Kommentar

Zeichen gegen Rassisten: Danke, Preußen-Fans!

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Unter den Reihen der Preußen-Fans ist kein Platz für Rassisten. Das wurde am Freitag deutlich.

Das sportliche Geschehen rückte am Freitag im Spiel gegen die Würzburger Kickers in den Hintergrund. Grund war die rassistische Entgleisung eines Zuschauers gegen einen Deutschen. Ein Kommentar von msl24.de-Redakteur Sohrab Dabir.

Münster – Es kommt heutzutage leider selten vor, dass Spiele von Preußen Münster bundesweite Beachtung bekommen. Am vergangenen Freitag (14. Februar) war es jedoch so weit. Dies hatte zwar einen traurigen Hintergrund – aber auch einen erfreulichen.

In der Schlussphase des Spiels zwischen Preußen Münster und den Würzburger Kickers wurde der in Deutschland geborene Leroy Kwadwo, Verteidiger bei den Franken, von einem Rassisten mit Affenlauten beschimpft und mit weiteren Hasstiraden rassistisch beleidigt. Was danach folgte, war etwas, worauf Verein und Stadt stolz sein können.

"Nazis raus" bei Preußen Münster

Während in anderen Stadien Deutschlands und Europas die rassistische Entgleisung eines Einzelnen vermutlich ignoriert worden wäre oder andere sich gar noch beteiligt hätten, zeigte sich am Freitag im Preußenstadion, wie die Menschen in Münster ticken. 

Nachdem der Rassist in den eigenen Reihen entlarvt wurde, stimmte das gesamte Stadion "Nazis-raus"-Rufe an. Es war eine bemerkenswerte Aktion, die nicht hoch genug wertgeschätzt werden kann. Doch letztlich ist es nicht wirklich erstaunlich, wie die Fans von Preußen Münster reagiert haben.

Rassisten haben in Münster keinen Platz

Münster ist eine bunte, interkulturelle Stadt, in der Menschen aus aller Welt mit- und nebeneinander leben. Das wird allein dadurch bewiesen, dass die rechtsradikale AfD in Münster keinen Stich sieht. Zu jeder Demonstration gegen Rechts versammeln sich mehrere Tausend Bürger dieser liebenswerten Stadt auf den Straßen.

Denn der Tenor aus Münster ist: Rassisten haben hier keinen Platz – und das werden sie auch nie. Weder im Preußenstadion, noch irgendwo anders. Der Verein kann stolz auf seine Fans sein. Den Anhängern der Adler gebührt ein kräftiges 'Danke'!

Der Übeltäter aus dem Würzburg-Spiel hat nun drei Jahre lang Zeit, seine eigene Dummheit zu reflektieren – so lange wird er nämlich in Deutschland kein Stadion mehr von innen sehen. Und zu seinen Brüdern im Geiste kann nur gesagt werden: Bleibt zu Hause, wir brauchen euch nicht.

Für die Reaktion auf den Rassismus-Eklat werden Preußen Münster und seine Fans nun mit einem Preis geehrt.

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