2:1 im Finale gegen Lotte

Bierduschen und Schlager nach Pokalsieg: Preußen krönen starke Saison

Nach dem Abpfiff gab es kein Halten mehr: Preußen Münster gewinnt den Westfalenpokal und blickt bereits voller Vorfreude auf die neue Saison.

Verl/Münster – Lange Zeit hatten sie beim SC Preußen Münster keinen Grund mehr für ausgelassene Feiern. Der letzte Aufstieg in die 3. Liga liegt schon einige Jahre zurück, auch der letzte Triumph im Westfalenpokal war bis Samstag sieben Jahre her. Jetzt kann der Regionalligist seinen Briefkopf aufschmücken: Der Westfalenpokal 2021 geht an den SCP.

„Ein geiles Gefühl“ sei dieser Pokalgewinn, beschrieb Kapitän Julian Schauerte seine Emotionen nach dem Abpfiff in der Verler Benteler-Arena. Darauf habe der ganze Verein in dieser Saison hingearbeitet. Mit dem sechsten Pokalsieg der 105-jährigen Vereinsgeschichte krönt der SCP eine starke Regionalliga-Saison. „Scheiß auf 1. Liga, Westfalenpokalsieger SCP!“, grölten die Spieler nach der Ankunft in Münster freudetrunken, nachdem zuvor aus der Kabine Schlager-Musik aus den Boxen dröhnte.

Wegkamp macht‘s vom Punkt und lässt müde Preußen jubeln

Die 90 Minuten im Finale waren jedoch zunächst ein hartes Stück Arbeit. „Man hat gemerkt, dass die Beine der Spieler nach den anstrengenden Wochen schwer waren“, sagte Trainer Sascha Hildmann. Zu seinem Co-Trainer habe er im Laufe des Spiels noch die Hoffnung mitgeteilt, „dass wir versuchen müssen noch irgendwie einen reinzuwurschteln“. Diesen Wunsch erfüllte ihm schließlich Stürmer Gerrit Wegkamp in der 84. Minute.

Es war der „schwerste Elfmeter der Saison“, wie der Schütze des goldenen Tores anschließend zugab. „Aber in dem Moment habe ich nicht daran gedacht. Ich fühle mich ziemlich sicher derzeit“, betonte Gerrit Wegkamp. Das zeigte er auch im Finale des Westfalenpokals, als er den Strafstoß für die Adler locker mittig platzierte. Nach dem Abpfiff gab es für Spieler und Trainer von Preußen Münster dann kein Halten mehr.

Preußen Münster will in der neuen Saison in der Liga angreifen

Wie es sich gehört, blieb kein Verantwortlicher von Preußen Münster von der obligatorischen Bierdusche verschont. Auch nicht der Trainer. „Der Pokalsieg war der Deckel auf eine fast perfekte Hinrunde. Ich freue mich sehr für die Fans und die Spieler“, sagte der nach dem Spiel glückliche Coach. Auf die Adler wartet eine nun eine spannende Saison.

Die Preußen ließen im Westfalenpokal-Finale ihre Muskeln spielen. Eindrucksvoll präsentiert von Marcel Hoffmeier (l.) und Joel Grodowski.

Nicht nur steht die erste Teilnahme im DFB-Pokal seit 2014 an (damals war der FC Bayern München zu Gast). Auch in der Regionalliga ist für den SCP einiges drin. „Wir wollen angreifen“, sagte Joshua Holtby nach dem Pokalsieg selbstbewusst mit Blick auf die kommende Spielzeit. In diesem Jahr waren der BVB und Rot-Weiß Essen noch zu stark für Preußen Münster – doch die Rückrunde hat verdeutlicht, wozu der Verein in der Lage sein kann. Das war am Samstag jedoch noch Zukunftsmusik – nach der Rückkehr der Mannschaft am Preußenstadion, die von 20 Fans am Stadiongelände empfangen wurde, stand noch eine gebührende und wohlverdiente Feier an.

Rubriklistenbild: © Jürgen Peperhowe

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