Preußen Münster

"Kann man nicht oder will man nicht?": DFB kontert Kritik der Drittligisten

Die 3. Liga geht demnächst gespalten wieder an den Start. Auch Preußen Münster war gegen den Wiederbeginn. Jetzt gab es Kritik vom DFB.

  • Am 26. Mai setzt die 3. Liga ihren Spielbetrieb fort.
  • Preußen Münster hatte sich wegen des Coronavirus für einen Saisonabbruch ausgesprochen.
  • DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius äußerte jetzt deutliche Kritik an einigen Vereinen.

Münster/Frankfurt – Der Start der 3. Liga rückt immer näher. Ab dem 26. Mai soll der Ball auch in Deutschlands dritthöchster Spielklasse wieder rollen. Während die Coronavirus-Pandemie das Leben weiter fest im Griff hat, wird es bundesweit in den Stadien wieder um Punkte gehen.

Die 3. Liga war sich vor der Entscheidung nicht einig darüber, wie die restliche Saison gehandhabt werden soll. Fast die Hälfte der Vereine, darunter auch Preußen Münster, waren wegen der Coronavirus-Krise gegen eine Wiederaufnahme der Spiele. Doch der DFB entschied sich letztlich dafür, den Spielbetrieb fortzuführen. Dafür gab es von einigen Vereinen harsche Kritik.

Drohungen vom DFB? Verband kontert Kritik

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) warf dem DFB vor, "unerträglichen Druck auf Politik und Vereine" auszuüben. So habe der Verband sogar damit gedroht, dem 1. FC Magdeburg und dem Hallescher FC die Lizenz zu entziehen, sollten die Klubs den Spielbetrieb nicht wieder aufnehmen. Auch sie waren wie Preußen Münster wegen der Corona-Krise gegen den Re-Start der Liga, der am 26. Mai erfolgt.

Nun konterte der Verband die Kritik aus Sachsen-Anhalt deutlich. DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius betonte, dass sich die Mehrheit der deutschen Klubs derzeit trotz Coronavirus auf die Fortsetzung des Spielbetriebs konzentriere. "Wieso ist dies überall dort möglich, aber ausgerechnet bei den Klubs nicht, die sich seit Wochen für einen Saisonabbruch aussprechen? Dies ist rein sachlich und faktisch nicht nachvollziehbar. Und es muss auch die Frage erlaubt sein: Kann man nicht oder will man nicht?"

Der DFB will den sportlichen Wettbewerb nicht am grünen Tisch ausführen.

Keine Alternativen für DFB: Kritik auch an Preußen Münster und anderen Vereinen

Auch die Kritik von Haselhoff wies der Verband von sich. Es sei korrekt, dass es ein Telefonat mit DFB-Präsident Fritz Keller und Curtius sowie Sachsen-Anhalts Ministerpräsident gegeben habe. Jedoch nicht, um Druck auf die Vereine auszuüben. "Vielmehr ging es darum, die Perspektive des DFB zu hinterlegen, der allein aus statuarischen Gründen dazu verpflichtet ist, alle Möglichkeiten zu prüfen, den Spielbetrieb wiederaufzunehmen." 

Die acht Vereine, darunter Preußen Münster, die sich für den Abbruch der Saison ausgesprochen hatten, hätten zudem keine Alternativen aufgezeigt, wie es weitergehen soll. "Wollen diese Klubs dann bis nächstes Jahr mit der 3. Liga aussetzen? Diese Antworten bleiben alle Befürworter des Saisonabbruchs schuldig", so Curtius. Der DFB sei auch in Zeiten des Coronavirus dafür, den sportlichen Wettbewerb auf dem Rasen und nicht am grünen Tisch auszutragen. "Diese Haltung würde ich mir von allen Beteiligten wünschen", betont der DFB-Generalsekretär.

Eines ist auf jeden Fall sicher. Der zu Saisonbeginn geplante Spielplan des SC Preußen Münster für die 3. Liga wird in der ursprünglichen Form keinen bestand mehr haben. Sollte der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden, treten die Adlerträger an anderen Daten gegen den Ball.

Als "unsolidarisch" betitelte Tom Eilers, Vorsitzender des Drittliga-Ausschusses, das Vorgehen von Preußen Münster und den anderen Vereinen, die sich für einen Saisonabbruch ausgesprochen haben. Das erste Spiel nach der langen Pause lief für den SCP erfolgreich: Mit 4:2 fertigte Preußen Münster den Halleschen FC ab.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Arne Dedert/dpa

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