Vor Champions-League-Finale

"Benötigen perfekten Tag": VfL-Frauen wollen das Triple

Pia-Sophie Wolter und die Wolfsburgerinnen sind heiß auf den Champions-League-Titel. Foto: Gabriel Bouys/Pool AFP/AP/dpa
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Pia-Sophie Wolter und die Wolfsburgerinnen sind heiß auf den Champions-League-Titel. Foto: Gabriel Bouys/Pool AFP/AP/dpa

Vor sieben Jahren haben die Fußball-Frauen des VfL Wolfsburg das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League geholt. Wie die Männer des FC Bayern München können sie das in diesem Jahr wiederholen. Der Gegner ist aber ein absolutes Top-Team.

San Sebastian (dpa) - Im Traum-Finale der Champions League können sich die Fußball-Frauen des VfL Wolfsburg (20.00 Uhr/Sport1) in San Sebastian den Traum vom zweiten Triple erfüllen.

Allerdings ist der Kontrahent Olympique Lyon nicht nur der Titelverteidiger, sondern auch der Favorit. Doch genau in dieser Konstellation sehen die Wölfinnen ihre Chance.

DIE BILANZ: Richtig gute Erinnerungen hat der VfL an Partien gegen Lyon nicht. Erst einmal konnten die Wolfsburgerinnen die Französinnen bezwingen. Im Champions-League-Finale 2013 gab es einen 1:0-Sieg durch ein Elfmetertor von Martina Müller. Seitdem gab es ausschließlich Niederlagen, von denen zwei besonders bitter waren. Im Finale 2016 unterlag der VfL im Elfmeterschießen, zwei Jahre später nach Verlängerung. In den vergangenen vier Jahren hieß immer Lyon die Endstation in der Champions League.

DAS PERSONAL: Der VfL hat eine starke, namhafte Mannschaft. Die von Olympique Lyon aber ist um einiges besser besetzt. Hier tummeln sich die besten Spielerinnen Europas. "Olympique ist auf jeder Position mindestens doppelt besetzt. Und zwar nicht mit Ergänzungsspielerinnen, sondern mit Top-Spielerinnen", sagte Trainer Stephan Lerch. Ragen beim VfL Pernille Harder, Fridolina Rolfö, Alexandra Popp, Svenja Huth oder Dominique Janssen heraus, könnte man bei Lyon 20 Namen nennen. Zwar fehlen die verletzte Ada Hegerberg und die gesperrte Nikita Parris, aber die deutsche Nationalspielerin Dzsenifer Marozsan, Wendie Renard, die vor sechs Wochen noch in Wolfsburg spielende Sara Björk Gunnarsdóttir oder Torhüterin Sarah Bouhaddi zählen zu den internationalen Stars im Frauenfußball.

DIE FORM: Die Tagesform wird entscheiden, da sind sich alle Beteiligten sicher. Der VfL spielte die Saison nach der Corona-Pause zu Ende, Lyon hatte nur noch Halbfinale und Finale im französischen Pokal. Das merkte man dem Team beim Finalturnier an. Zwar gewann man die Partien gegen den FC Bayern München (2:1) und Paris Saint-Germain (1:0), die absolute Überlegenheit vergangener Tage fehlte dabei aber. Wolfsburg spielte sich im Viertelfinale beim 9:1 gegen Glasgow City ein, hatte in der Vorschlussrunde beim 1:0 über den FC Barcelona aber erheblich viel Glück. "Wir haben hier noch nicht alles gezeigt, was wir drauf haben. Wir können es viel besser", sagte die Niederländerin Dominique Janssen.

DAS SAGT DER TRAINER: "Wir sind der Herausforderer, aber wir glauben daran, dass wir es schaffen können. Um Lyon bezwingen zu können, benötigen wir einen perfekten Tag. Wir glauben an unsere Stärken und wollen Lyon stressen. Keine Mannschaft mag es, wenn der Gegner zu großen Druck aufbaut. Wir müssen aber zu 100 Prozent unsere Leistung abrufen. Nach dieser so anderen Saison die Champions League zu gewinnen, wäre etwas ganz, ganz Großes. Man kann Geschichte schreiben, das sagt alles", sagt VfL-Trainer Stephan Lerch, der den Verein nach der kommenden Saison verlassen wird.

© dpa-infocom, dpa:200829-99-358568/4

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