Eklat im Freitagsspiel

"Wir dulden keinen Rassismus": SC Preußen zieht Konsequenzen 

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Der Rassismus-Eklat im Spiel von Preußen Münster gegen die Würzburger Kickers schlug hohe Wellen. Der Täter konnte schnell entlarvt werden. So geht es jetzt für Verein und Übeltäter weiter.

  • Leroy Kwadwo von den Würzburger Kickers wurde rassistisch beleidigt. 
  • Fans im Preußenstadion stellten sich hinter den 23-Jährigen.
  • Preußen Münster reagiert auf den Vorfall.

Münster – Das Echo nach dem Rassismus-Vorfall beim Spiel zwischen Preußen Münster und den Würzburger Kickers war bundesweit enorm – sowohl in den Medien, als auch deutschlandweit bei Fußballfans. Dass ein dunkelhäutiger Spieler rassistisch beleidigt wird, ist leider keine Seltenheit. Für Aufsehen sorgte hingegen die Reaktion der SCP-Fans.

Tausende Fans von Preußen Münster stimmten lautstark "Nazis raus" an und boten dem Rassismus in ihren eigenen Reihen die Stirn. Der Übeltäter konnte von umstehenden Zuschauern schnell entlarvt und von der Polizei abgeführt werden. Bereits wenige Minuten nach Spielschluss gab der Verein ein emotionales und klares Statement zu dem Geschehen ab.

Leroy Kwadwo bedankt sich bei Preußen Münster

Auch Würzburgs Kicker Leroy Kwadwo, dem die unsäglichen Rufe galten, meldete sich nach der Partie zu Wort. In seinem Instagram-Post zeigte sich der 23-Jährige schockiert und traurig über die Schmähungen des Zuschauers. Im selben Atemzug fand er jedoch auch positive Worte: So bedankte sich der Verteidiger bei Fans und Verantwortlichen von Preußen Münster für die Reaktion auf den Rassismus-Eklat. "Ihr könnt Euch gar nicht denken, was diese mir und auch allen anderen farbigen Spielern bedeutet."

Drei Tage nach dem Vorfall gab nun Preußen Münster ein weiteres Statement zu den Vorfällen vom Freitag (14. Februar) ab. Dort fand zunächst Clubchef Christoph Strässer deutliche Worte: "Wir haben da eine ganz klare Position, die sich durch die Fans, das Fanprojekt bis in die Gremien hineinzieht. Wir dulden keinen Rassismus und keine Form der Diskriminierung."

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Liebe Fußballfreunde, leider ist es bei unserem Auswärtsspiel bei Preussen Münster zu einem bedauerlichen Zwischenfall gekommen. Ich wurde von einem einzelnen Zuschauer rassistisch beleidigt. Dies macht mich einfach nur traurig. Ich habe zwar eine andere Hautfarbe, aber ich bin hier geboren, in diesem wunderbaren Land, das mir und meiner Familie so viel gegeben und erst ermöglicht hat. Ich bin einer von Euch, ich lebe hier und darf hier meine Berufung und Leidenschaft als Profi der Würzburger Kickers ausleben. So etwas wie gestern macht mich einfach nur traurig und wütend, weil jeder wissen muss: #Rassismus gehört nicht in UNSERE Welt. Wir alle haben die Möglichkeit, dagegen anzugehen und das Ganze zu unterbinden, wenn’s passiert. An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei allen Menschen im Stadion, den Verantwortlichen und Spielern von Preußen Münster und ganz besonders meinem Team und den Kickers bedanken, die mir sofort zur Seite gestanden sind. Eure Reaktion ist vorbildlich - Ihr könnt Euch gar nicht denken, was diese mir und auch allen anderen farbigen Spielern bedeutet. WIR müssen alle weiter dagegen angehen, wie IHR es getan habt und dies im Keim ersticken lassen! Danke für jede einzelne Nachricht! Ich hoffe, dass sowas endlich ein Ende hat. Danke für Eure Menschlichkeit Euer Leroy

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Preußen Münster erteilt Täter Stadionverbot 

Das jahrelange Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung wolle man nun erst recht noch weiter intensivieren – ob mit Projekten wie "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" oder gemeinsam mit Preußen Münsters Fanprojekt "Fanport", das sich stets für Gleichberechtigung aller Menschen einsetze.

Was für Konsequenzen hat der Rassismus-Vorfall nun für den Übeltäter? Der Mann, der aus dem Kreis Steinfurt stammt, erhielt von Preußen Münster ein dreijähriges bundesweites Stadionverbot. "Dies ist das höchstmögliche Strafmaß, das die Regularien vorsehen", heißt es. Zudem droht ihm eine Anklage wegen Volksverhetzung – und im Zuge dessen eine Geld- oder Freiheitsstrafe. Der SCP kündigte weiterhin an, die vom DFB zu erwartende Strafe vom Täter einzufordern. "Das Mindeste, das wir nun tun können ist, dass diese Person nicht mehr in unser Stadion kommt", erklärte Strässer.

Für die Reaktion auf den Rassismus-Eklat werden Preußen Münster und seine Fans nun mit einem Preis geehrt.

Rassismus im Fußball ist keine Seltenheit

Einen ähnlichen Fall hatte es zuletzt im DFB-Pokal gegeben. Dort wurde Jordan Torunarigha von Hertha BSC von einigen Schalke-Fans rassistisch beleidigt

Derweil werden Verein uns Fans von Preußen Münster demnächst ausgezeichnet: Und zwar für die Reaktion auf den Rassismus-Eklat im Spiel gegen die Kickers. Die Liga lässt alle Teams am kommenden Spieltag unter einem besonderen Motto auflaufen: Nach den Vorfällen beim Spiel von Preußen Münster werden alle Mannschaften ein Zeichen gegen Rassismus setzen.

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