Preußen Münster am Abgrund

Kommentar: Hübscher-Entlassung war richtig – doch er ist ein Bauernopfer

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Nach 17 Ligaspielen wurde Sven Hübscher bei Preußen Münster entlassen. 

Der Schritt war unausweichlich: Preußen Münster hat Sven Hübscher nach dem 1:3 gegen Waldhof Mannheim freigestellt. Der Trainer war jedoch auch das Opfer einer verkorksten Kaderplanung. Ein Kommentar von msl24-Redakteur Sohrab Dabir.

  • Preußen Münster entlässt Sven Hübscher
  • Der Trainer holte nur zwei Siege aus 17 Spielen
  • Er ist jedoch nicht der Hauptschuldige

Münster – Zwei Siege aus 17 Spielen, 13 Punkte, sieben Zähler Abstand zum rettenden Ufer und ein Torverhältnis von minus zehn. Das sind die Statistiken eines Abstiegskandidaten und das Resultat einer Zusammenarbeit zwischen Preußen Münster und seinem Trainer, die nie gefruchtet hat und nach der achten Saisonniederlage am Samstag gegen Waldhof Mannheim (1:3) ein erwartetes Ende fand.

Sicherlich, Sven Hübscher ist ein angenehmer Zeitgenosse, ruhig und besonnen. Einer mit dem man gerne ein Bierchen trinken gehen würde. Aber schnell wurde deutlich, dass dem 40-Jährigen, der im Sommer bei Preußen Münster das Amt von Marco Antwerpen übernahm, die Ausstrahlung und die Erfahrung fehlt, ein Team zu führen, das wild zusammengewürfelt wurde.

Preußen Münster ist an der Kaderplanung gescheitert

Hübscher hat es in 17 Spielen nicht geschafft, aus einem Haufen Einzelspielern eine Einheit zu formen, die auf dem Feld eine Art Spielidee umsetzen soll. Daran trägt er eine Mitschuld – der Schritt von der Reserve von Werder Bremen zu Preußen Münster ins knallharte Geschäft der 3. Liga war wohl einer zu viel für ihn. Aber die Hauptschuld trägt nicht der am Sonntag entlassene gebürtige Dortmunder.

Sportdirektor Malte Metzelder stellte Hübscher im vergangenen Sommer einen Kader zusammen, der – so muss man es nach 17 Spielen sagen – nicht ansatzweise den Ansprüchen genügt, in der Liga zu bestehen. Die Idee, erfahrenen Akteure wie Preußen Münsters Ole Kittner und Simon Scherder junge, hungrige Talente aus der Regionalliga an die Seite zu stellen, klang interessant. Sie war jedoch auch dem Umstand geschuldet, dass dem Verein einfach das Geld für mehr Qualität fehlt. Doch bei der Idee blieb es – die Umsetzung scheiterte maßlos. Erst recht, als auch die arrivierten Spieler auf dem Platz ihre eigene Krise bewältigen mussten.

Es ist fünf vor Zwölf: Preußen Münster vor wegweisenden Monaten

Wie geht es jetzt weiter für den SCP? Vorerst übernimmt U19-Coach Arne Barez die Geschicke. Derweil wird sich die sportliche Führung nach einem Ersatz für den geschassten Hübscher umsehen. Ein neuer Trainer wird jedoch auch keine Wunder vollbringen können: Preußen Münster braucht im Winter dringend Verstärkung in Form von Erfahrung, um in der Rückserie eine Chance zu haben, den Abstieg in die Regionalliga zu vermeiden. Der Verein steht vor wegweisenden Monaten – jetzt ist es an der Zeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ansonsten heißen die kommenden Gegner demnächst Bonner SC und TuS Haltern.

Das letzte Spiel von Sven Hübscher als Trainer von Preußen Münster im Video

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