Die Stimmen zum Spiel

Kaiser sieht FCB-Sieg in Arena und bemerkte bei Geisterspiel in einem Detail „keinen Unterschied“

+
Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß waren zwei der wenigen Zuschauer, die FC Bayern gegen Frankfurt in der Allianz Arena sehen durften.

Der FC Bayern dominiert Eintracht Frankfurt weitgehend, und doch haben Thomas Müller, Hansi Flick und Leon Goretzka was auszusetzen. Die Stimmen zum Spiel.

München - Was für ein Bundesliga-Spiel in der Allianz Arena*: Der FC Bayern* ringt Eintracht Frankfurt 5:2) (2:0) nieder und macht es zwischenzeitlich unnötig spannend. Trotzdem eine gute Generalprobe vor dem Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund (bei tz.de im Live-Ticker). 

Thomas Müller* ist weiter in blendender Form. Während die Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Oliver Kahn auf der Tribüne für einen Mundschutzmasken-Fail* sorgen, haben Müller, Coach Hansi Flick und Leon Goretzka was an der Leistung des FCB auszusetzen. 

Wir haben die Stimmen zum Spiel zusammengefasst.

Leon Goretzka (FC Bayern München): „Da müssen wir drüber reden“

...über sein Tor zum 1:0: „Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass Thomas Müller mit einem Lauf in die Tiefe links durch war. Ich weiß gar nicht, wie er sich da durchgeschlängelt hat, aber das ist einfach seine Qualität. Es ist eine meiner Stärken, aus dem Mittelfeld heraus vor dem Tor gefährlich zu werden.“

...über die Gegentore durch die Eintracht: „Ich glaube, der Hinteregger ist einer der stärksten Spieler, was Standards angeht. Aber da müssen wir natürlich drüber reden, das geht nicht. Das funktioniert so nicht.“

Thomas Müller (FC Bayern München): „Darüber müssen wir natürlich reden“

... über Fußball vor leeren Rängen: „Ich wurde gefragt, wie sich die Stimmung anfühlt. Heute war das Wetter nicht so sonnig. Es hat nicht nach Freitagabend gerochen. Es war ein absolut wichtiges Bundesliga-Spiel für uns. Dortmund hatte vorgelegt, wir wollten nachlegen mit unserem Dreier.“

... über Geisterspiele: „Natürlich habe ich die Fans gerne dabei. Es gibt natürlich nichts Schöneres als diese Spiele zu spielen (vor Fans, d. Red.). Aber es ist unsere Aufgabe. Wir werden zeigen, dass wir auch ohne Zuschauer leidenschaftlich spielen können. Wir haben uns vorgenommen, dass wir drei Siege in dieser Woche holen. Das ist eine ganz entscheidende Woche für uns. Wir marschieren, Dortmund marschiert, da können wir uns auf Dienstag freuen. Wir wollen die Meisterschaft nach München holen, dorthin, wo sie hingehört.“

... über die Leistung des FC Bayern: „Man weiß ja nie, wie man in die Spiele ohne Zuschauer reinkommt. Aber ich erwarte von uns trotzdem, dass wir ans Maximum gehen. Der Hinti (Hinteregger, d. Red.) ist ein sehr guter Spieler bei Standardsituationen. Wenn der Ball aber reinspringt und sich keiner in der Zuordnung verantwortlich fühlt, müssen wir natürlich drüber reden.“

... über seine Vorarbeit zum 1:0: „Leon Goretzka ist einer, der im Training immer lauthals fordert. Ich habe den Ball einfach in den Raum gespielt, ehrlich gesagt nicht gesehen, wer dort steht. Und dann erwarte ich auch, dass der Leon dasteht, wenn er es immer schon fordert. Oder, Leon?“ (ruft Goretzka zu, d. Red.)

Franz Beckenbauer (FC Bayern München) bei : Team in „sehr starker Verfassung“

... den Auftritt des Rekordmeisters: „Die Bayern sind in einer sehr starken Verfassung. Aber die Frankfurter haben auch sehr gut gespielt. Unter diesen Umständen, ohne Fans und Atmosphäre, war das ein hervorragendes Fußballspiel. Kompliment an beide Mannschaften, das war wirklich sehr, sehr guter Fußball.“

... sein erstes Geisterspiel auf der Tribüne: „Es ist zwar für den Fußballfan nicht ganz befriedigend, weil er nicht ins Stadion darf. Von der Leistung der Spieler her gibt es aber keinen Unterschied.“

Hansi Flick (Trainer FC Bayern München): „Darüber müssen wir reden“

... über das Spiel: „Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden, da haben wir dominiert. Ich muss heute Thomas Müller herausheben, der die Räume sehr intelligent genutzt hat. Oder David Alaba, wie er als Innenverteidiger hinten rausgespielt hat.“

... über die Gegentore durch Eintracht Frankfurt: „Nach dem 3:0 haben wir innerlich abgehakt, ich weiß es nicht. Frankfurt macht sehr gute Standards, das wussten wir. Da haben wir nicht gut ausgeschaut, darüber müssen wir reden.“

... über den Bundesliga-Kracher beim BVB: „Wir wollen gegen Dortmund zu Null spielen. Das wird schwierig, weil Dortmund eine sehr gute Mannschaft hat. Wir hoffen alle auf ein schönes Fußballspiel.“

... über die Bundesliga-Meisterschaft: „Wir haben nach Dortmund noch sechs Spiele. Leverkusen hat einen sehr guten Lauf, spielt sehr guten Fußball. Nicht nur Bayern und Dortmund haben das Interesse, vorne zu stehen. Das wollten alle immer sehen, und jetzt haben wir es. Die Bundesliga ist in diesem Jahr sehr ausgeglichen und spielt auf einem sehr hohen Niveau.“

Martin Hinteregger (Eintracht Frankfurt): „Ich musste selber lachen“

... über sein Slapstick-Eigentor: „Das ging schnell, sah sicher lustig aus. Ich musste selber ein bisschen lachen. Eines meiner schönsten Eigentore.“

... über das Spiel: „In der zweiten Halbzeit kam der Schlag mit dem 0:3. Die zwei Tore haben uns Hoffnung gemacht, aber das ist die Klasse von Bayern München, dass sie gleich antworten. Wir hatten Chancen, haben gesehen, dass wir weiter unsere Chancen haben. Aber Bayern macht dann seine Dinger.“

Abwehrboss bei Eintracht Frankfurt: Martin Hinteregger (Mi.).

... über den Abstiegskampf in der Bundesliga: „Der Blick ging schon vor der Corona-Krise nach unten. Wir haben es heute gegen Bayern München sehr ordentlich gemacht, nehmen die positiven Dinge mit nach Hause. Wir hatten immer das Gefühl, dass wir einen Punkt mitnehmen können. Das ist das Wichtigste. Wir müssen dringend, dringend punkten.“

Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt, einst beim FC Bayern): „Raus aus dem Sumpf“

... über das Spiel: „In dieser Saison werden immer wieder Entscheidungen falsch getroffen. Das 0:2 vor der Pause tat ungemein weh. Dann holen wir uns raus aus dem Sumpf. Vor dem 4:2 haben wir die Riesen-Chance beim Konter, brechen dann aber wieder ein. Es ist ein Spiegelbild der Saison.“

... über das Eigentor durch Kollege Martin Hinteregger: „Ich hoffe, dass es das letzte Eigentor der Saison war. Aber kein Vorwurf an ihn. Es gab davor einen langen Ball, der nicht verteidigt wurde.“

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): „Ich ärgere mich“

... über die Niederlage in München: „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Der Sieg der Bayern ist in Ordnung. Meine Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt. Wir hatten nach dem 1:3 das Gefühl, dass wir hier noch was mitnehmen können. Aber das vierte Tor war ein Eigentor. Das sind unglückliche Fehler. Fernandes hatte den Ball schon, muss einfach ins Seiten-Aus schieben. Und dann legt er den Ball vor. Das war ein Geschenk von uns.“

... über das Spiel: „Der Knackpunkt war erst das Tor vor der Pause und dann das Tor nach der Pause. Wir hatten eine hundertprozentige Chance durch Gacinovic, den Pfostentreffer durch Kostic. Bayern hat überraschend viele Chancen zugelassen. Ich ärgere mich.“

pm

*tz.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Kommentare