Kampagne gestartet

„Besonderes Geschenk“: Münchnerin will OB Reiter mit Kalender überraschen - ob der sich über die Bilder freut?

Dieter Reiter auf einer Pressekonferenz in München.
+
Dieter Reiter soll ein „besonderes Weihnachtsgeschenk“ erhalten.

Um ihrem Ärger über die abgeschafften Pop-up-Radwege in München Luft zu machen, hat sich eine Journalistin eine ganz besondere Aktion ausgedacht.

  • Auf einer Crowdfunding-Seite sammelt eine Münchnerin Geld für ein Geschenk.
  • SPD-Stadträte und OB Dieter Reiter sollen damit beglückt werden.
  • Thema sind die abgeschafften Pop-up-Radwege in der Stadt.

München - Aufgrund der Corona*-Krise ist der Klimawandel in den vergangenen Wochen und Monaten ein wenig in den Hintergrund gerutscht. Nicht so in München*. Eigentlich. Im Sommer beschloss die Stadt mit Pop-up-Radwegen mehr Menschen aufs Bike zu locken und weniger in die überfüllten U- und S-Bahnen. Ende Oktober lief das Pilotprojekt dann aus. Verlängerung vorerst nicht vorgesehen. Eine Münchnerin will das nicht einfach so akzeptieren und hat sich eine ganz besondere Aktion einfallen lassen.

München: OB Reiter soll „besonderes Geschenk“ zu Weihnachten bekommen

Auf der Crowdfunding-Seite Startnext.com hat die Journalistin Daniela Becker ein Projekt erstellt, für das sie fleißig Spender sucht. Sie will genug Geld sammeln, um damit Kalender als Weihnachtsgeschenke zu fertigen. Diese will sie aber nicht an ihre Lieben verschenken, sondern an den Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD)* und seine SPD-Stadtratsfraktion.

Die hatte nämlich mit der Unterstützung der CSU und der FDP/Bayernpartei gegen eine Verlängerung der Pop-up-Radwege* gestimmt. Für Becker total unverständlich. „Das ist nicht nur Stillstand in der Verkehrswende, sondern ein Rückschritt“, schreibt sie in der Projektbeschreibung.

Pop-up-Radwege in München: Kalender für OB Reiter geplant

Viele Münchner nutzten die Pop-up-Radwege regelmäßig und die Resonanz schien vorwiegend positiv. Mehr als zwei Drittel von 7000 Menschen, die an einer Onlinebefragung teilnahmen, forderten sogar einen weiteren Ausbau*. Dennoch stimmte eine hauchdünne Stadtrats-Mehrheit gegen eine Verlängerung. Die Verwaltung solle erst eine tragfähige, dauerhafte Lösung erarbeiten. Für den Koalitionspartner der SPD, die Grünen, unverständlich. Sie hätten die Fahrradwege behalten, bis die angestrebte Lösung gefunden wäre. Münchens Zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) wurde in dieser Hinsicht deutlich: „Die Stadt sendet damit ein völlig falsches Signal.“

München: Vorher-Nachher-Bilder der Pop-up-Radwege als Motiv

Ähnlich wie die Grünen sehen das eben auch Daniela Becker und viele andere Unterstützer, die bereits fleißig gespendet haben. Schon weit vor Aktionsende war die ersten beiden Zwischenziele erreicht. Mit dem Geld will die Journalistin einen Aufstellkalender für die SPD-Genossen drucken lassen. Ziel: „Ein Kalender mit den schönsten Vorher/Nachher-Fotos der Radwege.“

Und Becker schreibt weiter: „Auf diese Weise können diejenigen, die den Rückbau zu verantworten haben, jeden Tag sehen, wie bedauerlich und falsch ihre Entscheidung war. Der Kalender soll außerdem eine kleine Erinnerungshilfe sein: Denn es wurde versprochen, die Radwege im Frühjahr zu verstetigen.“ Wenn die Spendierlaune der Münchner weiterhin so groß bleibt, dann bekommt wohl am Ende der gesamte Stadtrat einen Kalender geschenkt. (tel) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare