Emotionales Wiedersehen

Profi-Sportlerin bei Amokfahrt schwer verletzt - ein Zufall rettete ihr das Leben

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Die USC-Spielerin Chiara Hoenhorst wurde bei der Amokfahrt in Münster schwer verletzt. Jetzt traf sie ihren Lebensretter.

Die Amokfahrt in Münster: Chiara Hoenhorst ist einer der wenigen Menschen, die keine Erinnerungen mehr an den Tag haben. Das hat einen traurigen Hintergrund – denn die Spielerin des USC Münster verletzte sich an dem Tag schwer. Nun traf sie den Menschen, der ihr das Leben gerettet hat.

Münster – Der 7. April 2018 wird für alle Münsteraner in trauriger Erinnerung bleiben. An diesem Tag fuhr Jens R. seinen Bulli in eine Menge am Kiepenkerl und tötete dabei fünf Menschen. Viele weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Eine davon war Chiara Hoenhorst. Sie ist Volleyballerin des Bundesligisten USC Münster. Nun traf sie in einem emotionalen Wiedersehen auf ihren Lebensretter von damals, wie msl24.de* berichtet.

Keine Erinnerungen an Tag der Amokfahrt in Münster

An den Tag der Amokfahrt hat die 21-Jährige keine Erinnerungen mehr. Was damals geschehen ist, hat sie im Nachhinein durch Ersthelfer und Rettungssanitäter erfahren. „Ich war an dem Tag nicht alleine unterwegs“, berichtet Hoenhorst auf der Homepage des USC Münster. „Ich war mit meiner Freundin Shoppen. Von ihr weiß ich: unsere letzte Station war „Kauf Dich glücklich“ am Spiekerhof. Wir waren auf dem Rückweg Richtung Prinzipalmarkt. Vor der Terrasse des Restaurants Kiepenkerl fehlten zwei Poller, durch die der Fahrer durch ist. Wir sind genau in diesem Moment einfach über den Bürgersteig dort hergelaufen.“ Dann geschah das Unglück.

Einen Tag nach der Amokfahrt kamen Bundes- und Landespolitiker nach Münster, um der Opfer zu gedenken.

Nach der Amokfahrt in Münster: USC-Spielerin wird von Berufssoldat behandelt

Die Außenspielerin des USC Münster hatte bei der Amokfahrt Glück im Unglück. Ein Berufssoldat war vor Ort und kümmerte sich wenige Sekunden nach der Tat umgehend um die Münsteranerin. "Er war daher in der Lage, die Schwere meiner Verletzungen sehr gut einschätzen zu können", erzählt die 21-Jährige weiter.

Vor wenigen Tagen traf sie ihren Lebensretter dann wieder – auf eigenen Wunsch: "Das Treffen mit ihm jetzt war für mich sehr beeindruckend. Er sagte mir, dass er verschiedene Anzeichen für eine schwere Kopfverletzung bei mir ausgemacht hat. Das hat er den herbeigeeilten Rettungssanitätern gleich mit auf den Weg gegeben."

Ersthelfer dachte nicht, dass Chiara Hoenhorst die Amokfahrt in Münster überleben wird

Hoenhorst sowie ihre Freundin, die bei der Amokfahrt ebenfalls verletzt wurde, sind mittlerweile wieder gesund. Der Heilungsprozess der Kopf-OP verlaufe erstaunlich gut, wie der USC Münster berichtet. Sehr zur Verwunderung von Hoenhorsts Lebensretter: „Mein Ersthelfer hat mir verraten, dass er damals nicht davon ausgegangen ist, dass ich das überlebe.“ Doch mittlerweile trainiert die 21-Jährige sogar wieder mit ihren Volleyball-Kameradinnen – derzeit noch mit Kopfschutz.

Noch Tage nach der Amokfahrt in Münster kamen Menschen zum Ort des Geschehens.

Ein Ziel hat sich die Münsteranerin gesetzt: Zum Bundesliga-Auftakt im Oktober will sie wieder auf dem Platz stehen. Dann wäre das Happy-End nach dem tragischen Unglück vom Kiepenkerl für Hoenhorst perfekt. Einen großen Anteil habe dabei auch der Mensch, der ihr nach der Amokfahrt das Leben gerettet hatte. 

Lesen Sie zum Thema Amokfahrt in Münster auch folgende Artikel: 

Chronik zu den Ereignissen am Kiepenkerl bei msl24.de.

Der Vater des Amokfahrers in Münster meldete sich kurz nach dessen Tat zu Wort.

Weitere Nachrichten aus dem Münsterland: Lehrer outet sich als schwul - und fliegt sofort raus

*msl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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