Neuer Rekord

Mehr als 32.000 Neuinfektionen an nur einem Tag: Corona trifft deutsches Nachbarland mit voller Breitseite

Die zweite Welle der Corona-Pandemie hat Europa voll im Griff. In Frankreich hat Emmanuel Macron daher neue Maßnahmen verkündet. Vor allem junge Menschen treffe das hart.

  • Das Coronavirus breitet sich im Herbst immer schneller aus.
  • Frankreich hat auf die Enwicklung reagiert.
  • Ab Samstag (17. Oktober) gelten nächtliche Ausgangsbeschränkungen in einigen Großstädten, darunter sind Paris, Lille und Lyon.

Update vom 17. Oktober, 22.24 Uhr: In Frankreich sind binnen 24 Stunden erstmals mehr als 32.000 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Gesundheitsbehörde meldete am Samstagabend 32.427 neu erfasste Ansteckungen. Damit gab es einen Spitzenwert innerhalb eines Tages seit Beginn der großflächigen Corona-Testung in Frankreich.

Die Corona-Lage in Frankreich verschlechtert sich seit Wochen. Seit Samstag gilt in Paris und acht weiteren größeren Städten eine nächtliche Ausgangssperre von 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Zu dieser Zeit dürfen die Menschen nur mit einem triftigen Grund vor die Tür. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Samstag außerdem 90 weitere Tote.

Corona in Frankreich: Premierminister Castex gegen Ausnahmen bei den Ausgangssperren

Update vom 16. Oktober, 19.48 Uhr: Der französische Premierminister Jean Castex hat sich gegen größere Ausnahmen bei den anstehenden Ausgangssperren ausgesprochen. „Damit die Regeln akzeptiert werden, müssen sie für alle gleich sein“, sagte er am Freitag bei einem Besuch in Lille. Zuvor hatte es Forderungen aus der Regierung gegeben, Ausnahmen für Theatervorführungen oder Kinovorstellungen zu erlauben. „Jeder muss ab 21 Uhr zu Hause sein - abgesehen von ganz speziellen Ausnahmen, die ich gestern aufgelistet habe“, sagte Castex.

Im Kampf gegen das Coronavirus gelten Ausgangssperren von diesem Samstag an in Paris und acht weiteren Städten. Ausnahmen gelten für Menschen, die zur Arbeit gehen oder von der Arbeit kommen. Wegen medizinischer Notfälle, der Pflege von Angehörigen oder um den Hund auszuführen, dürfen die Menschen zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens ebenfalls vor die Tür. Sie müssen dann ein entsprechendes Formular bei sich tragen. Wer zum Bahnhof oder Flughafen will, muss das entsprechende Ticket vorzeigen.

Corona in Frankreich: Mehr als 30.000 Neuinfektionen an einem Tag

Update vom 15. Oktober, 22.34 Uhr: In Frankreich sind binnen 24 Stunden erstmals mehr als 30.000 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Gesundheitsbehörde meldete am Donnerstagabend 30.621 neu erfasste Infektionen. Damit gab es einen neuen Spitzenwert innerhalb eines Tages seit Beginn der großflächigen Corona-Testung in Frankreich. Zudem habe es gut 1.200 neue Fälle gegeben, die in Krankenhäuser gebracht werden mussten, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Corona in Frankreich: Kinobranche fordert Lockerung der Ausgangssperre

Update vom 15. Oktober, 19.53 Uhr: Frankreichs Kinobranche fordert eine Lockerung der angekündigten nächtlichen Ausgangssperre aufgrund der hohen Corona-Zahlen. Richard Patry, der Präsident des nationalen Verbandes der französischen Kinos (FNCF), forderte die Regierung auf, Zuschauern, die vor Beginn der Ausgangssperre um 21 Uhr ins Kino gingen, die Rückkehr nach Hause zu ermöglichen. „Eine Stunde, um die Kultur zu retten, eine Stunde, um das französische Kino zu retten. Das ist nicht viel verlangt“, sagte Patry am Donnerstag dem französischen Radiosender France Info.

Corona: Bundesregierung erklärt Frankreich zum Risikogebiet

Die Bundesregierung hat nun auch fast ganz Frankreich als Corona-Risikogebiet eingestuft. Korsika und die am Anfang der Corona-Pandemie besonders stark betroffene Grenzregion Grand Est sind als letzte Regionen des europäischen Teils Frankreichs auf die Risikoliste gesetzt worden. Von den fünf Übersee-Departements ist dann nur noch die Insel Mayotte vor Afrika im Indischen Ozean „risikofrei“, hinzu kommen einige autonome Überseegebiete.

Schon vor der offiziellen Einstufung der Grenzregion als Risikogebiet kam es dort nach französischen Medienberichten verstärkt zu Einkaufsfahrten nach Deutschland. Die elsässische Zeitung Dernières Nouvelles d‘Alsace berichtete über Staus. Zur Region Grand Est gehören unter anderem das Elsass und Lothringen. Sie grenzt an Baden-Württemberg, das Saarland sowie Rheinland-Pfalz.

Corona in Frankreich: Mehr als 27.000 Neuinfektionen an einem Tag

Erstmeldung vom 15. Oktober: Paris - Auch in Frankreich bestimmt die zweite Corona-Welle* die Politik. Daher hat der französische Präsident Emmanuel Macron für Paris und einige andere große Städte eine nächtliche Ausgangssperre angekündigt. Die Regelung soll ab Samstag zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens für mindestens vier Wochen gelten. Macron sprach in einem TV-Interview über die neue Maßnahme.

In folgenden Städten und Regionen gilt die nächtliche Ausgangsbeschränkung:

  • Paris und die Region Île-de-France
  • Grenoble
  • Lille
  • Lyon
  • Aix-Marseille
  • Montpellier
  • Rouen
  • Saint-Etienne
  • Toulouse

Corona in Frankreich: Macron verkündet Ausgangsbeschränkung

Die französische Corona-Lage spitzte sich in den letzten Wochen immer weiter zu. Mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern verzeichnete das Land am Wochenende fast 27.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden - ein Rekord. In ganz Europa wird die Lage wieder deutlich ernster. In Deutschland wurde zuletzt ein neuer Negativrekord erreicht: 6.638 registrierte Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Die Bundeskanzlerin und die Länderchefs haben daher bundesweit neue Corona-Maßnahmen beschlossen. In den Niederlanden warnen Experten vor einem „Tsunami“ an Neuinfektionen. Dort wurde bereits ein „Teil-Lockdown“ beschlossen.

In Frankreich äußerte sich Macron besorgt angesichts der Situation. Das Ziel sei es, das Wirtschaftsleben weiter am Leben zu halten - Hilfen für die Unternehmen würden fortgeführt. „Wir werden weiter arbeiten“, betonte Macron. „Wir haben die Kontrolle nicht verloren“, betonte er außerdem, aber die Situation sei „besorgniserregend“. Dass die Beschränkung vor allem für junge Menschen schwierig sei, erklärte Macron verständnisvoll. „Es ist hart, 2020 20 Jahre alt zu sein“, stellte er mit Bedauern fest.

Besonders die Situation in der Hauptstadt bereite große Sorge. Dort steigt die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen immer weiter an. Frankreich ist stark von der Covid-19-Pandemie betroffen, es starben bisher rund 33 000 Menschen.

Frankreich: Macron ruft wegen Corona-Pandemie erneut Gesundheitsnotstand aus

Zudem hat die französische Regierung erneut den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Das teilte die Regierung am Mittwoch in Paris nach einer Kabinettssitzung mit. Die Corona-Pandemie* sei eine gesundheitliche Katastrophe, die aufgrund ihrer Art und Schwere die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet, hieß es. Der Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich bietet einen rechtlichen Rahmen für Beschränkungen, zu denen auch Ausgangssperren gehören können.

Emmanuel Macron verkündete in einem TV-Interview Ausgangsbeschränkungen für französische Großstädte.

Der Gesundheitsnotstand war Ende März für das ganze Land ausgerufen worden. Er wurde dann Anfang Mai bis zum 10. Juli verlängert. Die Mitte-Regierung hat mit dem Notstand die Möglichkeit, Beschlüsse schnell per Verordnung umzusetzen. Im Frühjahr galten in ganz Frankreich strenge Ausgangsbeschränkungen, die auch polizeilich überwacht wurden. (lb mit dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Ludovic MARIN / AFP

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