Statement des Rammstein-Frontmanns

„Schämt euch“: Till Lindemann kritisiert Medien-Rummel um Geldspende

Seit Jahren engagiert sich Till Lindemann für wohltätige Organisationen. Eine dieser Spenden sorgte jüngst für Kritik und reges Medieninteresse. Nun äusserte sich der Rammstein-Frontmann zu der Situation.

Berlin – Viele Künstler engagieren sich für gute Zwecke. Dies geschieht oft in der Öffentlichkeit, um das eigene Image aufzupolieren oder schlicht, um andere zu animieren, das Gleiche zu tun. Auf der anderen Seite gibt es Prominente, wie Rammstein-Sänger Till Lindemann, die sich hinter verschlossenen Türen für die Schwachen der Gesellschaft einsetzen und darum nie viel Aufhebens machen.

Till Lindemann unterstützt viele verschiedene Organisationen durch finanzielle oder materielle Zuwendungen. Unter anderem spendete er im vergangenen Jahr an den Verein „Tätowierte gegen Krebs“, der sich unter anderem für krebskranke Menschen und Hospize einsetzt. Was der Rammstein-Frontmann nicht wusste: gegründet wurde der Verein von Sebastian Kairies, seines Zeichens Rechtsextremist und Hells-Angels-Mitglied aus Rostock. Als das ans Licht kam, sprangen viele Medien darauf an. Und genau diese Berichterstattung prangert Lindemann nun an.

NameTill Lindeman
Geboren4. Januar 1963
BandsRammstein / Lindemann

Nur für die Schlagzeile: Till Lindemann gegen die Medien

Nachrichtenportale wie die BILD griffen das Thema auf und titelten: „Lindemann spendet irrtümlich an Rechtsextremisten“ oder „Spende von Rammstein: Nazi-Vorwürfe um Krebshilfe-Projekt aus Wismar“. Till Lindemann selbst äußerte sich nun auf Instagram zu der Angelegenheit. Sein Fokus liegt in dem Statement jedoch nicht auf ihm selbst, der nicht wusste, von wem der Verein „Tätowierte gegen Krebs“ betrieben wird, sondern auf den wahren Opfern dieser Schlagzeilen: Den krebskranken Menschen, die der Verein unterstützt.

[...] Bei der Unterstützung verschiedenster caritativer Projekte ist es ausgeschlossen, die Vergangenheit und Lebensläufe aller einzelnen Vereinsmitglieder zu kennen.“

Rammstein-Sänger Till Lindemann

Denn der Rammstein-Sänger hat die Befürchtung, dass nun, da die Hintergründe der Organisation offengelegt wurden, niemand mehr spenden wird. Und die Leidtragenden seien in diesem Falle die kranken Kinder: „Schlagzeilen sind ja gut und schön und jedem Journalisten sei der kurze Ruhm vergönnt. Aber doch bitte nicht auf Kosten krebskranker Kinder und ihren Angehörigen“, schreibt Till Lindemann in seiner Instagram-Story. Der Account „Lindemann Belgium“ hat den Post auf Facebook zusammengefasst.

Hat die Schnauze voll vom Medienzirkus: Rammstein-Frontmann Till Lindemann.

„Schämt euch“: Till Lindemann sorgt sich um die Opfer der Schlagzeilen

„[...] ein Artikel des Nordkuriers zieht heute weite Kreise in der Medienlandschaft mit dem Ergebnis, dass in Zukunft wahrscheinlich keiner mehr für den Verein spenden wird.“ In dem Statement, welches auch mehrere Fotos von Zeitungen enthält, die über die Organisation und deren finanziellen Erfolg berichten, geht Till Lindemann, der seine Tour mit Rammstein wegen Corona verschieben musste, hart mit den Medien ins Gericht.

Sein Statement endet mit deutlichen Worten: „War es das wert, für eine schnelle Schlagzeile mit veraltetem Inhalt diesen Kindern die Erfüllung ihrer letzten Wünsche zu verwehren? Schämt euch. Till Lindemann“.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler, dpa

Auch interessant

Kommentare