Schock beim SCP

Es ist vorbei: Kein Preußen-Stadion in Bösensell!

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Wo spielt der SC Preußen in den kommenden Jahren? Diese Frage ist nach den gescheiterten Plänen für Bösensell wieder neu entfacht.

Freitagabend platzte die Bombe: Preußen Münster bekommt sein geplantes Stadion in Bösensell nicht. Nach dem Schock stellt sich jetzt die Frage: Wie geht es weiter?

Update 5. November: Nach dem zerplatzten Traum: Wunden lecken bei Preußen Münster

Das vergangene Wochenende sollte ein Highlight in dieser Saison werden. Der SC Preußen fieberte der Begegnung gegen 1860 München entgegen. Doch keine 20 Stunden vor dem Anpfiff platzte die Bombe: Der SCP bekommt sein geplantes Stadion in Bösensell nicht. Der Besitzer des Grundstücks unweit der A43 will den Münsteranern seine Fläche doch nicht verkaufen. Eine schriftliche Zusage gab es nie. 

Über die Gründe der Absage kann zu diesem Zeitpunkt nur spekuliert werden. Angeblich soll der öffentliche Druck aus der Gemeinde zu hoch und die Ablehnung aus der Bevölkerung gegen ein Preußenstadion zu groß gewesen sein. Vor einigen Tagen hatte ein anonymes Flugblatt in Bösensell die Runde gemacht, das sich offen gegen eine neue Arena des Clubs aus Münster positionierte. 

Preußen Münster nach Absage aus Bösensell im Dilemma

Der SC Preußen reagierte am Freitagabend noch mit einer Stellungnahme und zeigte sich darin enttäuscht über das Ende für den geplanten Standort. "Nach mehr als einem Jahr intensiver Arbeit überrascht diese Begründung für das 'Aus'. Es hat zwar bezüglich der Übertragung der Grundstücke keine verbindliche Zusage gegeben, die grundsätzliche Bereitschaft hierzu war jedoch durchgehend Stand der Verhandlungen und Grundlage dafür, dass es überhaupt zu diesen Verhandlungen kommen konnte", hieß es aus Münster.

Nahe der Autobahnausfahrt an der A43 sollte das neue Preußenstadion in Bösensell entstehen.

Nach dem Schock: Preußen Münster muss neu planen

Wie geht es nun weiter für Preußen Münster? Zunächst gilt es für die Verantwortlichen, den Schock zu verdauen. Der SCP hatte in den vergangenen Monaten alles auf die Bösensell-Karte gesetzt, doch diese ist nun vom Tisch. "Wir müssen jetzt eine saubere und gründliche Analyse vornehmen“, wird SCP-Präsident Christoph Strässer von den WN zitiert. Aus der Lokalpolitik wurde dem SCP in den vergangenen Wochen immer wieder eine Hand gereicht.

So stellten CDU und Grüne in Münster den Preußen einen Ausbau des Stadions an der Hammer Straße in Aussicht. Die Christdemokraten betonten jüngst, den Verein keineswegs im Stich lassen zu wollen. Ein zweitligataugliches Stadion in der Domstadt ist nicht vom Tisch. Doch erstmal muss der Bösenseller Scherbenhaufen aufgekehrt werden.

Update 17.25 Uhr: Stellungnahme des SC Preußen Münster zur Stadiondebatte

Nachdem die Debatte um den Standort des Preußenstadions in den vergangenen Tagen aufs Neue befeuert wurde, hat sich nun auch der SC Preußen zu Wort gemeldet. Darin wird nochmals betont, dass der Rat der Stadt Münster den Plänen für einen Neubau im Münsteraner Stadtgebiet einen Riegel vorgeschoben hatte.

"Um die Zukunftsfähigkeit des SC Preußen Münster sicherzustellen, wurden deshalb Gespräche zur Errichtung eines Stadions außerhalb der Stadtgrenzen geführt", heißt es in der Pressemitteilung des Vereins. Und weiter: "Nach wie vor sehen wir darin eine große Chance mit Nutzen für die gesamte Region.“

Preußen-Präsident Christoph Strässer will offene Debatte führen

Club-Präsident Christoph Strässer betonte jedoch auch selbstkritischt, dass eine öffentliche Debatte über den Verlauf der jüngsten Debatte "vielleicht sinnvoller gewesen wäre" Und weiter: "Wir wünschen, dass wir über alle diese zum Teil noch offenen Fragen alsbald in eine öffentliche Debatte eintreten, die nicht nur die politischen Entscheider einbezieht, sondern auch die Bürgerinteressen berücksichtigt“, so Strässer.

Auch die Aussagen von CDU und Grüne aus Münster kommentierte der Verein in seinem Schreiben und zeigt sich sichtlich erfeut über das Signal aus der Politik. "Der SC Preußen hofft weiterhin auf zielführende und vertrauensvolle Gespräche mit allen Beteiligten und begrüßt die jüngst erneuerten Zusagen zum Standort Hammer Straße durch die Münsteraner Ratsmehrheit ausdrücklich."

Erstmeldung von 14 Uhr

Münster – "Ich bin sehr verärgert", sagte Sendens Bürgermeister Sebastian Täger erst kürzlich. Der Politiker monierte die fehlende Transparenz der Preußen gegenüber der Stadt bezüglich der Pläne rund um den möglichen Stadion-Umzug nach Bösensell. Dieser sei auch weiterhin nicht konkret. Es gebe keine Zusagen, beteuerte Täger erst kürzlich gegenüber der WN. Jetzt gibt es jedoch Signale aus Münster, sollte der Umzug in den Nachbarort scheitern.

Wohin zieht es Preußen Münster? CDU will Stadion an Hammer Straße erhalten und ausbauen

Die Ratsmehrheit von CDU und Grüne sprach sich jetzt für einen Verbleib in der Domstadt aus. "Die CDU-Ratsfraktion hat sich dafür ausgesprochen, dem SC Preußen Münster das Stadion an der Hammer Straße weiter zu erhalten und auszubauen, falls die Vereinspläne für den Neubau eines Stadions in Bösensell scheitern", betonte Unions-Fraktionsvorsitzender Stefan Weber in einer Pressemitteilung. 

Das Preußenstadion in Münster ist seit Jahren sanierungsbedürftig.

Nach der Verabschiedung des Bebauungsplans „Sportpark Berg Fidel“ seien die planungsrechtlichen Voraussetzungen eines zweitligatauglichen Fußballstadions in Münster mit 20.000 Zuschauern geschaffen. Daher werde die CDU in den Haushaltsplanberatungen für das kommende Jahr für weitere Investitionen in das Preußenstadion plädieren.

Lesen Sie auch unsere gesamte Chronik zum Thema Stadionausbau der Preußen

Preußenstadion in Münster? CDU appelliert an die Stadt

Von CDU und Grünen in Münster wird der Plan, nach Bösensell auszuweichen vielmehr als "Plan B" angesehen. Weber betonte zudem die unterschiedlichen Ansichten von Verein und Stadt Senden bezüglich der Stadionfrage. Es sei unverkennbar, dass der „Sturmlauf der SCP-Führung auf eine hohe Bösenseller Abwehrbereitschaft“ stoße und es offenbar auch unter den Preußen-Fans erheblichen Diskussionsbedarf gebe, heißt es in der Mitteilung der Partei. 

Die CDU wolle die Preußen "keinesfalls im Stich lassen", so Weber weiter. Er appellierte auch an die Stadt Münster sich nicht leichtfertig von den Plänen für ein zweitligataugliches Stadion abbringen zu lassen. „Der sportliche Erfolg von Preußen Münster liegt im Interesse der Stadt“, so der sportpolitische CDU-Sprecher Andreas Nicklas, „deshalb tun wir alles, damit der Verein auch künftig eine angemessene Spielstätte haben kann.“

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