Stürmer steht Rede und Antwort

"Arbeiten für die Mannschaft": Neuzugang Luca Schnellbacher im Exklusiv-Interview

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Hat mit Münster einiges vor: Preußens Neuzugang Luca Schnellbacher (l).

Er ist einer von bislang neun Neuzugängen des SC Preußen. Vor seinem Antritt in Münster verrät Luca Schnellbacher im Interview, wieso er zum SCP gewechselt ist, was ihm auf dem Platz am meisten Spaß macht und was er auf der Gitarre spielen kann.

Münster – Mit dem VfR Aalen (Baden-Württemberg) hatte er eine schwierige Saison hinter sich, mit Preußen Münster will Luca Schnellbacher jedoch neu angreifen. Lesen Sie dazu auch die Übersicht zu allen Transfers bei Preußen Münster für die Saison 2019/2020, in der sich die Adlerträger neu aufstellen. 

Wir haben uns mit dem aktuellen Neuzgang des SCP unterhalten und unter anderem die Frage geklärt, wieso es ihn und seine Frau lieber auf's Land zieht. 

Hallo Luca, wo bist du gerade? 

Luca Schnellbacher: Zuhause in Aalen noch.

Sachen schon gepackt für den Umzug? 

Schnellbacher: Ne, erst ab dem 1. August. Ich bin jetzt so lange im Hotel.

Die kurze Sommerpause ist fast schon wieder vorbei. Wie sehr freust Du dich darauf, dass es hier in Münster bald losgeht?

Schnellbacher: Ich freue mich schon. Wir hatten jetzt etwas mehr als drei Wochen, in denen wir uns entspannen konnten. Von daher freut man sich schon, dass es wieder losgeht.

War denn überhaupt richtiger Urlaub möglich? 

Schnellbacher: Urlaub konnte ich nicht wirklich machen. Wir waren eher damit beschäftigt auf Wohnungssuche zu gehen. Sind dafür öfter hoch nach Münster gefahren. Es war etwas zäh eine Wohnung zu finden. Aber jetzt haben wir was gefunden.

Zuletzt war zu lesen, dass du nicht nach Münster ziehst, sondern eher ländlich in der Nähe von Coesfeld wohnen wirst. Warum Land statt Stadt? 

Schnellbacher: Meine Frau und ich sind nicht so die Stadtmenschen. Wir kommen selber vom Land und suchen dementsprechend eher etwas ruhigeres, wo wir gut abschalten können, wenn wir nach Hause kommen. Daher passt das sehr gut.

Luca Schnellbacher will für Preußen Münster "arbeiten"

Es gab sicherlich mehrere Vereine, die sich für dich interessiert haben. Was hat den Ausschlag für Preußen Münster gegeben? 

Schnellbacher: Ja, es gab schon einige Interessenten, aber die Gespräche mit den Verantwortlichen und dem Trainer von Preußen Münster haben mich letztlich überzeugt, den Weg zu gehen – auch längerfristig. Ich habe mich dort gut aufgehoben gefühlt. Die Spielrichtung, das Team – das alles hat mich überzeugt nach Münster zu kommen.

Auf was für einen Spielertyp können sich die Preußen-Fans freuen? Was macht dir auf dem Platz besonders Spaß? 

Schnellbacher: Arbeiten! Arbeiten für die Mannschaft.

Also bist du eher einer im Hintergrund, der die Mannschaft gut aussehen lässt? 

Schnellbacher: Ja, doch. Ich würde mich auch freuen, wenn ich einige Tore für Münster erzielen kann. Aber an sich bin ich eher ein Arbeiter und ich hoffe, die Arbeit wird am Ende belohnt.

Bislang hat der SCP viele Spieler aus der Regionalliga geholt. Seid ihr so konkurrenzfähig in der 3. Liga? 

Schnellbacher: Ich denke, dass Malte [Metzelder] und das Scouting-Team bislang gute Arbeit geleistet und Spieler geholt haben, die sich bisher auch in der Regionalliga bewiesen haben. Es muss ja auch nicht automatisch heißen, dass man die 3. Liga nicht schafft, wenn man bisher nur Regionalliga gespielt hat. Ich denke, es ist auch eine Chance, die die jungen Spieler nutzen wollen und dafür alles geben. Ich denke auch, dass die sich schneller etablieren werden als einer, der aus der 2. Liga kommt und schon bisschen was erreicht hat und dann vielleicht nicht alles gibt. In der 3. Liga ist es am Wichtigsten, dass man über die Mannschaft kommt.

Vermutlich ist es dann auch eine Chance mit einem komplett neuen Team, in dem alle Bock haben, etwas zu erreichen? 

Schnellbacher: Definitiv! Das sehe ich genauso. Jeder möchte dort arbeiten und weiterkommen. Von daher ist der Grundstein bereits gelegt.

Mit Torwart Olli Schnitzler hat sich Schnellbacher bereits ausgetauscht.

Preußen Münster: Wieso für Luca Schnellbacher eine starke Fanbase wichtig ist

Hattest du schon Kontakt zu deinen künftigen Mitspielern?

Schnellbacher: Ja, mit dem Olli Schnitzler habe ich kurz geschrieben. Gegen ihn habe ich ja bereits einige Male schon gespielt. Aber mit dem Rest hatte ich eher weniger Kontakt, aber ich denke das wird jetzt relativ schnell gehen.

Du hast es angedeutet: Du hast bereits öfter gegen Preußen gespielt und lustigerweise gegen kein Team mehr Tore erzielt und vorbereitet als gegen den SC Preußen (drei Tore und zwei Vorlagen in sieben Spielen). Welche Erinnerungen hast du an die Duelle mit dem SCP? 

Schnellbacher: Wir hatten immer gute Spiele. In Münster war es immer schön zu spielen mit der Fanbase, die sie dort haben. Es macht dort immer Spaß zu spielen. Die Duelle waren immer sehr heiß.

Ist dir eine starke Fanbase wichtig als Spieler? 

Schnellbacher: Es macht deutlich mehr Spaß, wenn viele Zuschauer im Stadion sind. Das motiviert einen nochmal zusätzlich. Als Spieler ist man zwar immer motiviert, aber das kann nochmal ein ausschlaggebender Punkt sein, der einen voran treibt und am Ende die drei Punkte bringt.

Die vergangene Saison mit den VfR Aalen war mit Sicherheit nicht leicht. Welche Lehren ziehst du aus der letzten Spielzeit? 

Schnellbacher: Wir hatten wenig Matchglück in der vergangenen Saison und haben viele Gegentore in der Nachspielzeit bekommen. Man muss 90 Minuten wach sein und bis zum Schluss als Kollektiv arbeiten.

Du hast mit deinen 25 Jahren schon 187 Drittliga-Spiele auf dem Buckel. Was macht für dich die 3. Liga besonders – auch im Vergleich zu anderen Ligen?

Schnellbacher: Die 3. Liga ist besonders, weil dort jeder jeden schlagen kann. Es gibt keine Mannschaft die komplett wegbricht. Mit Aalen haben wir zum Beispiel gegen den KSC gewonnen, die zu dem Zeitpunkt Tabellenzweiter waren. Die Liga ist immer für eine Überraschung gut. Das macht es interessant. Auch wegen der vielen Traditionsvereine. Die Liga wird in der neuen Saison wieder sehr stark sein. Da gilt es sich zu beweisen.

"Das motiviert zusätzlich." Luca Schnellbacher lässt sich von lautstarker Unterstützung im Stadion anspornen.

Luca Schnellbacher will mit Preußen Münster einiges erreichen

Hast du Ambitionen, höherklassig zu spielen?

Schnellbacher: Ja, definitiv. Es war schon immer ein Traum Bundesliga zu spielen. Aber die 2. Liga ist jetzt das nächste Ziel. Ich arbeite persönlich darauf hin, irgendwann mal in der 2. Liga zu spielen.

Mit Preußen Münster? 

Schnellbacher: Ja, natürlich. Das wäre mir am liebsten(lacht).

Gibt es bereits etwas, das du mit der Stadt Münster verbindest? 

Schnellbacher: So oft waren wir noch nicht da. Wir waren jetzt einmal in der Innenstadt, die gefällt uns schon sehr gut. Und im Dom waren wir auch.

Und neben dem Platz? Was macht Luca Schnellbacher in seiner freien Zeit? 

Schnellbacher: Ich bin momentan am Gitarre lernen. Vor zwei Jahren habe ich mein IST-Fernstudium im Sportmanagement beendet. Ansonsten verbringe ich viel Zeit mit meiner Frau.

Ist Gitarre für dich ein Ausgleich zum anstrengenden Fußballerleben?

Schnellbacher: Ja, das ist schon ein Ausgleich für mich. Da habe ich meine Ruhe und muss mich dabei konzentrieren. 

Kannst du schon irgendwelche Lieder spielen? 

Schnellbacher: Ich habe jetzt erst gerade angefangen, die Grundgriffe zu lernen. Ein paar Akkorde kann ich schon spielen.

Danke für das Interview!

Reichlich Erfahrung bringt auch der neuste Transfer mit: Preußen Münster hat sich die Dienste von Julian Schauerte gesichert. Mit ihm kommt hingegen jede Menge Talent in die Domstadt: Offensivspieler Seref Oezcan spielt in der neuen Saison ebenfalls für Preußen Münster.

Kurz vor Saisonstart stellt sich zudem die Frage: Gehört Preußen Münster zu den Aufstiegskandidaten in der 3. Liga? Die Trainer der Konkurrenz haben dazu eine klare Meinung – und auch Preußen-Münster-Coach Sven Hübscher macht eine klare Ansage.

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