Ein Publikum in Schockstarre

Attraktion im Circus Flic Flac: Der Schlangenmensch aus Sansibar

Der 25-jährige Artist verrenkt sich in der aktuellen Show des Circus Flic Flac in Kassel bis aufs Äußerste.
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Der 25-jährige Artist verrenkt sich in der aktuellen Show des Circus Flic Flac in Kassel bis aufs Äußerste.

Im Circus Flic Flac in Kassel kann eine neue Attraktion bestaunt werden, der Schlangenmensch Khatib Khamis Juma aus Sansibar: Für einige ein Graus, für andere pure Faszination.

  • Eine neue Attraktion kann im Flic Flac in Kassel bestaunt werden.
  • Der Schlangenmensch Khatib Khamis Juma verbiegt sich dort für die Massen.
  • Während das Publikum in Schockstarre fällt, genießt der Artist die Reaktionen seiner Zuschauer.

Wenn die Zuschauer im Circus Flic Flac beinahe mit Entsetzen gebannt auf die Bühne starren und der eine oder andere mit schmerzverzerrtem Gesicht ein „Autsch“ hervorpresst, dann steht wahrscheinlich gerade Khatib Khamis Juma in der Manege.

Wobei der 25-Jährige nicht steht, sondern seinen Körper scheinbar mühelos in die unglaublichsten Posen verbiegt. Da sind mal die Arme hinter dem Rücken verdreht und mal lugt der Kopf rückwärts zwischen den Beinen hindurch.

Der Schlangenmensch aus Sansibar: Beweglichkeit als Familienmerkmal

Juma ist ein sogenannter Kontorsionist, ein Schlangenmensch. Der gebürtige Tansanier kann seinen Körper in Positionen verdrehen, die für einen normalen Menschen vollkommen unerreichbar sind.

Möglich macht das seine ungewöhnlich hohe natürliche Beweglichkeit, die in der Familie zu liegen scheint. Auch Jumas elfjähriger Bruder kann seinen Körper extrem biegen. „Er ist sogar noch flexibler als ich“, sagt der 1,60 Meter große Artist.

Schon als Kind bemerkte Juma, dass er beweglicher war als seine Spielkameraden. Seiner Mutter sei das nicht geheuer gewesen, erzählt der 25-Jährige, der auf derInsel Sansibar aufgewachsen ist. „Sie hat mich im Krankenhaus untersuchen lassen. Aber der Arzt hat ihr gesagt, dass alles ok ist.“

Schon als Kind hat er seine Berufung erkannt - Der Schlangenmensch beim Circus Flic Flac

Juma erkannte schon im Alter von vier Jahren, dass er anders war als die anderen. Als er damals ein Video eines tansanischen Kontorsionisten sah, der mit den Füßen aß, konnte er das problemlos imitieren.

Die ungewöhnliche Beweglichkeit des Schlangenmenschen Khatib Khamis Juma versetzt sein Publikum immer wieder in Erstaunen.

Ihm wurde klar, dass ihm seine unfassbare Beweglichkeit nützlich sein könnte. Einen Lehrer hatte Juma nie, sagt er. Er sei Autodidakt, habe am Strand von Sansibar alleine geübt.

Schon als Siebenjähriger trat er bei Veranstaltungen und in Touristen-Hotels auf. Ein Video von einem seiner späteren Auftritte stellte er ins Internet. Das brachte ihm den Durchbruch. Eine Agentur in Deutschland wurde auf ihn aufmerksam und nahm ihn unter Vertrag.

Flic Flac in Kassel: Neue Attraktion

Seit sieben Jahren ist Juma jetzt schon in Deutschland. Derzeit lebt er in Leipzig, außer wenn er auf Tour ist, wie jetztin Kassel. Hier lebt er, wie die anderen Artisten auch, im Hotel. Die Fuldastadt gefalle ihm sehr gut, sagt er.

„Ich bin kein Fan von sehr großen Städten wie etwa Berlin. Kassel ist genau richtig.“ Besonders angetan hat es ihm der Kasseler Weihnachtsmarkt. Und der Glühwein, auch wenn er sich ein wenig wundert, dass in Deutschland warmer Rotwein getrunken wird.

Schmerzen verursachten ihm seine extremen Bewegungen keine, sagt er. Und verletzt habe er sich auch noch nie. Juma hofft, dass er noch lange als Schlangenmensch auftreten kann, mindestens bis zu seinem 40. Lebensjahr.

Der Körper als Tempel - Schlangenmensch als Traumberuf

Deshalb gibt er acht auf seinen Körper, mutet ihm nicht zu viel zu. „Ich mache das schon so lange, kenne jeden Teil meines Körpers und weiß, was ich machen kann und was nicht.“

Und während bei anderen Menschen die körperliche Flexibilität mit zunehmendem Alter eher abnehme, nehme sie bei ihm zu – obwohl er nicht regelmäßig trainiert, wie er sagt.

Beweglichkeit und Flexibilität auf höchstem Niveau:

Für ihn sei der Job die einfachste Sache der Welt. Und auch die einzige Sache, die er beruflich machen könne. Denn eine Schule habe er nie besucht, sagt Juma.

Ein Publikum in Schockstarre? Dem Artisten gefällt es!

Seine Mutter wisse nicht, was er beruflich in Deutschland macht. Er wolle nicht, dass sie sich um ihn sorge, sagt der Akrobat, der seine Familie auf Sansibar immer besucht, wenn es ihm seine Zeit erlaubt.

Stört es ihn nicht, wenn das Publikum während seiner Vorführung in eine Art Schockstarre fällt? „Nein, dann weiß ich, dass es die Botschaft verstanden hat.“

Bei einem Auftritt bei der Dinnershow Palazzo habe eine Zuschauerin sogar einmal ihr Essen wieder ausgespuckt, als sie seine Verrenkungen gesehen habe, erzählt Juma lachend. „Die Reaktionen des Publikums geben mir nur noch mehr Energie.“

Flic Flac in Kassel: Nicht immer ein Grund zur Freude

In Kassel hat es Anfang des Jahres einen Unfall im Zirkus Flic Flac gegeben. Die betroffene Nummer wurde vorerst gestrichen. Der verletzte Artist kann jedoch schon wieder lachen.

Noch prekärer wurde die Lage durch die Abwesenheit von Sanitäter: Nach dem Sturz eines Artisten im Zirkus Flic Flac waren viele Zuschauer erstaunt, dass im 1400 Besucher fassenden Zelt keine Sanitäter bereitstanden. Warum also stehen im Zirkus Flic Flac keine Sanitäter bereit?

Magus Utopia zu Gast beim Flic Flac in Kassel

Flic Flac-Artisten - In der Manege und privat verbandelt: Ein ungleiches Paar, zumindest in der Manege des Flic Flac-Zelts. Der Niederländer Jim Ketting Olivier und die Russin Victoria Baranova von Magus Utopia sind auch privat liiert.

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