Preußen Münster

Corona-Zwangspause: Arzt von Preußen Münster kritisiert Drittliga-Start

Der Spielbetrieb in der 3. Liga soll nach der Coronavirus-Zwangspause wieder starten. Der Mannschaftsarzt von Preußen Münster äußerte jedoch große Bedenken.

  • Die 3. Liga muss wegen der Coronavirus-Pandemie noch eine Zwangspause einlegen. 
  • Der Spielbetrieb soll aber bald wieder aufgenommen werden. 
  • Preußen Münster hat sich gegen einen Neustart ausgesprochen. 

Update: 22. Mai, 13.15 Uhr. Drittligist Preußen Münster hat bezüglich des Neubeginns in der 3. Liga am 30. Mai nach der Coronavirus-Zwangspause erneut Kritik geäußert. Die Mannschaft aus der Domstadt stehe unter einem immensen Termindruck. Der Club verwies zudem auf noch ausstehende politische Entscheidungen, sich widersprechende Verfügungslagen in einzelnen Bundesländern und ungeklärte vertragsrechtliche Probleme bei einer Verlängerung der Saison über den 30. Juni hinaus, berichtete die WN am Donnerstag (21. Mai). 

Bei Preußen Münster muss nun schnell ein Trainingslager für die Profis organisiert und finanziert werden. Die Verantwortlichen dürfen dabei das Hygienekonzept der 3. Liga nicht außer Acht lassen. Mannschaftsarzt Dr. Cornelius Müller-Rensmann wurde zum Hygienebeauftragten ernannt. In einem Statement zeigte sich Malte Metzelder, Geschäftsführer Sport, erleichtert: "Wir sind Conny zu großem Dank verpflichtet. Er stellt trotz aller persönlicher Bedenken einmal mehr seine privaten und beruflichen Interessen als Betreiber einer eigenen Praxis und der damit verbundenen Verantwortung für seine Patienten, hinten an, um sich voll in den Dienst des Vereins zu stellen." 

Preußen Münster: Nach Coronavirus-Zwangspause – Spielbetrieb in Liga 2 soll starten

Erstmeldung: 18. Mai. Am vergangenen Samstag (16. Mai) schaute die ganze Fußballwelt nach Deutschland. Die Bundesliga ist die erste Liga weltweit, die ihren Spielbetrieb inmitten der Coronavirus-Pandemie nach dem Abbruch fortgesetzt hat. 

Die Resonanz auf den Wiederbeginn der Bundesliga fiel gemischt aus. Die einen waren froh, dass der Ball wieder rollte, viele hingegen konnten mit der gespenstischen Atmosphäre in den Stadien nichts anfangen. Ein ähnliches Szenario wird es auch bald in der 3. Liga geben. Der 26. Mai wurde als Termin für den Re-Start angepeilt. Preußen Münster und sieben andere Clubs hatten sich zuvor wegen der Coronavirus-Pandemie für einen Abbruch ausgesprochen. Doch aus dem geplanten Termin in der kommenden Woche wird nichts.

Preußen Münster will Saison wegen Coronavirus beenden

Da es weiterhin noch keine Freigabe der Politik zum Wiederbeginn der 3. Liga gibt, müssen die Akteure noch warten, bis es in Deutschlands dritthöchster Spielklasse wieder losgeht. Wann der Ball nun wieder rollt, auch in Münster, ist noch ungewiss. Derweil gab es für Preußen Münster und die anderen Abbruch-Befürworter der 3. Liga nun scharfe Kritik aus dem Ausschuss.

Tom Eilers, Vorsitzender des Drittliga-Ausschusses, fand in der MDR-Sendung "Sport im Osten" klare Worte. Die mögliche Verlängerung der Liga bis in den Juli hinein hätten sich die Vereine, die sich für den Abbruch der Saison ausgesprochen hatten, "selber eingebrockt". Neben Preußen Münster wollten unter anderem auch der Chemnitzer FC und der 1. FC Magdeburg den Spielbetrieb nicht mehr fortsetzen.

Wann im Preußenstadion wieder gespielt wird, ist noch unklar.

Scharfe Kritik aus dem Ausschuss an Preußen Münster und sieben andere Klubs

"Aus meiner Sicht ist das bewusst so gewesen, dass einige Klubs sagen, wir können noch nicht wieder anfangen, dies und jenes klappt nicht, wir können dies und jenes nicht", so Eilers weiter. Es sei "äußerst unsolidarisch, was einige Klubs hier machen", findet der Ausschuss-Chef und schießt damit auch scharf gegen Preußen Münster und spricht gar von einem "Skandal".

Laut Eilers verkaufe sich die 3. Liga während der Coronavirus-Krise "extremst schlecht". Kritik hatte zuvor auch DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius geäußert. Es sei unverständlich, wieso eine richtige Vorbereitung bei den Vereinen, die wie Preußen Münster einen Saisonabbruch herbeisehnten, nicht möglich sei. Zudem seien keine wirklichen Alternativen zum Abbruch der Spielzeit 2019/2020 aufgezeigt worden. 

Das erste Spiel nach der langen Pause lief für den SCP erfolgreich: Mit 4:2 fertigte Preußen Münster den Halleschen FC ab. Der SC Preußen Münster verlor die Partie gegen Bayern – die Spieler setzten jedoch ein wichtiges Zeichen.

Nach dem Sieg gegen Unterhaching will Preußen Münster bei der SG Sonnenhof Großaspach einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt machen.

Rubriklistenbild: © Sohrab Dabir/msl24.de

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