SCP verliert 0:2

Bittere Pleite in Köln: Preußen noch zu grün für die Tabellenspitze

Nach drei Siegen in Folgen sollte der vierte Streich her: Doch am Ende herrschte nur große Enttäuschung bei Preußen Münster. Der Trainer ärgerte sich vor allem über den Schiedsrichter.

Köln/Münster – Hängende Köpfe, enttäuschte Blicke – das 0:2 bei Fortuna Köln hat Preußen Münster einen echten Dämpfer versetzt. Die vermutlich traurigste Tatsache war, dass der Sieg der Rheinländer an diesem kalten Novemberabend völlig in Ordnung ging.

„Der entscheidende Punkt war, dass wir heute in der 1. Halbzeit nicht auf der Höhe waren“, musste Simon Scherder nach der Niederlage eingestehen. Zu zaghaft und schwach im Zweikampf präsentierte sich Preußen Münster im Kölner Südstadion. Die Folge: Nach 20 Minuten klingelte es im Kasten von SCP-Keeper Max Schulze Niehues, nachdem Roman Prokoph die indisponierte Abwehr der Gäste überlief und einnetzte. „Da waren wir alle ein bisschen am Schlafen“, gestand Scherder.

VereinPreußen Münster
StadionPreußenstadion
TrainerSascha Hildmann

Preußen Münster: Sascha Hildmann tobt wegen Schiedsrichter

Nach dem Gegentreffer machte der Absteiger da weiter wo er aufgehört hatte: Harmlos im Zweikampf und ohne Durchschlagskraft nach vorne. Fortuna Köln fokussierte sich nach dem Seitenwechsel darauf, das knappe Ergebnis zu halten. Preußen Münster fand gegen den tief stehenden Gegner keinerlei Konzept. „Das wird uns in dieser Liga öfter vorkommen, dass wir auf Gegner treffen, die sich hinten einigeln“, sagte Simon Scherder nach dem Spiel mit Blick auf die kommenden Wochen und Monate.

Als der SCP zum Schluss hinten aufmachte, legte Francis Ubabuike acht Minuten vor Schluss noch einen drauf und traf zum 2:0-Endstand. Trainer Sascha Hildmann ärgerte sich nach dem Spiel nicht nur über die Leistung seiner Elf („Wir haben die erste Halbzeit verschlafen“), sondern auch über den Unparteiischen. Als Nicolai Remberg nach zehn Minuten im gegnerischen Strafraum von Kölns Verteidiger Jannik Löhden zu Fall gebracht wurde, blieb der Elfmeterpfiff aus. Sehr zum Entsetzen des Coaches von Preußen Münster.

„Das war glasklar und das war derselbe Schiedsrichter von Bonn. Ich kann es einfach nicht verstehen, dass der Schiedsrichter zu so einem Spitzenspiel wieder hergeschickt wird“, ließ Sascha Hildmann seinem Frust freien Lauf. Jonas Windeln pfiff bereits die Partie zwischen Preußen Münster und dem Bonner SC – dort hatte er Remberg mit einer – aus Sicht des SCP unberechtigten – roten Karte vom Platz geschickt.

Preußen Münster kann BVB-Patzer nicht ausnutzen

„Das ärgert mich maßlos. Da muss der Verband auch mal Fingerspitzengefühl zeigen, um so etwas zu verhindern. Ich bin stinksauer“, kriegte sich Sascha Hildmann nach dem 0:2 kaum noch ein. Genügend Zeit, die vierte Saisonniederlage von Preußen Münster zu verhindern, hatten seine Spieler in den folgenden 80 Minuten dennoch. Doch die starken Leistungen der vergangenen Wochen konnte das Team an diesem Abend nicht bestätigten. „Der eine oder andere Spieler ist nicht an seine Topform gekommen. Dann gewinnst du eben nicht gegen so eine Mannschaft“, so der Coach.

Große Enttäuschung bei den Spielern nach dem 0:2 gegen Fortuna Köln.

Besonders bitter war die Niederlage aufgrund der Tatsache, dass die Zweite von Borussia Dortmund am 17. Spieltag ihr erstes Spiel dieser Saison verlor (1:2 gegen Rödinghausen), Preußen Münster daraus jedoch kein Kapital schlagen konnte. Acht Punkte beträgt der Abstand mittlerweile auf Spitzenreiter Rot-Weiß Essen. Wie es aussieht, scheint der Drittligaabsteiger in dieser Saison noch nicht für höhere Aufgaben berufen zu sein. Zumindest besteht bereits in zwei Tagen die Möglichkeit, die Niederlage aus Köln gegen den FC Wegberg-Beeck im Preußenstadion gut zu machen.

Rubriklistenbild: © Jürgen Peperhowe/WN

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