Kryptogeld-Falle

Günther Jauch sauer auf unseriöse Bitcoin-Anbieter: „Wer wird Millionär?“–Moderator warnt in ARD-Show

Promis wie Günther Jauch werben augenscheinlich für Bitcoin-Anlagen - doch in Wahrheit handelt es sich um Abzocke. Bei „Plusminus“ (ARD) schlug der Moderator Alarm.

Köln – Bitcoin und andere Kryptowährungen sind auf dem Vormarsch und werden auch bei deutschen Anlegern immer beliebter. Doch wo es um viel Geld geht, lauern auch Gefahren. Dubiose Anbieter werben im Internet teilweise mit merkwürdigen Anzeigen, in denen Prominente angeblich die Geheimnisse ihres Reichtums auf bekannten Nachrichtenportalen ausplaudern. Das Gesicht von „Wer wird Millionär?“-Moderator Günther Jauch (64) wurde für diese betrügerischen Zwecke ohne sein Wissen und Einverständnis verwendet.

Die Macher der ARD-Sendung „Plusminus“ stießen bei ihren Recherchen auf einige Betrugsfälle. Über Google-Anzeigen, in sozialen Medien und auf seriösen Nachrichtenportalen werden die Werbeanzeigen, die täuschend echt wirken, verbreitet. Den Lesern wird schneller Reichtum durch Bitcoin-Handel versprochen. Doch Anwender, die auf den Fake-Websites wie „Bitcoin Code“ unterwegs sind und ihre Daten hinterlassen, werden umgehend von Callcenter-Mitarbeitern kontaktiert.

NameGünther Jauch
Geboren13. Juli 1956 (Alter 64 Jahre), Münster
EhepartnerinDorothea Sihler (verh. 2006)

„Plusminus“ (ARD): Anwälte befassen sich mit unseriösen Bitcoin-Anzeigen

Hinter den Anbietern stecken mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Betrüger, warnen viele Rechtsanwälte, die sich in ihren Kanzleien tagtäglich mit derartigen Betrugsfällen beschäftigen müssen. In der aktuellen Folge von „Plusminus“ wird die Kanzlei Herfurtner aus Hamburg vorgestellt. Diese vertritt Opfer solcher Krypto-Trading-Plattformen. „Das Geld, das dort von den Geschädigten eingezahlt wird, wird sicherlich von den Betrügern direkt in die eigene Tasche gesteckt, und dieser ganze Handel wird einem nur vorgetäuscht“, betonte Rechtsanwalt Patrick Wilson.

Er sprach von Computersimulationen, die ständig steigende Kontostände anzeigen würden. Hinzu kämen geschulte Anrufer, die die Opfer überzeugen, immer mehr Geld zu investieren. „Ich habe mit kleinen Beträgen angefangen. Es sah auch alles seriös aus. Und mein Kontostand ist immer weiter gewachsen“, sagte ein Mann bei „Plusminus“ (ARD), der jedoch anonym bleiben möchte. Der Geschädigte verlor rund 40.000 Euro und fiel ebenfalls auf eine Fake-Anzeige, wie die mit Günther Jauch herein. Die Betreiber solcher Plattformen sind schwer zu finden.

Bitcoin: Kryptowährung geht durch die Decke – Wert in einem Jahr verzehnfacht

Innerhalb eines Jahres hat sich der Wert eines Bitcoins  verzehnfacht. Er stieg von 5000 auf mehr als 50.000 Euro. Gleichzeitig boomt aber auch das Geschäft der Betrüger, erklärte Andreas Hackethal vom Leibniz Institut SAFE der Goethe-Universität Frankfurt. Bitcoin sei eine Chiffre dafür geworden, dass Menschen schnell und ohne Arbeit reich geworden seien. „Wir müssen aber unterscheiden zwischen dem Markt für Bitcoins und solchen Anbietern, die sagen, ich helfe Ihnen, auf dem Markt Geld zu verdienen“, stellte Hackethal klar. 

Das Vorgehen der Betrüger sei hochprofessionell und ihre Masche doppelt gesichert. Wer sich für das Thema Kryptowährungen interessiert und sich im Internet beispielsweise über „Bitcoin Code“ informiert, erhält zunächst einmal viele Testberichte, die auf den ersten Blick neutral und harmlos erscheinen. „Man muss schon genauer hinschauen um zu erkennen, dass das angebliche ´Genie hinter Bitcoin Code´ mal Steve McKay und Mal Sven Hegel heißt und in Wirklichkeit wahrscheinlich gar nicht existiert“, heißt es in der ARD-Sendung „Plusminus“. RTL-Moderator Günther Jauch erfuhr in seinem privaten Umfeld von den Betrügerein.

Günther Jauch, den viele Deutsche vor allem aus der Quiz-Show „Wer wird Millionär?“ auf RTL kennen, warnt vor merkwürdiger Bitcoin-Werbung.

Günther Jauch warnt vor Betrugsmasche im Zusammenhang mit Bitcoin

Der 64-Jährige, der in Münster* geboren wurde, nahm bei „Plusminus“ (ARD) zu den merkwürdigen Werbeanzeigen, auf denen unter anderem auch sein Gesicht abgedruckt ist, Stellung: „Freunde oder gute Bekannte schreiben mir, weil sie das für bare Münze nehmen und sagen: Wie kannst Du dich für Bitcoin hergeben? Was ist denn das für merkwürdige Werbung, mit der Du da zu tun hast?“ Günther Jauch stellte klar, dass er mit dem Zahlungsmittel nichts am Hut habe. „Ich weiß von vielen, vielen Menschen, die mir geschrieben haben und die hunderte, tausende, zum Teil zigtausende Euro verloren haben, Ihre ganze Altersversorgung aufs Spiel gesetzt haben und auf diese Bitcoin-Anzeigen reingefallen sind“, ärgerte sich der „Wer wird Millionär?“-Moderator. (*msl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

Rubriklistenbild: © Soeren Stache/Florian Schuh/dpa (Fotomontage: Msl24.de)

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