Interview zum Kultsport

"Man muss Speckbrett nicht gut können, es macht einfach so Spaß!"

Timo Höppner und Christian Buller sind begeistere Speckbrett-Spieler. Im Interview erzählen sie, wie sie zu dem Kultsport gekommen sind, warum sie heute noch spielen und was Boris Becker damit zu tun hat.

Münster – Speckbrett gehört zu Münster, wie die Käfige zu St.-Lamberti. Der Kultsport wurde zwar nicht in der Domstadt erfunden, dafür aber groß gemacht. Unsere Redakteurin Lisa Fraszewski hat sich mit zwei begeisterten Spielern zum Interview getroffen und wollte wissen, was sie an dem Sport so fasziniert.

  • Timo Höppner (40): Er ist gebürtiger Münsteraner und spielt Speckbrett, seit er acht Jahre alt ist. Seit einigen Jahren organisiert er sogar die Stadtmeisterschaft. 
  • Christian Buller (34): Er ist zum Studium nach Münster gezogen und hat mit 26 Jahren angefangen, Speckbrett zu spielen.

Alle Information zu diesem Thema "Speckbrett" finden Sie in diesem Artikel: Das bessere Tennis? Warum Speckbrett in Münster so beliebt ist!

Wie seid ihr zum Speckbrett gekommen?

Christian Buller: Ich bin zum Studium nach Münster gezogen – und da kommt man um Speckbrett, zumindest wenn man sich für Sport interessiert, nicht drumrum. Dann bin ich mit meinem Freundeskreis einfach mal hin und wird sind zu zweit oder zu dritt dem Verein beigetreten. 

Timo Höppner: Ich bin an der Josephskirche in Münster großgeworden, da sind die Speckbrettplätze vor der Tür. Ich habe ältere Geschwister, die haben das regelmäßig gespielt. Dann bin ich mitgegangen, habe zugesehen, das einfach ausprobiert. Das war 1985. Da war ich dann auch Boris-Becker-infiziert als Kind.

Timo Höppner (40) ist gebürtiger Münsteraner und spielt Speckbrett, seit er acht Jahre alt ist. Seit einigen Jahren organisiert er sogar die Stadtmeisterschaft. 

Was hat Boris Becker mit Speckbrett zutun?

Christian Buller: Tennis und Speckbrett kannst du vergleichen. Du spielst das genau gleich. 

Timo Höppner: Und Boris Becker hat ja nicht nur Tennis gespielt. Der hat als 17-Jähriger Wimbledon gewonnen und war in dem Moment für alle Jugendlichen ein Idol. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. 

Christian Buller: Der Becker-Boom, so hieß das damals. 

Timo Höppner: Ja, das darf man nicht unterschätzen. Der hat da eine Menge los getreten beim Tennis und das hat Speckbrett auch ein bisschen mitgezogen. 

Was macht Speckbrett eurer Meinung nach so besonders?

Timo Höppner: Also in erster Linie ist Speckbrett einfach geil (lacht).  

Christian Buller: Speckbrett ist für mich das spannendere Tennis. Es ist unkompliziert. Man braucht nur einen Schläger und hat öffentliche Plätze vor der Haustür. Man muss es auch nicht gut können, es macht einfach so Spaß. Deswegen spielen momentan auch immer mehr Menschen.  

Christian Buller (34) ist zum Studium nach Münster gezogen und hat bald angefangen, Speckbrett zu spielen. Da war er 26.

Aber ist es nicht auch anstrengender, weil der Schläger schwerer ist?

Timo Höppner: Das kann man pauschal nicht so sagen. 

Christian Buller: Tennis ist auch anstrengend, weil der Platz größer ist. Aber es stimmt schon: Das Speckbrett ist schwerer, der Ballwechsel härter.

Timo Höppner: Gerade zierliche Menschen haben da Probleme mit. Vielleicht ist das auch der Grund, warum wir so wenige Frauen beim Speckbrett haben. 

Gibt es denn überhaupt Frauen, die Speckbrett spielen?

Timo Höppner: Ja, aber der Anteil liegt bei zehn Prozent. Das war immer schon so. Die absoluten Zahlen waren beim Speckbrett durchaus unterschiedlich, aber der Frauenanteil blieb immer gleich.

Welches Klientel spielt denn Speckbrett?

Timo Höppner: Jedes! Im Verein haben wir Spieler jeden Alters, jeder Spielstärke. 

Christian Buller: Das macht diese Sportart auch aus. Dass man sie super unkompliziert und günstig spielen kann. Die Plätze sind öffentlich, einen Schläger können sich die Spieler im Café "Tante August" ausleihen. Deshalb spielen auch Studenten oder Hartz4-Empänger bei uns mit. Das ist einfach ein Treffpunkt. 

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Rubriklistenbild: © Screenshot Instagram (thomas.rellmann)

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