Ehre für Preußen Münster

"Dafür muss der Fußball stehen": SCP für Reaktion nach Rassismus-Eklat ausgezeichnet

Im Preussenstadion ist kein Platz für Rassismus. Das wurde spaetestens im Wuerzburg-Spiel deutlich.
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Im Preußenstadion ist kein Platz für Rassismus. Das wurde spätestens im Würzburg-Spiel deutlich.

Der rassistische Vorfall auf der Tribüne überschattete das Spiel zwischen Preußen Münster und den Würzburger Kickers. Nun wurden der SCP und seine Fans für die Reaktion auf den Eklat geehrt.

  • Preußen Münster und seine Fans positionierten sich gegen Rassismus.
  • Im Spiel gegen die Würzburger Kickers kam es zum Eklat.
  • Verein und Anhänger erhalten Preis für Zivilcourage.

Münster – "Nazis raus": Die Sprechchöre, die in der Schlussphase des Spiels zwischen Preußen Münster und den Würzburger Kickers zu hören waren, hallen noch immer nach. Nachdem Leroy Kwadwo von einem 29-Jährigen mit Affenlauten und weiteren Parolen beleidigt wurde, wehrten sich die echten Anhänger des SCP

Nachdem der Übeltäter ausfindig gemacht und abgeführt wurde, positionierten sich nicht nur die Fans von Preußen Münster gegen den dumpfen Rassismus in ihren Reihen – auch der Verein gab nach der Partie ein klares Statement ab. Dafür gab es jetzt einen Preis für Zivilcourage.

Zivilcourage gezeigt: Preußen Münster wird geehrt

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen kündigte an, Fans und Verein für die "beispielgebende Aktion" während des Spiels gegen die Kickers mit dem Preis für Zivilcourage auszuzeichnen. In einem Dankschreiben richtete FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski lobende Worte an Preußen Münster.

"Sie haben meine Präsidiumskollegen im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) und mich nachhaltig beeindruckt", heißt es darin. Mit dem beherzten Eingreifen gegen den Rassisten in den eigenen Reihen hätten Preußen Münster und seine Fans Menschlichkeit bewiesen und ein klares Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit gesetzt. 

Nach Reaktion von Preußen Münster: Neuer Preis eingeführt

"Denn wir alle hier sind verantwortlich dafür, ein Bewusstsein zu schaffen, dass Rassismus keine Bagatelle ist. Wer schweigt, stimmt zu. Das darf der Sport nicht noch einmal", appellierte Walaschewski in seinem Schreiben zudem. Den Preis für Zivilcourage wird Preußen Münster als Erster überhaupt bekommen. Von nun an soll diese Ehrung einmal im Jahr an Vereine und Einzelpersonen verliehen werden, die sich im Sinne des Ethik-Kodex des FLVW engagiert haben. "Genau das haben Sie getan. Und genau dafür muss der Fußball stehen", so die abschließenden Worte.

Die Liga lässt alle Teams am kommenden Spieltag unter einem besonderen Motto auflaufen: Nach den Vorfällen beim Spiel von Preußen Münster werden alle Mannschaften ein Zeichen gegen Rassismus setzen.

Zu einem rassistischen Anschlag kam es in Hessen: Ein Mann brachte in Hanau elf Menschen um. Mit 2:0 bezwang der SCP den KFC Uerdingen letztlich. Beim Sieg von Preußen Münster kam es während des Spiels zu dramatischen Szenen auf der Tribüne.

Im Abstiegskampf bündeln Anhänger und Verein alle Kräfte. Daher hat die Fanszene von Preußen Münster einen Sonderzug fürs Auswärtsspiel beim Chemnitzer FC organisiert.

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