Der News-Ticker für den Freistaat

Corona-Kontaktperson 1! Söder muss Weihnachten in Quarantäne - Spezialeinheit seit heute im Einsatz

Ganz Bayern befindet sich im Corona-Lockdown. Ministerpräsident Söder kritisiert derweil die Bundesregierung und ihre Impfstrategie. Alle News im Ticker.

  • Die Corona*-Zahlen sind deutschlandweit zu hoch.
  • Mitarbeiter im Gastro- oder Hotelgewerbe sollen in Kliniken und Heimen mithelfen (Update vom 21. Dezember, 12.03 Uhr).
  • Hier bieten wir Ihnen in einer Karte* die aktuellen Fallzahlen im Freistaat.
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

+++++ Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 21. Dezember finden Sie hier. +++++

Update vom 21. Dezember, 14.35 Uhr: Corona ist nun auch in der Staatsregierung angekommen. Vor wenigen Minuten gab Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) bekannt, dass er positiv auf das Virus getestet wurde. Ihm gehe es den Umständen entsprechend gut, schrieb der Minister auf Twitter. Er werde sich jetzt Quarantäne begeben und alle Kontaktpersonen informieren.

Zu diesen zählt auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Er teilte den Tweet seines Parteikollegen und schrieb, dass er sich als Kontaktperson ersten Grade ebenfalls in Quarantäne begeben werde. Er werde seine Amtsgeschäfte digital weiterführen. Außerdem wünsche er Herrmann einen milden Verlauf und gute Besserung.

Corona in Bayern: Hilfe für Mitarbeiter in Kliniken und Heimen

Update vom 21. Dezember, 12.03 Uhr: Schon seit Wochen liegt die Gastronomie auf Eis. Möglicherweise könnte das aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen auch bis weit in den Januar so bleiben. Deshalb hat sich der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) etwas ausgedacht, um seine Mitarbeiter zu beschäftigen und beim Kampf gegen Corona zu unterstützen. Angestellte sollen jetzt bayernweit den Fachkräftemangel in Kliniken sowie in Alten- und Pflegeheimen lindern. Ein Pilotprojekt dazu wurde bereits Anfang Dezember in München gestartet. Alle Einsätze werden mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt, so der Landesgeschäftsführer Thomas Geppert am Montag.

Die Hotel- und Gastrofachkräfte könnten so beispielsweise beim Betten machen oder bei der Essensausgabe helfen. Damit könnte das Pflegepersonal entlastet werden. Ihnen bliebe dann mehr Zeit für die Betreuung der Patienten und Bewohner. Und weil sich viele Beschäftigte ohnehin in Kurzarbeit befänden, könne „unser Fachpersonal direkt eingesetzt werden“, sagt Geppert.

Wer Interesse an der Mitarbeit in Kliniken und Heimen hat, kann sich auf der Internetseite pflegepool-bayern.de melden. Um eingesetzt werden zu können, müssen Interessierte vorübergehend Mitglieder in einer Hilfsorganisation werden. Das Rote Kreuz bietet dazu laut Dehoga kostenlose Mitgliedschaften mit vereinfachtem Beitrittsverfahren an, die nach einem Einsatz automatisch enden. In München sei das Projekt gut gestartet, so Geppert. „Innerhalb weniger Tage haben sich mehr als 100 Menschen gemeldet.“

Coronavirus in Bayern: Dienstbeginn für die Spezialeinheit für Pflege- und Altenheime

Update vom 21. Dezember, 9.16 Uhr: Seit heute ist sie in ganz Bayern im Einsatz: die Corona-Spezialeinheit. Sie soll Pflege- und Altenheime im Umgang mit dem Virus unterstützen. Klaus Holetschek (CSU), Gesundheitssekretär, sagte der dpa in München: „Sobald ein einziger Fall in einem Heim auftritt, wird sie aktiviert.“

Die neue Spezialeinheit umfasst 200 Personen und trägt den Namen „schnelle Einsatzgruppe Pflege“. Zu ihren Aufgaben zählt vorbeugen, beraten und kontrollieren. Sie übernimmt an den betroffenen Heimen die Einsatzplanung, koordiniert das Vorgehen und überwacht die konsequente Umsetzung ergriffener Maßnahmen. Zu ihren weiteren Aufgaben zählen die Verlegung von infizierten Heimbewohnern und die Durchführung von sofortigen Reihentestungen. „Ein weiteres Ziel ist es, für die Einrichtungen so schnell wie möglich Entlastung zu schaffen. Deswegen wollen wir sowohl die Abläufe auf den Prüfstand stellen und überflüssige Bürokratie abbauen, wo wir können“, betonte Holetschek

Corona-Zahlen in München: Stadt durchbricht weitere traurige Corona-Marke

Update 20. Dezember, 15.37 Uhr: Mit 604 Neuinfizierten am Samstag hat die Stadt München bei der 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner eine neue traurige Hürde gerissen. Sie liegt bei knapp über 300. Das ist insofern bemerkenswert, als am Wochenende die gemeldeten Corona-Neuinfizierten eher niedriger sind, als unter der Woche. Auch die Reproduktionszahl steigt weiter an und liegt bei 1,08.

Update vom 20. Dezember, 13.19 Uhr: Um die Bevölkerung mittels Impfstoff effektiv gegen die Coronavirus-Pandemie zu schützen, muss eine sogenannte Herdenimmunität sicher gestellt werden. Die Bundesregierung habe, so ein Sprecher in der Bild am Sonntag nun bereits genug Impfdosen vorbestellt, um diese erreichen zu können. Deutschland erhalte demnach vom Mainzer Hersteller Biontech 85,8 Millionen Impfdosen und vom US-Pharmakonzern 50,5 Millionen Impfdosen. Damit die Impfung wirksam wird, muss eine Person zweimal geimpft werden.

Trotz des Zukaufs ausreichender Impfdosen kritisierte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dennoch die Strategie der Bundesregierung. Ebenfalls in der Bild am Sonntag sagte Söder: „Beim Impfstoff brauchen wir mehr Tempo.“ Man brauche mehr Impfstoff, der schneller verteilt werde müsse. Dies sei „absolute politische Priorität“, so Söder.

Corona in Bayern: Söder kritisiert Impfstrategie - düstere Aussichten zum Lockdown

Der CSU-Chef bereitete die Bundesbürger zudem auf einen längeren Lockdown als bis zum 10. Januar vor: „Die aktuellen Zahlen sind so hoch, dass es falsch wäre, schon jetzt in eine Debatte um Lockerungen einzusteigen“, sagte er dem Blatt. „Der Corona-Winter wird leider noch lang.“

Insgesamt stehen der Bundesregierung demnach aktuell 136,3 Millionen Impfdosen zu. Damit könnten, bei zwei Impfungen pro Person, rund 68 Millionen Deutsche ausreichend vor dem Virus geschützt werden. Bei einer Impfabdeckung von 60 bis 70 Prozent gilt die sogenannte Herdenimmunität als erreicht. In Deutschland müssten für das Erreichen von 70 Prozent 58,2 Millionen Menschen geimpft sein. Laut aktuellen Umfragen des Meinungsforschungsinstitutes Kantar wären aktuell rund 62 Prozent der Bürger in Deutschland bereit, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Update vom 19. Dezember, 19.23 Uhr: Die Alten- und Pflegeheime in Deutschland haben viele Corona-Tote zu beklagen. Ein Experte wettert nun gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten um Bayerns Markus Söder. Bei seiner Einschätzung spart er nicht mit deutlichen Worten.

Update vom 19. Dezember, 15.11 Uhr: Der Tiroler Landeschef Günther Platter kritisiert Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) gegenüber der Tiroler Tageszeitung deutlich: „Markus Söder befindet sich momentan auf einem Egotrip.“ Der konservative ÖVP-Landeshauptmann ist mit einigen Äußerungen des Bayerns unzufrieden: „So eine Formulierung verwende ich sonst nicht. In diesem Fall tue ich das aber ganz bewusst, weil Söders Tirol-Bashing, die ständige und abschätzige Erwähnung von Ischgl, nicht in Ordnung ist. Ich bin schwer irritiert, so verhält man sich unter Freunden nicht.“

Söder hatte den Tiroler Skiort Ischgl wiederholt für Vergleiche herangezogen. Der Après-Ski in Ischgel entwickelte sich in der Frühphase der Corona-Pandemie vermutlich zu einem der größten Superspreader-Events in Europa. Mit dem blick auf dieses Ereignis, hatte es zuletzt auch wegen der Frage der Öffnung der Skigebiete unter den Nachbarn gekriselt.

Das angespannte Verhältnis seines österreichischen Bundeslands zum Nachbarn Bayern liege nicht nur an Streit über Transitverkehr, sagte Platter. „Auch Salzburg, Oberösterreich oder Vorarlberg haben Probleme mit Bayern, und die haben keine Transitprobleme.“ Aber die Situation werde sich wieder verbessern, das mache er sich keine Sorgen, sagte Platter.

Corona in Bayern: München nähert sich 300-Marke

Update vom 19. Dezember, 12.36 Uhr: Die 300-Marke rückt in München immer näher. Auch heute nimmt der steigende Trend nicht ab, wie das aktuelle Update der Stadt München zeigt. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in der bayerischen Hauptstadt nach aktuellen Angaben nun bei 280,5. Gestern lag sie 273,3 am 15. Dezember betrug sie noch 225,5. Die Differenz entspricht einem Wert von 75 und das innerhalb von vier Tagen.

Kampf gegen Corona: Söder mit neuem Geschütz - „Spezialeinheit, mit der wir die Kontrollen verstärken“

Update vom 18. Dezember, 16.31 Uhr: Im Kampf gegen Corona will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) jetzt schwere Geschütze auffahren. Dem Main Echo sagte er: „Experten sagen eindeutig, dass es ab einer bestimmten Höhe der Infektionszahlen und bei einem diffusen Infektionsgeschehen nahezu unmöglich ist, Alten- und Pflegeheime komplett vom Virus freizuhalten.“ Deshalb sollen jetzt Spezialisten zum Einsatz kommen. Es werde „eine Spezialeinheit gegründet, mit der wir die Kontrollen in den Heimen verstärken“, so Söder.

Umgehend folgte aus allen Richtungen Kritik. So sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, der dpa: „Heimbewohner, die das Virus bedroht, brauchen jetzt keine knallharten Sheriffs.“ Er würde eher eine Taskforce begrüßen, die bei der Pflege und Behandlung der Bewohner helfe. Auch fehle es an Personal für regelmäßige Corona-Schnelltests vor jeder Einrichtung.

Markus Söder kündigt im Kampf gegen Corona eine neue Initiative an.

In das gleiche Horn stieß auch der Grünen-Abgeordnete des bayerischen Landtags, Andreas Krahl: „Wir brauchen keine Spezialeinheit, die unsere Heimbewohnerinnen und -bewohner abschirmt, sondern ein Konzept, dass insbesondere Kontakte für unsere vulnerablen Gruppen ermöglicht.“ Er forderte wie Brysch auch eine Unterstützung bei den Corona-Schnelltests - möglicherweise durch mobile Teams, die zwischen Einrichtungen pendeln.

Coronavirus in Bayern: Inzidenz in München nährt sich der 300er-Marke

(Erstmeldung) München - Die Corona*-Zahlen in München steigen weiter rasant an. Das Robert-Koch-Institut* (RKI) meldet für den heutigen Freitag (18. Dezember) eine Sieben-Tage-Inzidenz* von 273,3. Sieht man sich die Zahlen der vergangenen Tage an, wird die Steigerung deutlich: Am Donnerstag (17. Dezember) lag der Wert bei 250,3, am Tag davor (16. Dezember) bei 239,1. Am 15. Dezember betrug die Inzidenz 225,5. Binnen weniger Tage gab es somit einen Anstieg um knapp 50. Setzt sich der Trend weiter fort, droht München die Grenze von 300 zu reißen.* Das wäre ein neuer Rekord.

Durch die Corona-Krise wird Weihnachten dieses Jahr anders als sonst. Durch geschlossene Gastronomie dürfte es vor den Feiertagen einen Sturm auf die Supermärkte geben.*

Corona-Lockdown in Bayern: Nächtliche Ausgangssperre bleibt in Kraft

Seit Mittwoch befindet sich ganz Deutschland im Lockdown.* Bundesweit waren die Corona*-Zahlen zuvor immer weiter gestiegen. Ministerpräsident Markus Söder* (CSU) hatte nach einer Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel* angekündigt, die Corona-Regeln für Bayern „maximal“ umsetzen zu wollen. Einen Überblick über die aktuell geltenden Regeln - inklusive den Vorgaben für Weihnachten - finden SIe hier.*

Zu den Corona*-Maßnahmen im Freistaat gehört auch eine nächtliche Ausgangssperre. Das bedeutet, dass zwischen 21 und 5 Uhr der Aufenthalt im öffentlichen Raum nur noch aus ganz wenigen triftigen Gründen erlaubt ist. Das sind etwa Notfälle, der Weg zur Arbeit oder das Gassigehen. Gegen die nächtliche Ausgangssperre wurde geklagt - vorerst ohne Erfolg. Der Bayerische Verfassungsgerichtshof lehnte es in einer am Freitag (18. Dezember) veröffentlichten Entscheidung ab, die Regelung in der neuen Corona-Verordnung durch eine einstweilige Anordnung außer Vollzug zu setzen.

Klage gegen coronabedingte nächtliche Ausgangssperre: Entscheidung im Hauptverfahren offen

Laut Mitteilung des Gerichts ist es aber offen, wie die Entscheidung im Hauptverfahren ausgeht: Bei der im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes gebotenen überschlägigen Prüfung könne „weder von offensichtlichen Erfolgsaussichten noch von einer offensichtlichen Aussichtslosigkeit“ des Hauptantrags im Popularklageverfahren ausgegangen werden.

Corona-Lockdown in Bayern: Söder weicht bei Gottesdiensten an Weihnachten auf das Internet aus

Weihnachtsgottesdienste finden zwar statt - allerdings oftmals nicht wie gewohnt. Söder will deshalb auf das Internet ausweichen. „Ich werde am Heiligen Abend viele Angebote für Online-Gottesdienste beziehungsweise Online-Predigten wahrnehmen“, sagte der CSU*-Chef der Augsburger Allgemeinen. Von seiner Familie verlange er das aber nicht. „Das müssen sich natürlich nicht alle anschauen.“

Söder betonte, dass es dieses Jahr ein ganz besonderes Weihnachtsfest werde. Er appellierte, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Es gehe nicht um die teuersten Geschenke oder das teuerste Essen. „Vielleicht könnten wir vielmehr die Gemeinsamkeit, die Familie und die Gesundheit wertschätzen.“ (kam/dpa) *tz.de und Merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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