#06Fragen

"Dann ist es besser, wenn die Spiele abgesagt werden": Sascha Hildmann im Interview

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Kann derzeit mit Preußen Münster nicht eingreifen: Trainer Sascha Hildmann.

Durch ihn ist bei Preußen Münster der Erfolg zurückgekehrt. Im Interview spricht SCP-Trainer Sascha Hildmann über Geisterspiele und seine Affinität zu gutem Wein.

Münster – Elf Punkte holte Sascha Hildmann in den sieben Spielen, die er bislang mit Preußen Münster absolvierte. Seitdem der gebürtige Pfälzer Sven Hübscher beim SCP an der Seitenlinie ablöste, kam der Erfolg wieder an die Hammer Straße zurück.

Die Erfolgsserie wurde nun durch zwei Faktoren gebremst: Durch das 1:2 bei Viktoria Köln sowie das durch Coronavirus, das auch in Münster um sich greift. Die 3. Liga hat ihren Betrieb für die kommenden beiden Spieltage eingestellt. Mit msl24.de sprach Sascha Hildmann im #06Fragen-Interview über die Auswirkungen von Covid-19 auf den Fußball und was er an seiner neuen Heimat schätzt.

Herr Hildmann, die kommenden beiden Spieltage der 3. Liga fallen wegen des Coronavirus aus. Hätten Sie ein Spiel ohne Zuschauer bevorzugt oder ist dies die richtige Entscheidung?

Sascha Hildmann: "Ich finde es total richtig, dass die beiden Spieltage ausfallen. Ohne die Zuschauer ist das für die Vereine zum einen finanziell nicht tragbar, zum anderen fehlt auch die gesamte Atmosphäre. Wer das Spiel Paris St. Germain gegen Borussia Dortmund gesehen hat, da ist Geisterspiel fast kein Ausdruck für, das war gar nix. Dann ist es schon besser, wenn die Spiele abgesagt werden.“ 

Was tun Sie in den bevorstehenden Wochen, um den Rhythmus des Teams möglichst beizubehalten? 

Hildmann: "Wir trainieren ganz normal weiter und werden am Wochenende ein Testspiel absolvieren. Wir versuchen die Spannung für den Moment hochzuhalten, wenn es weitergehen sollte." 

Sascha Hildmann über die den Status Quo bei Preußen Münster

Zum sportlichen: Sie haben den SCP in der Winterpause übernommen und dem Team neue Stabilität gegeben. Wo haben sie die Hebel angesetzt? 

Hildmann: "Wir haben den Fokus ganz klar auf die Abwehrarbeit gelegt und die Mannschaft davon überzeugt, dass es das Wichtigste für sie ist. Wir brauchten eine gute Struktur und den Willen, diese Arbeit auch zu leisten. Jetzt haben wir mit dieser Stabilität eine Sicherheit bekommen, die uns auch Selbstvertrauen gibt. Das war von Anfang an so meine Idee und das haben wir bisher sehr gut umgesetzt. Wir sind auf einem guten Weg."

Nach dem Dämpfer in Köln herrschte rund um den Verein weiter Zuversicht – trotz des Abstands zu den Nichtabstiegsplätzen. Ist das auch der Verdienst der vergangenen Wochen unter ihrer Leitung? 

Hildmann: "Das war natürlich ein Dämpfer, aber jeder im und um den Verein erkennt, dass die Mannschaft gut funktioniert, einen guten Fußball spielt, einen guten Charakter hat und sich auf keinen Fall aufgibt. Sie hat tolle Spiele gezeigt; ob ich an das Spiel gegen Rostock oder auch das 0:0 gegen Würzburg denke. Aus diesem Grund sind der Verein und das ganze Umfeld zuversichtlich. Und das ist auch gut so, wir haben immer noch elf Spiele vor uns, es ist weiterhin alles möglich. Ob das jetzt mit meiner Leitung zusammenhängt, sollen andere beurteilen."

Preußen Münster: Sascha Hildmann über die Eigenschaften des Münsterländers

Sie kamen als echter Pfälzer ins Münsterland. Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen beiden Regionen? 

Hildmann: "Ich bin wirklich ein echter Pfälzer, das stimmt. Ein Unterschied ist, dass die Leute hier etwas zurückhaltender sind. Münsteraner sind eher ruhig, sachlich und darauf bedacht, immer die richtigen Worte zu finden. In der Pfalz sind die Menschen etwas offener. Trotzdem sind die Leute hier sehr herzlich und super nett, mir ist hier bisher sehr, sehr viel Positives entgegengekommen. Zudem haben wir eine tolle Weingegend, da sehe ich hier keine Gemeinsamkeit. Und natürlich die vielen Fahrräder, die gibt’s in der Pfalz auch nicht." 

Was vermissen Sie am meisten aus ihrer Heimat? 

Hildmann: "Ich fühle mich hier in Münster wirklich richtig wohl. Ich bin ein wasseraffiner Mensch und hier gibt es viel Wasser. Also wenn ich ehrlich bin, vermisse ich nichts. Höchstens einen Wein bringe ich mir mal von Zuhause mit."

Der SCP befindet sich nun also auf Abruf: Wie geht es für die Liga und Preußen Münster in Zeiten des Coronavirus weiter? Nun wurde eine erste Entscheidung getroffen: Wegen des Coronavirus wird es für Preußen Münster und die 3. Liga bis Ende April keine Spiele geben.

Für den Verein stehen nun harte Zeiten bevor. Bei Preußen Münster könnte es wegen des Coronavirus sogar zu Kündigungen kommen.

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