadt Münster. "Die aktuellen Diskussionen auf Bundesebene zu Geisterspielen und anderen Initiativen zur Wiederaufnahme des Profispielbetriebes kann ich nicht nachvollziehen. Solange wir Kindern und Jugendlichen aus Corona-Schutzgründen den Mannschaftssport in der Breite verbieten, können wir nicht vermitteln, dass Profifußballer wieder aufs Spielfeld dürfen", erklärte Oberbürgermeister Markus Lewe am Montag (5. Mai).

Für die erste Spielklasse scheint es einen konkreten Plan zu geben. So soll der Spielbetrieb in der Bundesliga trotz Coronavirus im Mai fortgesetzt werden. Ein Konzept, das die Stadt Münster für die 3. Liga nicht mittragen möchte: "Der Profi-Fußball hat eine Ausstrahlung weit über die Fußballszene hinaus. So sehr ich mir wieder schöne Fußballspiele wünsche – zum gegenwärtigen Zeitpunkt wären sie das falsche Signal", kommentiert Wolfgang Heuer, Leiter des Corona-Krisenstabes, die derzeitige Situation rund um den Fußball.

Ob und wann es im Preußenstadion wieder Fußball zu sehen gibt, bleibt abzuwarten.

Coronavirus: Preußen Münster gegen Re-Start der 3. Liga wegen Gesundheitsrisiken

Die Mehrheit der Drittligisten gibt jedoch ein anderes Bild ab. Vergangene Woche ergab eine Umfrage aller Vereine, dass eine Fortsetzung des Spielbetriebes von den meisten Clubs trotz Coronavirus gewünscht wird. Malte Metzelder, Sportdirektor von Preußen Münster, weist auf die Gesundheitsrisiken durch das Coronavirus hin, die eine Wiederaufnahme der Saison mit sich bringen würde: "Priorität hat für uns der Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Spieler, Betreuer und all derjenigen darüber hinaus, die für die Durchführung des Spielbetriebs ihre Gesundheit aufs Spiel setzen müssen. Wir wollen nicht, dass für den Fußball Sonderregeln geschaffen werden, während in Schulen und Kitas, in Gaststätten und im alltäglichen Leben weiterhin viele Restriktionen bestehen." 

Nun hat der DFB eine Entscheidung getroffen: Die 3. Liga wird seinen Spielbetrieb fortsetzen. Für Preußen Münster stehen harte Woche in der Coronavirus-Krise bevor. Am Verband gab es von einigen Vereinen Kritik an der Vorgehensweise: Jetzt konterte der DFB die Kritik mit deutlichen Worten.

Als "unsolidarisch" betitelte Tom Eilers, Vorsitzender des Drittliga-Ausschusses, das Vorgehen von Preußen Münster und den anderen Vereinen, die sich für einen Saisonabbruch ausgesprochen haben. Das erste Spiel nach der langen Pause lief für den SCP erfolgreich: Mit 4:2 fertigte Preußen Münster den Halleschen FC ab

Der SC Preußen Münster verlor die Partie gegen Bayern – die Spieler setzten jedoch ein wichtiges Zeichen. 

Rubriklistenbild: © Sohrab Dabir/msl24.de

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