Virus sei „extrem robust“

Studie bringt neue Erkenntnisse: Coronavirus kann viel länger auf Oberflächen überleben als gedacht

Australische Forscher haben in einer Studie neue Erkenntnisse zur Robustheit des Coronavirus Sars-CoV-2 gesammelt. Demnach könnte das Virus auf Oberflächen deutlich länger überleben.

  • Forscher waren bisher davon ausgegangen, dass das Coronavirus auf Oberflächen drei Tage übeleben könne.
  • Eine neue australische Studie legt nun nahe, dass das Virus deutlich robuster sein könnte.
  • Die Studie wurde jedoch unter besonderen experimentellen Bedingungen durchgeführt.

Sydney - Wie lang kann das neuartige Coronavirus vom Typ Sars-CoV-2 auf Oberflächen überleben? Die Beantwortung dieser Frage wurde schon zum Beginn der Corona-Pandemie* im Frühjahr 2020 zum Ziel diverser wissenschaftlicher Studien. Die Ergebnisse ließen vermuten, dass sich die Viren bis zu drei Tagen auf Oberflächen halten können, ehe sie absterben. Eine neue Studie aus Australien legt nun jedoch nahe, dass das Coronavirus* doch robuster und überlebensfähiger sei, als bisher angenommen.

Coronavirus: Neue Studie überrascht - Sars-CoV-2 kann 28 Tage lang auf Oberflächen überleben

Die australische Wissenschaftsbehörde Csiro hat die Ergebnisse der von ihr durchgeführten Studie am Montag in dem wissenschaftlichen Fachmagazin Virology Journal veröffentlicht. Dort gab Debbie Eagles, die stellvertretende Direktorien des Zentrums für Seuchenvorsorge, an: „Bei 20 Grad Celsius, also etwa Raumtemperatur, fanden wir heraus, dass das Virus extrem robust ist und 28 Tage lang auf glatten Oberflächen wie Glas von Handybildschirmen und Kunststoff-Geldscheinen überlebt.“

Coronavirus-Studie: Sars-CoV-2 deutlich robuster als Influenza A

Die deutliche Diskrepanz zwischen den vorangegangenen Studien und den Ergebnissen der australischen Forscher lassen sich dabei auf die unterschiedlichen Versuchsbedingungen zurückführen. So wurde das Experiment von Csiro im Dunklen durchgeführt. Aus früheren Studien war bereits hervorgegangen, dass Sonnenlicht zu einem schnelleren Absterben der Viren beiträgt.

Wenn das Coronavirus also keiner Sonneneinstrahlung ausgesetzt wird, kann es deutlich länger auf Oberflächen überleben. Damit zeigt sich Sars-CoV-2 auch deutlich widerstandsfähiger als beispielsweise das Influenza-A-Virus. In einem vergleichbaren Experiment wurde festgestellt, dass Influenza A lediglich bis zu 17 Tage auf Oberflächen überleben könne.

Coronavirus auf Oberflächen: Bisher keine nachgewiesenen Fälle von Schmierinfektionen

Die Erkenntnisse der Studie suggerieren jedoch nicht eine höhere Wahrscheinlichkeit sich auch tatsächlich mit dem Virus zu infizieren. So schreibt auch der Wissenschaftsjournalist Lars Fischer auf Twitter: „Solche Laborstudien haben für die reale Ansteckungsgefahr* keine Aussagekraft. Die bloße Präsenz des Virus ist bestenfalls die erste Stufe eines komplexen Ereignisses.“

Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bekannt gab, gibt es bislang jedoch keine nachgewiesenen Fälle, bei denen sich Menschen, die Kontakt mit einer kontaminierten Oberfläche hatten, mit dem Coronavirus* infiziert haben. Eine Schmierinfektion über Gegenstände, die mit Sars-CoV-2 kontaminiert wurden, sei jedoch grundsätzlich nicht ausgeschlossen. (fd) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg

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