Sieg gegen Bergisch Gladbach

Fehlendes Vertrauen: Mannschaftsarzt verlässt SCP nach Streit mit Hildmann

Sascha Hildmann, Trainer des SC Preußen Münster, ballt die Faust.
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Feierte den ersten Sieg in der Regionalliga: Preußen-Trainer Sascha Hildmann

Das erste Heimspiel der Saison ist geglückt: Mit 4:0 fertigte Preußen Münster den Gegner aus Bergisch Gladbach ab. Doch im Verein gibt es jetzt eine neue Baustelle.

Update: 14. September, 15.52 Uhr. Nun ist es offiziell: Auf seiner Facebook-Seite hat der SC Preußen Münster die Trennung von Mannschaftsarzt Dr. Cornelius Müller-Rensmann bekannt gegeben. Darin bestätigte der Verein die Unstimmigkeiten zwischen der sportlichen und der medizinischen Führung des SCP.

„Aufgetretene Unstimmigkeiten wurden dabei auch kritisch diskutiert, doch am Ende ging man lösungs- und zielorientiert aus dem Gespräch", heißt es in dem Statement. Preußen Münster zeigte sich überrascht über den schnellen Rücktritt von Müller-Rensmann am Tag nach der Diskussion. Peter Niemeyer, Sportdirektor des SCP, erklärte, dass er nach dem Gespräch zwischen Trainer Sascha Hildmann und dem Teamarzt mit einer gemeinsamen Zusammenarbeit gerechnet habe.

„Wir bedauern seine Entscheidung sehr, respektieren sie aber. Vertrauen ist einer der Grundpfeiler in der Zusammenarbeit – ganz besonders in medizinischen Fragen. Wenn Conny Müller-Rensmann diese vertrauensvolle Basis nicht mehr als gegeben sieht, ist es im Sinne des Vereins und der Spieler konsequent, getrennte Wege zu gehen", so Niemeyer. Wer Müller-Reinsmann bei Preußen Münster beerben wird, ist noch unklar.

Preußen Münster nach dem 4:0-Sieg gegen Bergisch Gladbach

Erstmeldung: 14. September, 13.40 Uhr. Münster – Besser hätte der Heimauftakt für den SCP nicht laufen können. Nachdem sich das Team von Sascha Hildmann am 1. Spieltag der neuen Regionalliga-Saison noch mit einem Remis gegen den SV Rödinghausen (1:1) zufriedengeben musste, gab es eine Woche später den ersten Dreier für die Preußen.

Nach einem zunächst schwachen Start fand der Drittliga-Absteiger gegen den SV Bergisch Gladbach schnell zurück ins Spiel und konnte sich nach Toren von Simon Scherder (15.) und Julian Schauerte (31.) in der ersten Hälfte mit 2:0 absetzen. Nach dem Seitenwechsel spielte Preußen Münster dann seine Stärke aus und erhöhte durch Joel Grodowski (61.).

VereinPreußen Münster
StadionPreußenstadion
TrainerSascha Hildmann

Preußen Münster: Erster Sieg am 2. Spieltag

Den Schlusspunkt setzte nur drei Minuten später erneut Scherder, der einmal mehr seine Stärke nach Ecken bewies. Auch der erste Treffer des Innenverteidigers von Preußen Münster entsprang einer Ecke, die knapp 300 Zuschauer im Preußenstadion sahen. "Unsere Fans waren super", sagte Sascha Hildmann nach dem Spiel erfreut über die Stadionatmosphäre an der Hammer Straße.

"Wir müssen uns aber noch steigern", mahnte Hildmann nach dem Abpfiff. Vor allem in Sachen Laufverhalten und Passgenauigkeit gebe es noch Luft nach oben. Sportlich hat sich Preußen Münster in der Regionalliga gut eingefunden, doch Abseits des Platzes gibt es nun neuen Ärger.

„Bild“: Team-Arzt Müller-Rensmann wirft bei Preußen Münster hin

Wie die "Bild" berichtet, soll es zum Streit zwischen Teamarzt Cornelius Müller-Rensmann und Hildman gekommen sein. Grund sei die Verletzung von Dennis Daube, die dem Neuzugang einen Einsatz gegen Bergisch Gladbach gekostet hatte. Müller-Rensmann habe bei einer MRT-Untersuchung einen Faserriss beim defensiven Mittelfeldspieler von Preußen Münster diagnostiziert und eine zehntägige Pause verordnet.

Dies habe Sascha Hildmann, der sein Engagement bei Preußen Münster nach dem Abstieg verlängert hatte, nicht gefallen. Er soll die Diagnose des SCP-Arztes angezweifelt haben und soll nicht auf Daube habe verzichten wollen. Müller-Rensmann verteidigte gegenüber „Bild“ jedoch sein Vorgehen. „Ich muss aber doch nach den Regeln der medizinischen Lehre handeln. Der radiologische Befund war zudem eindeutig.“ Eine Aussprache zwischen beiden Parteien habe zu keinem Konsens geführt – im Gegenteil.

Noch kein Kommentar von Preußen Münster zur Personalie

Das Blatt berichtet, dass Sascha Hildmann zukünftig mehr Mitspracherecht fordert, ob und wann ein Spieler zum Arzt geschickt wird. Das schmeckt Müller-Rensmann, der seit 21 Jahren bei Preußen Münster angestellt ist, offenbar gar nicht. Der 57-Jährige soll danach seinen Rücktritt angekündigt haben. „Nicht mit mir! Das werte ich persönlich als tiefen Vertrauens-Bruch. Ich rede dem Trainer ja auch nicht rein, wie er aufstellen soll. Das ist allein seine Aufgabe – so wie die Gesundheit der Spieler meine ist. Unter den gegebenen Umständen sehe ich es deshalb für alle Seiten als besser an, wenn ich mein Amt zur Verfügung stelle. Und zwar mit sofortiger Wirkung“, wird der enttäuschte Team-Arzt von der „Bild“ zitiert.

Preußen Münster hat die Personalie bislang noch nicht kommentiert. Zwar schließt Müller-Rensmann eine Rückkehr zum Regionalligisten in Zukunft nicht aus, dennoch muss sich der Verein wohl bald auf der Suche nach Ersatz machen – sollten sich die Gerüchte bewahrheiten.

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